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Auf einen Blick:
- Der Dax befindet sich in einer heiklen Marktphase.
- Zwei US-Regionalbanken melden mutmaßlichen Kreditbetrug.
- Am Freitag stehen die US-Verbraucherpreise an.
Analyst Christian Apelt von der Landesbank Hessen-Thüringen betonte, die Märkte reagierten derzeit besonders empfindlich auf negative Nachrichten. Ob die angekündigten neuen Strafzölle gegen China tatsächlich kommen oder mögliche Verluste bei US-Banken zum großen Thema werden, sei allerdings noch offen.
Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets sieht die Furcht vor einer erneuten Bankenkrise die bisherige Euphorie über eine solide Berichtssaison und die anhaltend hohe Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz verdrängen. Zudem belaste der ungelöste Haushaltsstreit in den USA, der zu einem teilweisen Regierungsstillstand (“Shutdown”) geführt habe.
Eine Folge davon ist, dass geplante US-Konjunkturindikatoren gar nicht oder erst verzögert veröffentlicht werden. So erfahren Anleger erst am Freitag, wie sich die Verbraucherpreise im September entwickelt haben.
Mehr Klarheit erwartet Analyst Christoph Balz von der Commerzbank (Commerzbank Aktie) am 24. Oktober. Zwar steigen die Preise in den USA aktuell schneller als von der Notenbank Fed angestrebt. Nach seiner Einschätzung geht die Mehrheit der Fed-Entscheider jedoch davon aus, dass zollbedingte Preisschübe überwiegend einmaliger Natur sind und die Inflation angesichts eines schwächeren Arbeitsmarkts bald nachlassen dürfte. Die Verbraucherpreisdaten dürften die US-Notenbank daher voraussichtlich nicht von ihrem Zinssenkungskurs abbringen, so Balz.
Für Anleger wäre dies eine positive Perspektive: Sinkende Zinsen verbilligen Kredite und Investitionen und können damit die Konjunktur beleben.
Auch die hierzulande anlaufende Berichtssaison könnte in der neuen Woche Rückenwind liefern. Der Softwarekonzern SAP (SAP Aktie)
Experte Ortay Gelen von der Vermögensverwaltung Axia Asset Management bleibt indes skeptisch. Die Berichtssaison werde seiner Ansicht nach an mancher Stelle die hochgesteckten Erwartungen bei Gewinnen und Umsätzen relativieren. Die derzeitige Dynamik bei Erträgen und Erlösen sei teilweise nicht fundamental begründet. Am Markt herrsche viel Euphorie, und es werde reichlich Fantasie in die künftige Entwicklung von Unternehmen eingepreist, mahnt der Fachmann.
Zur Einordnung der aktuellen Marktlage eignet sich Gelen zufolge der von Rekord zu Rekord steigende Goldpreis (Goldkurs) als nützlicher Indikator – gleichsam als Fieberthermometer für Märkte und Wirtschaft. Die Kursentwicklung deute klar darauf hin, dass sich Investoren weltweit bereits auf einen Börsenrücksetzer vorbereiten./la/jkr/he
— Von Lutz Alexander, dpa-AFX —
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