Erstmals seit Anfang Juni klettert Bitcoin wieder über die Marke von 70.000 US-Dollar. In der Folge werden milliardenschwere Short-Positionen zwangsaufgelöst – was den Kurs zusätzlich befeuert.
Die Krypto-Leitwährung Bitcoin hat nach einer zähen Sommerphase einen eindrucksvollen Ausbruch hingelegt. Erstmals seit Anfang Juni übersprang der Kurs wieder die Schwelle von 70.000 US-Dollar und erreichte in der Spitze rund 72.000 US-Dollar. Seit vergangenem Freitag summiert sich damit ein Zugewinn von über elf Prozent.
Fachleute machen den plötzlichen Höhenflug vor allem am Zusammenspiel aus geldpolitischen Signalen, politischem Rückenwind und einer massiven Liquidierungswelle an den Terminmärkten fest. Dort hatten risikofreudige Anleger auf sinkende Bitcoin-Notierungen gesetzt und erlitten hohe Verluste.
US-Regierung beflügelt die Stimmung an den Kryptomärkten
Ein zentraler Impuls war die Ankündigung des US-Finanzministeriums, das laufende Anleiherückkaufprogramm auszuweiten. Das drückte die Renditen von Staatsanleihen und schickte den US-Dollar auf ein Dreimonatstief. In der Folge setzten Anleger verstärkt auf alternative Sachwerte.
Short-Spekulanten erleiden hohe Verluste
Der damit ausgelöste Kurssprung erwischte Marktteilnehmer, die auf eine Fortsetzung des Bärenmarktes – also fallende Preise – gesetzt hatten, auf dem falschen Fuß. Innerhalb von nur 24 Stunden wurden Krypto-Short-Positionen im Rekordwert von 2,74 Milliarden US-Dollar zwangsliquidiert, wovon allein 1,42 Milliarden US-Dollar auf Bitcoin entfielen.
Diese Dynamik beschleunigte den Aufwärtstrend deutlich und riss den übrigen Kryptomarkt mit. So legte die Nummer zwei, Ethereum, um 19 Prozent auf 2280 US-Dollar zu. Die Handelsplattform-Währung Hyperliquid sprang sogar um bis zu 24 Prozent auf 72 US-Dollar, nachdem Trump angekündigt hatte, gemeinsam mit der US-Aufsichtsbehörde für Derivatemärkte, der CFTC (Commodity Futures Trading Commission), eine legale Zulassung des Portals in den Vereinigten Staaten zu prüfen.