FRANKFURT (dpa-AFX) – Zwischen erfreulichen Quartalsberichten und neuen geopolitischen Belastungen fehlte dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch eine klare Richtung. Der Dax beendete den Handel nahezu unverändert mit einem Minus von 0,01 Prozent bei 25.460,48 Punkten. Der MDax für mittelgroße Werte gab letztlich um 0,47 Prozent auf 32.243,82 Zähler nach. Der SDax hingegen stieg um 1,16 Prozent.
Für dich zusammengefasst:
Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 büßte 0,7 Prozent ein. Außerhalb der Eurozone verlor der Schweizer SMI 0,6 Prozent, während der britische FTSE 100 um 0,3 Prozent zulegte. In New York lag das Leitbarometer Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss 1,6 Prozent im Minus. Der technologieorientierte Nasdaq 100 gab um 1,3 Prozent nach.
Erneute iranische Angriffe im Konflikt mit den USA trieben die Preise für Öl (Rohöl) und Gas abermals nach oben und drückten auf die Stimmung. Zusätzlich gab es am frühen Nachmittag neue Drohungen von US-Präsident Donald Trump in Richtung Iran. Vorsicht prägte zudem den Handel vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend und den nach US-Börsenschluss erwarteten Quartalszahlen großer Tech-Konzerne, darunter Microsoft und Meta .
Vor der zweiten Zinsentscheidung der Fed unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh rechnen die meisten Beobachter erneut nicht mit einer Veränderung des Leitzinses, der damit zum fünften Mal in Folge in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent verharren dürfte. Die Debatte über eine mögliche Anhebung hat zuletzt jedoch wieder an Fahrt gewonnen, da der Iran-Krieg weiterhin für große Verunsicherung sorgt.
Die aktuellen Quartalszahlen von Rheinmetall (Rheinmetall Aktie) kamen bei den Anlegern hervorragend an. Dank des Rüstungsbooms legten Umsatz und operatives Ergebnis der Düsseldorfer deutlich zu. Die Aktie kletterte an der Dax-Spitze um 6,1 Prozent.
Die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) überraschte im zweiten Quartal mit einem Gewinn auf Rekordniveau, getragen von einem starken Investmentbanking. Das erfreute die Anleger: Die Papiere stiegen um 1,1 Prozent.
Der Energiekonzern RWE blickt nach einem unerwartet gut verlaufenen Halbjahr optimistischer auf 2026 und 2027. Die Aktie zog zunächst deutlich an, bröckelte später jedoch und schloss mit plus 0,1 Prozent.
BASF (BASF Aktie) gewannen nach detaillierten Quartalszahlen 3,9 Prozent. Zudem startet der Chemiekonzern ein neues Aktienrückkaufprogramm.
Die Anteile von Siemens (Siemens Aktie) Healthineers legten um 4,5 Prozent zu, nachdem der US-Wettbewerber GE Healthcare besser als erwartet berichtet hatte.
Ein Festhalten an den Jahreszielen irritierte im MDax offenbar die Anleger von Auto1 . Die Aktien des Online-Gebrauchtwagenhändlers fielen um 3,6 Prozent. Die Eckdaten für das zweite Quartal seien gut, erklärten die Analysten von Jefferies. Daher dürfte man sich fragen, warum das Management die Ziele für 2026 unverändert ließ.
Der Windturbinenhersteller Nordex verdiente im zweiten Quartal überraschend viel und bestätigte den Jahresausblick. Die Papiere legten 2,8 Prozent zu.
Im SDax schnellten die Titel der Shelly Group um 11 Prozent nach oben. Grund ist das Interesse des Elektrotechnik-Konzerns Schneider Electric an dem Unternehmen. Man führe vorläufige Gespräche mit den Franzosen über ein mögliches Kaufangebot, teilte Shelly mit.
Um 9,3 Prozent abwärts ging es im Nebenwerteindex für die Aktien des Spezialpharma-Unternehmens Medios , das nach einem durchwachsenen Halbjahr für 2026 mit weniger Gewinn rechnet.
Gute Halbjahreszahlen und ein aufgehellter Ausblick der Indus Holding hoben die Papiere der Beteiligungsgesellschaft auf den höchsten Stand seit Anfang Juni. Am Ende stand ein Plus von 7,6 Prozent.
Die Aktien von Ströer reagierten mit einem Kursplus von 6,6 Prozent auf einen Medienbericht über einen möglichen Einstieg von Finanzinvestoren bei dem Außenwerbe-Spezialisten. Das “Manager Magazin” berichtet unter Berufung auf Insider, I Squared Capital und InfraVia Capital Partners wollten die Kontrolle über den Digitalvermarkter übernehmen./edh/he
— Bericht von Eduard Holetic, dpa-AFX —
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