FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Dax verbuchte am Freitag nach kräftigem frühem Auftrieb bis knapp unter das Rekordniveau wieder Verluste und ging nahezu unverändert aus dem Handel. Am Ende stand beim deutschen Leitindex ein Plus von 0,07 Prozent auf 25.629,24 Punkte zu Buche; zeitweise fehlten bis zur Bestmarke von 25.900 Zählern weniger als zehn Punkte. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Zuwachs von 2,1 Prozent, im Juli insgesamt ein Anstieg von 2,5 Prozent. Der MDax schloss dagegen 0,73 Prozent tiefer bei 31.980,52 Punkten.
Kurz zusammengefasst:
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,2 Prozent zu. Außerhalb des Euroraums gaben der Schweizer SMI und der britische FTSE 100 jeweils um 0,3 Prozent nach. In New York notierte der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss 0,3 Prozent fester, der technologielastige Nasdaq 100 gewann 0,1 Prozent.
Die geringe Marktbreite habe die Aufwärtsdynamik ausgebremst und nach der starken Woche zu Gewinnmitnahmen eingeladen, erklärte Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets. Zudem belasteten die erneut gestiegenen Ölpreise angesichts der anhaltend angespannten Lage im Nahen Osten die Stimmung. Für positive Akzente sorgte dagegen eine deutliche Erholung bei Technologiewerten weltweit.
Zu Beginn profitierte der Dax laut Consorsbank-Marktbeobachter Jochen Stanzl von einer erhöhten Risikoneigung. Nun gehe es um die Auflösung einer rund ein Jahr währenden Seitwärtsphase, wofür er ermutigende Signale sieht. Rasche Rücksetzer seien zuletzt ausgeblieben. Halte und verstärke sich der aktuell entstehende Kaufdruck, stehe einem technischen Vorstoß in Richtung 26.000 Punkte im Dax wenig im Wege, so sein Fazit.
Wie in den USA und Asien legten auch hierzulande vor allem Technologiewerte spürbar zu, was insbesondere auf starke Impulse von US-Konzernen zurückgeführt wurde. Dort überzeugten zuletzt Microsoft und am Vorabend nach Börsenschluss auch Amazon mit ihren Quartalszahlen.
Im Dax setzten sich Infineon (Infineon Aktie) mit einem Plus von 3,7 Prozent an die Spitze. Im MDax gewannen Aixtron 5,3 Prozent und profitierten unter anderem von einer Hochstufung der Bank Oddo BHF auf “Outperform”. Für Siltronic (Siltronic Aktie) ging es um 2,9 Prozent nach oben, nachdem drei Analysehäuser die Aktie des Waferherstellers nach den starken Quartalszahlen vom Vortag hochgestuft hatten.
Siemens (Siemens Aktie) Healthineers schwankten nach gemischten Quartalszahlen und angepassten Jahreszielen deutlich zwischen Gewinnen und Verlusten. Am Ende stand ein Minus von 0,9 Prozent.
Im MDax fielen Schaeffler mit einem Rückgang von mehr als 12 Prozent negativ auf. Wegen der schwierigen Lage in der Autoindustrie kappte der Auto- und Industriezulieferer seine mittelfristigen Ziele.
Hensoldt litten nach Halbjahreszahlen unter Gewinnmitnahmen und verloren 5,0 Prozent. Zwar profitierte der Rüstungselektronik-Spezialist von der Aufrüstung der Nato-Staaten und verdoppelte den Auftragseingang im ersten Halbjahr. Laut JPMorgan-Analyst David Perry ist Hensoldt jedoch das “am höchsten bewertete Rüstungsunternehmen” in seiner Beobachtung, auch wenn das Produktportfolio weiterhin sehr stark sei./edh/he
— Von Eduard Holetic, dpa-AFX —
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