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finaktien.de > Blog > Technologie > Turbulente Märkte: Krieg, Arbeitsmarkt und Ölpreise
Technologie

Turbulente Märkte: Krieg, Arbeitsmarkt und Ölpreise

Last updated: March 9, 2026 8:43 am
Klaus Meyer
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Turbulente Märkte: Krieg, Arbeitsmarkt und Ölpreise

US-Arbeitsmarkt versetzt Anleger in Schrecken

An den internationalen Finanzmärkten hält der starke Druck an. Auslöser ist ein unerwartet schwacher Bericht zum US-Arbeitsmarkt im Februar, der die ohnehin fragile Stimmung an der Wall Street weiter eintrübte.

Unmittelbar nach der Veröffentlichung eröffnete der Dow Jones Index fast 2 Prozent niedriger bei 47.063 Punkten. Auch andere wichtige Indizes gerieten ins Rutschen: Der breit gefasste S&P 500 gab rund 1,5 Prozent nach und fiel auf 6727 Punkte, während der technologielastige Nasdaq Composite ebenfalls etwa 1,5 Prozent auf 22.468 Punkte abgab.

Der Arbeitsmarktbericht blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Anstelle eines prognostizierten Zuwachses von 59.000 Stellen meldete die Regierung einen Rückgang um 92.000 Jobs außerhalb der Landwirtschaft. Zugleich wurden die zuvor für Januar ausgewiesenen 130.000 neuen Jobs auf 126.000 Stellen revidiert. Die Arbeitslosenquote stieg von 4,3 Prozent im Januar auf 4,4 Prozent im Februar.

Für Anleger sind diese Daten zentral, da sie Hinweise auf die künftige Geldpolitik der US-Notenbank liefern.

Experten sehen keine unmittelbare Zinssenkung

Trotz der schwachen Arbeitsmarktzahlen erwarten viele Ökonomen vorerst keine schnelle Reaktion der Federal Reserve.

Der Analyst Bastian Hepperle vom Bankhaus Hauck Aufhäuser Lampe erklärte:
„Der kräftige Beschäftigungsrückgang überrascht, ist zum Teil streikbedingt.“

Von einem grundlegenden Trendwechsel geht er dennoch nicht aus. Er rechnet weiterhin mit einem moderaten Stellenaufbau. Hepperle betonte:
„Die Abwärtsrisiken am Arbeitsmarkt sind nicht so gravierend, dass die Fed den Leitzins senken müsste.“

Auch der Konflikt im Nahen Osten rechtfertige seiner Ansicht nach nicht automatisch eine Zinssenkung.

Nahostkrieg belastet die Börsen weltweit

Neben den schwachen Konjunktursignalen sorgt der Krieg im Nahen Osten für erhebliche Verunsicherung an den Weltmärkten.

Zusätzliche Schärfe erhielt die Lage durch Signale aus Washington. US-Präsident Donald Trump forderte öffentlich die „bedingungslose Kapitulation“ des iranischen Regimes und erklärte zugleich, er strebe kein neues Abkommen mit Teheran an.

Diese Äußerungen nährten die Sorge vieler Investoren, der Konflikt könne weiter eskalieren und sich in die Länge ziehen.

Die Nervosität machte sich auch an Europas Börsen bemerkbar. Der deutsche Leitindex DAX verlor zwischenzeitlich 1,8 Prozent auf 23.372 Punkte. Der EuroStoxx50 fiel um rund 2 Prozent auf 5672 Punkte.

Im Tagesverlauf kam es zwar zu mehreren Richtungswechseln, insgesamt blieb die Stimmung jedoch angespannt. Zur Mittagszeit notierte der DAX weiter im Minus bei rund 23.733 Punkten.

Ölpreise schießen in die Höhe

Besonders deutlich reagierten die Rohstoffmärkte auf die geopolitischen Risiken. Die Notierungen für Rohöl sprangen binnen weniger Tage spürbar an.

