Seit geraumer Zeit drängt der US-Präsident auf niedrigere Leitzinsen, um die Konjunktur zu beleben. Dass die hartnäckige Inflation weiterhin ein erhebliches Problem für die US-Notenbank ist, blendet er dabei aus.
US-Präsident Donald Trump stellte einen Handelsstopp mit bestimmten Staaten in Aussicht, falls die US-Notenbank Federal Reserve ihre Geldpolitik nicht lockert. „Senkt die Zinsen, oder ich beende den Handel mit Ländern, mit denen wir ein Defizit haben“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
Zur Begründung führte Trump an, der Arbeitsmarkt deutlich stärker gewachsen sei als gedacht, was niedrigere Zinsen rechtfertige. Ökonomen entgegnen jedoch, dass ein kräftiger Arbeitsmarkt die Löhne antreibt und damit Inflationsrisiken erhöht.
Unerwähnt ließ Trump, dass die Teuerung in seinem Land seit mehr als fünf Jahren über dem von der Fed anvisierten Ziel von 2 Prozent liegt. Zudem blieb offen, wie er den gewünschten Zinsschritt in den USA mit dem Handelsdefizit gegenüber einigen Ländern verknüpft.
Arbeitsmarkt zuletzt robust
Geringere Zinsen können das Wachstum von Unternehmen beschleunigen, zugleich aber die Inflation anheizen. Fed-Chef Kevin Warsh stellte jüngst klar, der Preisstabilität Vorrang einzuräumen, und signalisierte Bereitschaft zu höheren Zinsen. Nächsten Freitag werden in den USA neue Inflationsdaten veröffentlicht.
Zuvor hatte das US-Arbeitsministerium für August einen überraschend kräftigen Arbeitsmarktbericht vorgelegt. Die Beschäftigung stieg um 162.000 Stellen – der Konsens der Volkswirte lag lediglich bei 55.000 neuen Jobs. Im Juli hatte der Arbeitsmarkt hingegen enttäuscht.