FRANKFURT (dpa-AFX) – Nach der kleinen Erholung vom Vortag hat sich der deutsche Aktienmarkt auch am Freitag zurückhaltend gezeigt. Im Blick der Anleger blieb der weiter ungeklärte militärische Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Der Dax gab um 0,20 Prozent auf 25.067,09 Punkte nach. Damit steht für den Leitindex auf Wochensicht ein Minus von 2,76 Prozent zu Buche. Der MDax, das Barometer der mittelgroßen Werte, legte am Freitag hingegen um 0,26 Prozent auf 31.919,45 Zähler zu.
Kurz zusammengefasst:
Zu Wochenbeginn markierte der Dax zunächst ein Rekordhoch bei 25.900 Punkten. Nach einem temporären Rücksetzer bis 24.830 Punkte stabilisierte er sich und kletterte wieder über die 21-Tage-Linie, die als Indikator für den kurzfristigen Trend gilt.
US-Präsident Donald Trump bestätigte unterdessen das Ende der Waffenruhe im Konflikt mit dem Iran, ließ die Möglichkeit für Gespräche jedoch weiterhin offen.
Am letzten Handelstag der Woche traf neue Zuversicht in die Nachfrage nach KI-Titeln auf anhaltende Skepsis gegenüber der geopolitischen Lage, schrieb Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, mit Blick auf die erwartete Erstnotiz des Speicherchip-Herstellers SK Hynix an der US-Technologiebörse Nasdaq. Die hiesigen Anleger können sich mit der fragilen Situation im Nahen Osten arrangieren, solange – wie aktuell erneut – der Gesprächsfaden nicht vollständig reißt.
Der durch US-Glyphosatklagen hoch verschuldete Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer (Bayer Aktie) schafft sich über einen Milliardendeal mit der Beteiligungsgesellschaft Apollo zusätzlichen finanziellen Spielraum. Apollo erhält eine Minderheitsbeteiligung an einer neuen Gesellschaft, in die Bayer sein Geschäft mit Langzeitverhütungsmitteln auslagert. Die Bayer-Papiere gaben dennoch um mehr als ein Prozent nach.
Das Sparpaket von Volkswagen-Chef Oliver Blume ist laut einem Medienbericht in der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag abgelehnt worden. Wie die “Süddeutsche Zeitung” unter Berufung auf Konzernkreise berichtete, stimmten die Arbeitnehmervertreter sowie das Land Niedersachsen dagegen. Volkswagen will unter anderem die Modellpalette spürbar verschlanken. Die Zahl der Modelle im Konzern soll schrittweise um bis zu 50 Prozent sinken, die Vielfalt möglicher Ausstattungen um bis zu 75 Prozent reduziert werden, hieß es nach der Sitzung in Wolfsburg. Die VW-Vorzugsaktien verloren nahezu ein Prozent.
Die Titel von Salzgitter stiegen an der MDax-Spitze um 6,4 Prozent auf etwas über 51 Euro. Die US-Bank JPMorgan hob die Einstufung um zwei Stufen an und mehr als verdoppelte das Kursziel von 31,40 auf 65,00 Euro. Analyst Dominic O’Kane zeigt sich optimistisch für Europas Stahlbranche. Die Schutzmaßnahmen der Politik griffen, und die Gewinnentwicklung der Unternehmen gewinne an Dynamik, schrieb er. Für das zweite Halbjahr erwartet der Experte steigende Stahlpreise in Europa.
Die Aktien von Dürr gaben im Nebenwerteindex SDax um 2,4 Prozent auf gut 17 Euro nach. Analystin Yasmin Steilen von der Privatbank Berenberg strich die bisherige Kaufempfehlung für den Anlagenbauer und senkte das Kursziel von 40 auf 21 Euro nahezu um die Hälfte. Dürr benötige “frischen Lack”, schrieb sie mit Blick auf das Geschäft mit Lackieranlagen. Kritisch bewertet sie die starke Abhängigkeit des Unternehmens von Investitionen der Autobranche, die selbst in schwierigen Zeiten steckt.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,23 Prozent auf 6.269,97 Punkte. Außerhalb des Euroraums schlossen die Leitindizes in London und Zürich moderat im Plus. In New York notierte der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss leicht im Plus./la/he
— Von Lutz Alexander, dpa-AFX —
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