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Kurz zusammengefasst für dich:
FRANKFURT (dpa-AFX) – Auch in der kommenden Woche dürfte der Dax
“Die Märkte navigieren derzeit zwischen Unternehmenszahlen und geopolitischen Schlagzeilen, aber am Steuer sitzt der Nahost-Konflikt”, schrieb Marktanalyst Timo Emden. Der Iran-Krieg gilt weiterhin als maßgebliches Risiko für die Finanzmärkte.
Zuletzt hielten die gegenseitigen Attacken zwischen den USA und dem Iran an. “Ohne einen Kompromiss könnte ein Krieg ohne klares Ende und ohne Ausweg drohen”, mahnte Anlagestratege Mark Dowding von RBC BlueBay Asset Management. Derzeit sehe keine der beiden Seiten einen Anlass, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Im Gegenteil: Nach mehrtägigen US-Luftschlägen im Iran und Vergeltungsaktionen in der Region droht der Konflikt weiter zu entgleisen. Am Wochenende kamen bei einem Raketenangriff der iranischen Revolutionsgarden auf einen Luftwaffenstützpunkt in Jordanien erstmals seit Monaten wieder US-Soldaten ums Leben. Beide Seiten verschärften daraufhin ihre Drohungen. Diplomatische Initiativen sind derzeit nicht erkennbar – die Gefahr einer weiteren Eskalation wächst.
Während das US-Militär von Samstag auf Sonntag bereits die achte Nacht in Folge Ziele im Iran angriff, richteten Irans Streitkräfte ihre Schläge auf US-Basen in den Golfstaaten Kuwait und Bahrain sowie auf Ziele im rund 1.000 Kilometer entfernten Jordanien. In den mit den USA verbündeten Ländern heulten am Wochenende erneut die Sirenen. Den jüngsten Aufschwung der Spannungen im Iran-Krieg hatte zu Monatsbeginn der Streit um die für den globalen Energiehandel zentrale Straße von Hormus ausgelöst.
RBC-BlueBay-Experte Dowding befürchtet, der Konflikt könnte in einem dauerhaften Schwebezustand verharren, in dem er immer wieder aufflammt und anschließend wieder abebbt. Die Ölpreise dürften in der Folge auf erhöhtem Niveau bleiben und die Inflation nähren. Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus ActivTrades verwies dabei auf die komplizierte Lage rund um die für den Ölhandel essenzielle Straße von Hormus. Den USA gelinge es nicht, die Meerenge verlässlich zu sichern – diese Ohnmacht sorge an den Börsen für erhebliche Verunsicherung.
Auch der Europäischen Zentralbank bereitet die Entwicklung im Nahen Osten Kopfzerbrechen. “Sie bewegt sich auf einem schmalen Grat zwischen Inflationsrisiken und Wachstumssorgen”, fasste Alexander Raviol vom Vermögensverwalter Lupus Alpha zusammen. Im Juni habe die EZB die Zinsen angehoben, als eine Entspannung im Iran-Krieg greifbar schien. Nun sei der Konflikt jedoch zurück. “Höhere Energiepreise treiben die Inflation und würgen zugleich die ohnehin schwache Konjunktur weiter ab”, ergänzte Raviol.
Für den Zinsentscheid der EZB am Donnerstag rechnet der Experte daher mit einer Pause. Spannend werde, ob EZB-Präsidentin Christine Lagarde Erwartungen an eine Zinserhöhung im September bekräftigt oder sich bewusst Optionen offenlässt. Nach Einschätzung von Robert Greil von der Privatbank Merck Finck dürfte die Europäische Zentralbank bei weiter steigenden Ölpreisen kaum an einer zweiten Anhebung in diesem Jahr vorbeikommen. Er geht allerdings von einer Stabilisierung der Ölpreise in den kommenden Wochen aus – und entsprechend auch von stabilen Leitzinsen.
Neben den Ölpreisen rückt die Konjunkturentwicklung in den Blick. Am Dienstag könnten daher die ZEW-Konjunkturerwartungen Beachtung finden, am Freitag stehen neben dem deutschen Konsumklima auch vorläufige Einkaufsmanagerindizes für Juli an. Die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) erwarten eine leicht positive Tendenz. Den Indikator für das Verarbeitende Gewerbe sehen sie im langfristigen Aufwärtstrend oberhalb der Expansionsschwelle.
Zum entscheidenden Prüfstein wird nach Ansicht von Weberbank-Analyst Sören Wiedau jedoch die Berichtssaison der Unternehmen – vor allem mit Blick auf Aktien aus dem Bereich Künstliche Intelligenz (KI). “Die milliardenschweren KI-Investitionen müssen sich zunehmend in höheren Umsätzen, Margen und Gewinnen niederschlagen”, schrieb Wiedau. Die großen Tech-Konzerne müssten ihre hohen Bewertungen nun rechtfertigen. Enttäuschende Quartalszahlen könnten Kurskorrekturen auslösen.
Zuletzt gerieten die Aktien von KI-Profiteuren nach ihrem starken Lauf weltweit deutlich unter Druck. “Gewinnmitnahmen kommen gerade in Mode”, kommentierte Thomas Altmann von QC Partners. Von Panik sei zwar keine Spur, jedoch nehme die Bereitschaft zu verkaufen zu.
Consorsbank-Marktanalyst Jochen Stanzl warnte vor möglichen Ansteckungseffekten auf andere Titel: “Je stärker die Kurse fallen, desto größer wird der Zwang, ausufernde Verluste bei Technologie-Aktien durch den Verkauf anderer Werte auszugleichen.” Auch positive Unternehmensmeldungen seien zuletzt übergangen worden und hätten nicht als Rettungsanker gedient.
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— Von Nicklas Wolf, dpa-AFX —
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