Nicolas Ebert liefert prägnante News mit feinem Gespür für relevante Marktthemen. Nach mehr als sechs Jahren bei wallstreetONLINE und ariva.de ist der Berliner in der Finanzwelt zu Hause. Seine Beiträge spannen den Bogen von Value-Werten und den Börsen in Asien über US-Big-Tech bis hin zu aktuellen Top-Performern auf den Weltmärkten. So entstehen fundierte Meldungen, die Anlegern Orientierung geben.
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Citi Wealth hätte sich eine deutlichere Korrektur gewünscht und will jeden Dip zum Aufstocken nutzen. Auslöser sind Unternehmensgewinne, die selbst steigenden Zinsen standhalten. Doch eine Frage könnte Anleger verunsichern.
Kurz und bündig:
Bei Citi Wealth wären sinkende Kurse willkommen. “Gegen eine etwas kräftigere Korrektur hätten wir nichts einzuwenden”, sagte Jeanne Sun, Leiterin der Portfolioberatung, gegenüber CNBC. Angesichts der starken Gewinnentwicklung sei jeder größere Rückschlag eine attraktive Einstiegschance. Bislang fielen die Rückgänge im Jahresverlauf jedoch erstaunlich gering aus. Die Vermögensverwaltung der Citigroup betreut weltweit Kundengelder von über einer Billion US-Dollar.
Wachstum übertrumpft Zinsen
Zum Start ins vierte Quartal bleibt Citi Wealth trotz inzwischen über fünf Prozent Rendite bei zehnjährigen US-Staatsanleihen für Aktien optimistisch. Sun deutet dies als Anstieg der Realzinsen statt als Inflationssorgen – also als Zeichen wirtschaftlicher Stärke. In den Berichten gleichen steigende Gewinne den Zinsanstieg klar aus, erklärt sie.
Eine starre Schmerzgrenze bei den Renditen sieht sie daher nicht. Wichtiger sei, ob höhere Zinsen Nachfrage und Erträge drücken. Solche Hinweise erkennt Citi derzeit nicht: Der Konsum hält sich trotz schlechter Stimmung, und Unternehmen investieren kräftig. Selbst Hypothekenzinsen von über sieben Prozent bremsen die Wirtschaft kaum – auch wegen des knappen Wohnraums.
Die Daten stützen diese Sicht. Nach Angaben des Anbieters FactSet rechnen Analysten im dritten Quartal bei den S&P-500-Unternehmen mit einem Gewinnplus von 29,1 Prozent.
Die Latte liegt hoch
Risiken bleiben jedoch. Viele Anlegerinnen und Anleger sind bereits stark in die erfolgreichsten Konzerne investiert, während die Gewinnerwartungen weiter steigen. Bis in den Oktober hinein rechnet Sun zudem mit Schwankungen, weil Geldpolitik und die Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten für Unsicherheit sorgen. “Wir erwarten, dass die Gewinne dieses Geschenk bleiben”, sagt sie. Selbst bei positiven Überraschungen stellt sich aber immer öfter die Frage:
“Reicht das?”
Fazit
Citi Wealth setzt auf die Ertragskraft und betrachtet Rücksetzer als Kaufchance. Die Rechnung geht auf, solange Wachstum die Zinsen überkompensiert. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19,2 ist der S&P 500 allerdings nicht günstig bewertet. Wer investieren will, hält am besten etwas Liquidität bereit und baut Positionen in Schwächephasen schrittweise auf.
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