Max Gross ist seit vielen Jahren an den Kapitalmärkten aktiv, darunter fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden deutschen Anlegermagazine. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert und praxisnah auf – stets mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen. Seine Schwerpunkte liegen auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Sein Ziel ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, umsetzbare Investmentideen und verlässliche Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dabei setzt er konsequent auf die Verbindung aus technischer und fundamentaler Analyse.
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© Paul Rioux bei Flickr.
TKMS startet mit kräftigen Gewinnen in die Woche – den größeren Mehrwert sehen Anlegerinnen und Anleger jedoch bei Huntington Ingalls Industries.
Kurz zusammengefasst:
TKMS zieht nach Mega-Auftrag deutlich an …
Angefeuert von Medienberichten, wonach TKMS einen Milliardenauftrag aus Kanada zum Bau von insgesamt 12 U-Booten erhalten soll, legt die Aktie zum Wochenauftakt zweistellig zu. Davon profitieren auch die übrigen deutschen Rüstungswerte wie Hensoldt, Renk und Rheinmetall, die ebenfalls positive Impulse verzeichnen.
Das noch nicht allzu lange eigenständig börsennotierte Unternehmen steht allerdings unter dem Druck, den prall gefüllten Auftragsbestand zügig in beschleunigtes Umsatz- und Gewinnwachstum zu überführen. Genau an dieser Hürde hat sich zuletzt auch Rheinmetall schwergetan – ein wesentlicher Treiber des Abwärtstrends der vergangenen Monate.
… doch hier winkt der größere Mehrwert
Ein Unternehmen, das seit vielen Jahren eine beständig starke Geschäftsentwicklung vorlebt, ist der Wettbewerber Huntington Ingalls Industries. Der US-Verteidigungskonzern zählt zu den traditionsreichsten Werftgruppen und betreibt unter anderem Newport News Shipbuilding, wo neben Tarn-Fregatten der Zumwalt-Klasse auch Flugzeugträger der neuesten Generation entstehen.
Über die Sparte “Mission Technologies” bietet das Unternehmen zudem unbemannte Waffensysteme, Dienstleistungen zur Aufbereitung von Atommüll sowie Verteidigungs-KI, Sicherheits- und Logistiklösungen an. Damit ist HII im Marinebereich vertikal integriert aufgestellt.
Attraktive Bewertung und 2 Prozent Dividende
Nach einer starken Performance im Vorjahr musste die Aktie – wie viele andere auch – in den vergangenen Wochen eine hartnäckige Korrektur verdauen. Dadurch ist die Bewertung wieder deutlich attraktiver geworden, insbesondere im Vergleich zu TKMS. Für 2026 liegt das KGVe von HII bei 16,8 – das entspricht dem langjährigen Durchschnittskorridor und bedeutet einen Abschlag von rund 20 Prozent gegenüber dem Branchenschnitt. TKMS wird dagegen mit einem KGVe von knapp 43 gehandelt.
Dieser Abstand ließe sich nur rechtfertigen, wenn das Kurs-Gewinn-Wachstumsverhältnis (PEG) von TKMS günstiger wäre – das ist jedoch nicht der Fall. Während TKMS ein PEG von 2,2 für dieses und 1,4 für das kommende Jahr aufweist, liegt HII bei 1,23 und damit fast 30 Prozent unter dem Branchendurchschnitt.
Bemerkenswert ist zudem die nahezu zweistellige Cashflow-Rendite von HII – trotz kapitalintensiven Geschäfts. Das unterstreicht operative Exzellenz und Skaleneffekte. Die starken Mittelzuflüsse ermöglichen eine Dividende von rund 2 Prozent (TKMS ~1,0 Prozent) sowie parallelen Schuldenabbau, was die finanzielle Position zusätzlich stärkt.
Nach der Korrektur mit guten Chancen auf eine Trendwende
Die Aktie befindet sich nach einer mehrmonatigen Korrektur in einer Bodenbildungsphase, die um 275 US-Dollar – flankiert von bullischen Divergenzen in technischen Indikatoren – eingesetzt hat. Erste Erholungsbewegungen sind bereits erfolgt.
Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Trendwende: Der RSI hat den überverkauften Bereich verlassen und sammelt Stärke, während der MACD seine Signallinie nach oben gekreuzt hat und damit auf einen an Momentum verlierenden Abwärtstrend hindeutet. Nach längeren Rücksetzern reicht das häufig für eine nachhaltigere Gegenbewegung.
Zwar signalisiert ein Death Cross in den gleitenden Durchschnitten noch Vorsicht, doch die bullischen Divergenzen könnten dieses Verkaufssignal neutralisieren. Prozyklische Kaufsignale entstünden mit dem Ausbruch über die 50-Tage-Linie sowie die Abwärtstrendlinie. Oberhalb der Widerstandszone zwischen 350 und 360 US-Dollar dürfte dann der Knoten platzen.
Fazit: Rundes, chancenreiches Gesamtpaket
TKMS steht zum Wochenauftakt im Rampenlicht und verbucht kräftige Kursgewinne – angesichts des kanadischen Milliardenauftrags nachvollziehbar. Für Anlegerinnen und Anleger wirkt das Gesamtpaket beim US-Wettbewerber Huntington Ingalls Industries jedoch deutlich attraktiver.
Obwohl die HII-Aktie formal noch im Abwärtstrend notiert, liegen bereits mehrere Hinweise auf eine Trendwende vor. Gleichzeitig ist die Bewertung im Vergleich zu TKMS klar günstiger und die Multiplikatoren liegen unter dem Branchenschnitt – Raum für eine Aufholbewegung ist vorhanden. Preisbewusste Investorinnen und Investoren greifen daher eher hier als bei TKMS zu.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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