Mehr Handelsplätze, Live-Kursdaten, professionelles Charting und ein optimierter Bestpreis-Algorithmus: Trade Republic erweitert sein Angebot im Wertpapierhandel deutlich – und stellt die Neuerungen ohne zusätzliche Gebühren in Aussicht.
Der Berliner Neobroker kündigt ein spürbares Upgrade seines Wertpapierhandels an. Neben einer neuen Handelsinfrastruktur erweitert Trade Republic seine App und startet zusätzlich ein Web-Terminal für aktive Anleger. Im Fokus steht ein Versprechen, das angesichts steigender Kosten herausragt: Mehr Marktdaten, mehr Börsen und umfangreichere Analyse-Tools sollen „ohne zusätzliche Kosten“ bereitstehen.
Trade Republic startet neue Bestpreis-Ausführung
Kernstück ist ein Bestpreis-Algorithmus, wie der Broker in einer aktuellen Pressemitteilung erläutert. Er soll Kauf- und Verkaufsaufträge automatisch mit den jeweils besten verfügbaren Kursen abgleichen. Dafür analysiert Trade Republic nach eigenen Angaben handelbare Echtzeitpreise über relevante, liquide Börsen hinweg – unabhängig von der Ordergröße. Am Gebührenmodell ändert sich nichts: Pro Trade fällt weiterhin eine Pauschale von einem Euro an; hinzu kommen mögliche Fremdkosten und Spreads.
Neu ist außerdem ein aggregiertes Orderbuch. So sollen Anleger in Echtzeit erkennen, welche Geld- und Briefkurse über verschiedene Handelsplätze verfügbar sind. In der App lässt sich dieses globale Orderbuch den Orderbüchern einzelner Börsen gegenüberstellen. Das soll den Handel transparenter machen und die Bewertung, ob ein Kurs wirklich attraktiv ist, erleichtern.
Gezielter Handel an 30 Börsen
Wer nicht auf die automatische Bestpreis-Ausführung setzen möchte, erhält künftig eine Alternative: Mit sogenannten Direktpreis-Orders können Kunden einen konkreten Handelsplatz wählen. Laut Unternehmen stehen 30 internationale Börsen zur Verfügung, darunter Xetra, Euronext, NYSE und Nasdaq. Unterstützt werden Market-, Limit- und Stop-Orders.
Diese Direktpreis-Orders kosten pauschal zwei Euro pro Trade, unabhängig von der Ordergröße. Damit adressiert Trade Republic verstärkt Nutzerinnen und Nutzer, die nicht nur bequem investieren, sondern den Ausführungsplatz aktiv bestimmen möchten – etwa mit Blick auf Kurse, Liquidität oder Handelszeiten einzelner Börsen.
Neues Web-Terminal ohne Aufpreis
Parallel zur Infrastruktur führt Trade Republic ein eigenes Web-Terminal ein. Der Neobroker löst sich damit ein Stück vom App-only-Ansatz und bietet am Desktop zusätzliche Werkzeuge. Dazu zählen professionelles Charting, anpassbare Workspaces, Aktien- und Derivate-Screener, Portfolio-Analysen sowie Live-Marktdaten zentraler Börsen. Solche Funktionen waren bislang häufig klassischen Trading-Plattformen oder kostenpflichtigen Analyse-Diensten vorbehalten.
Mitgründer Christian Hecker sieht die neue Technik als großen Schritt für die Kundschaft. Er betont, man könne mit inzwischen über 10 Millionen Kunden den Zugang zu Tools und Marktplattformen ermöglichen, die zuvor institutionellen Investoren, Banken und Hedgefonds vorbehalten waren. Das sei für Trade Republic der Kern der „Demokratisierung des Investierens“.
Strategisch erfolgt die Erweiterung zu einem heiklen Zeitpunkt. Seit Monaten wird diskutiert, wie Neobroker nach dem Verbot von Payment for Order Flow ihr günstiges Preismodell sichern können. Beobachter verweisen darauf, dass Anbieter wie Trade Republic zunehmend eigene Handelsstrukturen aufbauen und sich so von früheren Erlösquellen unabhängiger machen. Ob die neue Technik am Ende tatsächlich bessere Kurse, mehr Transparenz und hilfreichere Tools liefert, muss sich jedoch erst zeigen.
Was sich für Trade Republic-Kunden ändert
Für bestehende Nutzerinnen und Nutzer zählt vor allem: Die erweiterten Analyse- und Marktdatenfunktionen sollen laut Unternehmen ohne Aufpreis bereitgestellt werden. Wer wie gewohnt eine Order erteilt, handelt automatisch über den Bestpreis-Mechanismus. Wer mehr Kontrolle möchte, kann stattdessen einen konkreten Handelsplatz wählen und zahlt dafür zwei Euro pro Order.
Wichtig: Trade Republic rollt neue Funktionen häufig schrittweise aus. Sollten Sie die Neuerungen noch nicht sehen, aktualisieren Sie zunächst die App. Im Play Store weist Trade Republic zudem darauf hin, dass neue Features mit der neuesten App-Version ausgeliefert werden.
Hier könnten Sie die neuen Funktionen/Angebote finden:
- Bestpreis-Ausführung: Läuft voraussichtlich automatisch im Hintergrund, sobald Sie eine Standard-Order bei Trade Republic platzieren. Ein eigener Menüpunkt ist dafür vermutlich nicht erforderlich.
- Direktpreis/Börsen-Auswahl: Sollte im Order-Workflow erscheinen – dort, wo Sie Stückzahl, Ordertyp und Preis festlegen. Achten Sie auf Begriffe wie Handelsplatz, Börse, Direktpreis, Ausführungsplatz oder Orderdetails.
- Orderbuch und Live-Daten: Wahrscheinlich auf der Detailseite eines Wertpapiers oder direkt im Order-Screen verfügbar. Mögliche Menüs: Marktdaten, Orderbuch, Live-Daten oder Börsenvergleich.
- Web Terminal: Nicht in der App, sondern über die Webversion im Browser erreichbar. Loggen Sie sich am Desktop über app.traderepublic.com ein. Aktuell erscheint dort noch der Hinweis „Neues Web-Terminal in Kürze verfügbar.“
Quellen: Trade Republic, eigene Recherche