Nicolas Ebert liefert prägnante Meldungen mit feinem Gespür für zentrale Marktthemen. Nach mehr als sechs Jahren bei wallstreetONLINE und ariva.de ist der Berliner in der Finanzwelt fest verankert. Sein Themenspektrum reicht von Value-Aktien und den Börsen in Asien über US-Big-Tech bis hin zu aktuellen Spitzenreitern auf den globalen Märkten. So entstehen fundierte News, die Anlegern verlässliche Orientierung geben.
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Was, wenn die KI-Euphorie nachlässt? FactSet skizziert einen Einbruch bei den Magnificent Seven – mit Konsequenzen für Aktien, den Nasdaq und später auch den Rentenmarkt.
Kurz zusammengefasst:
Seit Monaten treiben umfangreiche Investitionen in Künstliche Intelligenz die Kurse. Gleichzeitig wächst die Befürchtung, dass sich die Milliardensummen für viele Unternehmen nicht rasch genug auszahlen. Kristina Bratanova-Cvetanova, Analystin bei FactSet, hat daher untersucht, wie ein mögliches Platzen einer KI-Blase die Finanzmärkte beeinflussen könnte.
Das von FactSet entwickelte Stressszenario gliedert sich in drei Phasen: Zunächst bleiben die Erträge der großen KI-Konzerne hinter den Erwartungen zurück. Danach geraten weitere Technologie- und KI-Werte unter Druck. Schließlich weitet sich die Korrektur auf den gesamten Aktienmarkt aus und erfasst später auch die Kreditmärkte.
Eine zentrale Rolle spielen die Magnificent Seven. Ende Juli stellten die sieben Tech-Schwergewichte fast 30 Prozent des von FactSet analysierten US-Index für Großunternehmen.
In der ersten Phase unterstellt FactSet einen durchschnittlichen Kursrückgang von 15 Prozent. Grundlage sind Reaktionen auf schwache Quartalszahlen, bei denen einzelne Titel etwa sechs bis sieben Prozent beziehungsweise zwischen 22 und 25 Prozent nachgaben.
Neben den Magnificent Seven wurden rund 60 weitere KI-nahe Unternehmen identifiziert – darunter Anbieter von Chips, Fertigungstechnik, Energieversorgung und spezialisierter Software. Zusammen bringen diese Aktien es auf beinahe 50 Prozent des untersuchten Index. Ein Rückgang um 15 Prozent in dieser Gruppe würde den Index laut Simulation um rund 7,1 Prozent belasten.
In Phase zwei verschärft FactSet das Szenario: Der Nasdaq 100 fällt um 35 Prozent. Das entspricht in etwa der kurzfristigen Reaktion des Technologiesektors beim Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000. Vor allem stark aktienlastige Strategien würden in einem solchen Umfeld kräftig getroffen.
In der dritten Phase erreicht die Krise schließlich den Anleihemarkt. FactSet unterstellt hier zusätzlich einen Rückgang der Rentenmärkte um drei Prozent. Niedrigere Unternehmensbewertungen könnten die Kreditaufnahme erschweren und die Finanzierungskosten erhöhen. Dadurch gerieten auch eher auf festverzinsliche Anlagen ausgerichtete Portfolios unter Druck.
Die Analyse ist ausdrücklich keine Vorhersage eines unmittelbar bevorstehenden Crashs. Sie macht jedoch deutlich, wie stark die heutigen Aktienmärkte von wenigen KI-Schwergewichten abhängen.
Nach Einschätzung von FactSet könnte eine Korrektur bei den Magnificent Seven daher rasch auf große Teile des Aktienmarkts übergreifen. Anleihen dürften zunächst als Schutz dienen, könnten bei steigenden Kreditkosten später aber ebenfalls belastet werden.
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