Das US-Referenzöl WTI verteuerte sich zeitweise um 8,3 Prozent auf 85,42 Dollar je Barrel. Das Nordseeöl Brent kletterte auf 88,83 Dollar pro Fass und damit auf den höchsten Stand seit 23 Monaten.

Seit Wochenbeginn legten beide Sorten um 16 bis 19 Prozent zu.

Der Energieminister von Katar, Saad al-Kaabi, warnte vor weiteren Preissprüngen. Er erklärte:
„Alle Energieproduzenten am Golf könnten ihre Exporte innerhalb weniger Wochen einstellen.“

Tritt dieses Szenario ein, könnte der Ölpreis seiner Einschätzung nach bis auf 150 Dollar pro Barrel steigen.

Selbst bei einem sofortigen Ende der Gefechte würde es laut Kaabi „Wochen bis Monate“ dauern, bis sich die Energieversorgung wieder normalisiert.

Fluggesellschaften und Modekonzerne unter Druck

Der Ölpreissprung trifft vor allem Branchen mit hohem Energiebedarf. An der Wall Street gerieten daher mehrere Fluglinien unter Verkaufsdruck.

Die Aktien von American Airlines, United Airlines und Delta Air Lines verloren zwischen 3,6 und 5,2 Prozent.

Auch aus anderen Sektoren kamen schwache Impulse. Der Modekonzern Gap sackte nach einem trüben Ausblick um 13 Prozent ab.

Dagegen profitierten Energiewerte vom Anstieg der Rohstoffpreise. Die Papiere von Occidental Petroleum und NextDecade legten jeweils um rund 1 Prozent zu.

Gold und Silber im Spannungsfeld der Märkte

Auch die Edelmetalle reagierten auf die Unsicherheit. Gold-Futures stiegen zunächst bis auf 5130 US-Dollar je Feinunze, gaben danach jedoch etwas nach.

Aktuell notiert Gold knapp unter 5100 Dollar und liegt damit rund 0,4 Prozent höher auf Tagessicht.

Analysten sehen allerdings nur begrenztes Potenzial nach oben, da viele Investoren den US-Dollar als bevorzugten sicheren Hafen betrachten.

Auch Silber legte moderat zu und stieg um 0,7 Prozent auf 82,675 Dollar je Feinunze.

Immobilienpreise in Deutschland ziehen wieder an

Während die Börsen schwanken, zeigt der deutsche Immobilienmarkt erste Anzeichen einer nachhaltigeren Erholung.

Experten rechnen für das laufende Jahr mit einem Plus der Wohnimmobilienpreise von etwa 3,3 Prozent. Für 2027 und 2028 wird jeweils ein Zuwachs von rund 3 Prozent erwartet.

Damit dürften die Kaufpreise schneller steigen als die Inflationsrate, die in diesem Zeitraum bei ungefähr 2 Prozent liegen könnte.

Nach einem starken Rückgang hatte sich der Markt bereits im Vorjahr teilweise gefangen. Seit dem Tief zu Beginn 2024 erhöhten sich die Preise um nahezu 6 Prozent.

Zugleich stieg die Zahl der Baugenehmigungen im Jahr 2025 erstmals seit vier Jahren wieder, was auf eine vorsichtige Stabilisierung der Branche hindeutet.

Asiens Börsen reagieren unterschiedlich

Die Folgen des Nahostkonflikts sind auch in Ostasien spürbar, wenn auch weniger ausgeprägt als in Europa oder den USA.

Der südkoreanische Kospi-Index verlor rund 0,5 Prozent, während der australische S&P/ASX 200 den Handel 1 Prozent tiefer beendete.

In Japan stabilisierte sich der Markt hingegen. Der Nikkei 225 drehte nach anfänglichen Verlusten leicht ins Plus und gewann etwa 0,5 Prozent. Auch in China präsentierten sich die Kurse etwas freundlicher: Der Shanghai Composite verzeichnete moderate Gewinne, während der Hang Seng Index in Hongkong um 1,6 Prozent zulegte.

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