Michael Burry weitet seine Einsätze gegen den Halbleitersektor aus. Der bekannte Investor sieht im KI-Boom erhebliche Risiken und spricht von einer möglichen Blasenbildung.
Der „Big-Short“-Investor Michael Burry zeigt sich offenbar skeptisch gegenüber den großen Versprechen der KI-Industrie. Laut „Yahoo Finance“ hat Burry zusätzliche Aktien des Speicherherstellers Micron leerverkauft und seine Short-Position in Nvidia bei 210,28 US-Dollar erhöht. Zudem hat er seine „umfangreiche“ Wette gegen den iShares Semiconductor ETF ausgebaut, die sowohl Leerverkäufe als auch Put-Optionen umfassen soll.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- US-Investor Michael Burry vergrößert seine Short-Positionen bei mehreren Technologiewerten.
- Beobachter sehen darin ein Zeichen nachlassenden Vertrauens in die KI-Story.
- Burry hatte bereits zuvor ausdrücklich vor einer KI-Blase gewarnt.
- Der KI-Sektor trägt zunehmend zum US-Wirtschaftswachstum bei.
Short-Positionen auf Nvidia, Micron und weitere Unternehmen
Zusätzlich baute er Short-Engagements in Caterpillar auf und hielt seine auf Kursrückgänge setzenden Positionen beim Autobauer Tesla sowie beim Softwareanbieter Palantir. Die Tesla-Position dürfte sich mit sinkendem Aktienkurs verkleinern.
Burrys jüngste Umschichtungen deuten darauf hin, dass er die Rallye im Halbleiterbereich für übertrieben hält. Er hatte sich zuletzt mehrfach kritisch zur KI-Industrie geäußert, den Markt als Blase bezeichnet und schon vor dem KI-Boom gewarnt. Mit Blick auf KI erwartet er zudem Belastungen für den Private-Equity-Sektor.
Nach seiner Einschätzung sind in jüngerer Zeit zu viele Private-Equity-Investments eng mit KI verknüpft.
Burry sieht im KI-Boom Risiken für die Wirtschaft
Hier verortet er ein größeres gesamtwirtschaftliches Risiko: Sollte die Finanzierung des massiven Rechenzentrums-Ausbaus versiegen, könnte eine „Ansteckungswelle“ die Konjunktur belasten. Der Ausbau trägt derzeit erheblich zum Wachstum in den USA bei.
Experten warnen vor einer KI-Blase am Aktienmarkt
Mit seiner Einschätzung steht Burry nicht allein da. Seit Monaten mahnen unterschiedliche Experten, der KI-Hype schüre überzogene Erwartungen.
KI-Aktien gerieten zuletzt stark unter Druck. Der britische „Guardian“ berichtete von wachsender Nervosität, unter anderem wegen einer ungewöhnlichen Kreislaufökonomie innerhalb des Sektors: KI-Firmen finanzieren einander oder erhalten Unterstützung von denselben Unternehmen, bei denen sie eigentlich Hardware einkaufen.
Deutsche Bank: KI-Bewertungen anders als zur Dotcom-Blase
Es gibt jedoch auch Gegenstimmen, etwa von der Deutschen Bank. In einer Analyse stellt die Bank Parallelen zu früheren Blasen her, betont aber einen entscheidenden Unterschied: Die aktuellen Bewertungen würden durch hohe Gewinne und „solide Cashflows“ gestützt. Insgesamt seien die Bilanzen robuster und das Blasenrisiko geringer als etwa zur Zeit der Dotcom-Ära.
Dennoch sieht die Bank gewisse Gefahren: Überinvestitionen, steigende Marktkonzentration und Schwierigkeiten bei der Monetarisierung könnten die „Nachhaltigkeit gefährden“, falls die Basis des Marktes erodiert.
Hohe Kosten als Bremse für den KI-Boom
Gemeint sein dürften damit auch offene Fragen zur Profitabilität vieler Unternehmen: Zahlreiche Firmen haben noch keinen klaren Weg, wie KI die Margen erhöhen soll. OpenAI, der Treiber des Hypes um ChatGPT im Jahr 2023, arbeitet weiterhin nicht profitabel – die Betriebs- und Infrastrukturkosten sind hoch.
Grundsätzlich gilt zudem: Ohne massive Rechenzentren lassen sich neue KI-Modelle nicht betreiben. Der Ausbau dieser Infrastruktur stößt insbesondere in Deutschland immer wieder auf Widerstand.