Nicolas Ebert liefert prägnante Nachrichten mit sicherem Gespür für relevante Marktentwicklungen. Nach über sechs Jahren bei wallstreetONLINE und ariva.de ist der Berliner in der Finanzwelt zu Hause. Seine Beiträge spannen den Bogen von Value-Titeln und asiatischen Börsen über US-Big-Tech bis hin zu aktuellen Highflyern auf dem globalen Parkett – mit Informationen, die Anlegern Orientierung geben.
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Taiwan legt nahezu 70 Prozent zu, Südkorea sogar 101 Prozent. Franklin Templeton erwartet die nächste KI-Welle längst nicht mehr nur in den USA. Reine Chip-Wetten genügen nicht mehr.
Kurz zusammengefasst:
Künstliche Intelligenz ist als Investmentthema nicht länger auf Amerika beschränkt. Taiwan, Südkorea und Japan nehmen Schlüsselrollen in der globalen Wertschöpfungskette ein, betonen Dina Ting und Marcus Weyerer von Franklin Templeton.
Taiwan führt die Fertigung modernster Halbleiter an. Südkorea punktet bei Speicherchips und Elektronik. Japan liefert essenzielle Anlagen, Materialien und Produktionstechnologien. Für Anleger wird die geografische Streuung daher immer entscheidender.
Auch die Bewertungen sprechen für mehr Breite. Der Standard-&-Poor’s-500-Index wird etwa zum 22-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, während Europa bei rund 16 liegt. Steigende Gewinnerwartungen könnten diese Kluft verringern.
China büßte im ersten Halbjahr über 13 Prozent ein. Schwache Inlandsnachfrage und der Immobiliensektor drückten auf die Stimmung. Mit dem 11,4-Fachen der erwarteten Gewinne ist der Markt jedoch deutlich günstiger als im historischen Schnitt.
Franklin Templeton sieht darin langfristige Gelegenheiten. China investiert weiter in künstliche Intelligenz, Halbleiter, moderne Produktion und strategische Technologien. Zudem bildet das Land deutlich mehr MINT-Fachkräfte aus als die USA. Die derzeitigen Bewertungen spiegeln dieses Innovationspotenzial kaum wider.
Brasiliens Börse stieg im ersten Halbjahr um 13,3 Prozent und lag damit vor dem Standard-&-Poor’s-500-Index. Banken, Rohstoff- und Energieunternehmen trieben die Kurse. Zusätzliche Zinssenkungen könnten die Binnennachfrage weiter ankurbeln.
Indien zeigte hingegen ein gemischtes Bild. Die hohen Bewertungen lassen wenig Spielraum für Enttäuschungen. Langfristig bleiben die Aussichten jedoch positiv: Eine junge Bevölkerung, der Ausbau der digitalen Infrastruktur und Investitionen in die Industrie stützen das Wachstum. Der Internationale Währungsfonds rechnet 2026 mit 6,4 Prozent Wirtschaftswachstum.
Besonders dynamisch liefen die asiatischen Technologiebörsen. Taiwan gewann im ersten Halbjahr fast 70 Prozent hinzu. Rund drei Viertel des Index entfallen auf Technologiewerte. Inzwischen profitieren aber auch Banken, Versorger und Konsumgüterhersteller vom Investitionsschub.
Südkorea stand mit einem Zuwachs von 101 Prozent an der Spitze. Den größten Beitrag leistete die Informationstechnologie. Auch Industrie und zyklische Konsumwerte legten kräftig zu. Die Investitionen weiten sich von Speicherchips auf Produktionsanlagen, Automatisierung und weitere Teile der Lieferkette aus.
Japan erzielte rund 15 Prozent Rendite. Die Gewinne kamen aus Banken, Industrie, Rohstoffe und Technologie. Neben KI stützen bessere Corporate-Governance-Strukturen, aktionärsfreundliche Maßnahmen sowie neue Investitionen in moderne Fertigung den Markt.
Für Anleger reicht es daher nicht mehr, einfach nur Halbleiteraktien zu kaufen. Die nächste Phase des Booms dürfte von einem globalen Netzwerk aus Chipproduzenten, Industrieunternehmen, Versorgern und Infrastrukturbetreibern getragen werden. Der Kreis der Profiteure reicht zunehmend weit über die großen US-Techkonzerne hinaus.
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