ARIVA.DE Redaktion  | 
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Die Anlageentscheidungen von Altmeister Warren Buffett werden intensiv verfolgt und häufig nachgeahmt – doch von dieser Aktie sollten Investorinnen und Investoren besser die Hände lassen!
Für dich zusammengefasst:
- Warren Buffett hält an Pool Corp eine Beteiligung von rund 1 Milliarde US-Dollar.
- Die Geschäfte von Pool Corp schrumpfen seit neun Quartalen.
- Die Bewertung von Pool Corp ist mit einem KGV von 26,7 ambitioniert.
Warren Buffett lag in seiner langen Karriere (fast) immer richtig …
Der Ruf von Warren Buffett als einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten ist unangefochten. Wer langfristig in die Aktien seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway investiert hat, wurde gemeinsam mit dem „Orakel aus Omaha“ wohlhabend – trotz aller Krisen der vergangenen Jahrzehnte.
Doch selbst mit seinem vorsichtigen, auf Fundamentaldaten basierenden Ansatz liegt Buffett nicht immer richtig. Derzeit fällt Pool Corp als problematische Position auf. Diese Beteiligung ist rund 1 Milliarde US-Dollar schwer und wurde in den letzten Quartalen mehrfach ausgebaut.
… doch bei Pool Corp. dürfte er sich vergriffen haben!
Wie der Name vermuten lässt, ist das Unternehmen Anbieter und Installateur von Swimmingpools samt Zubehör. Es bedient sowohl Privatkundschaft als auch Projektentwickler. Weltweit betreibt Pool Corp etwa 450 Standorte, die Mehrheit davon in den USA.
Die Investmentthese dürfte der Logik hinter den Engagements in die Hausbauer D.R. Horton und Lennar ähneln. Diese zusammen rund 1,1 Milliarden US-Dollar schweren Wetten setzen auf fallende Zinsen und eine Belebung des angeschlagenen US-Immobilienmarktes.
Anhaltende Schwäche im operativen Geschäft
Diese Trendwende lässt jedoch weiter auf sich warten. Entsprechend rücken die Fundamentaldaten stärker in den Fokus – und die geben aktuell wenig Anlass zur Freude.
Die Geschäftsentwicklung war neun Quartale in Folge rückläufig. Zuletzt gelang lediglich ein bescheidenes Umsatzplus von 0,8 Prozent. Auch die Gewinne trüben sich seit drei Jahren ein. In den vergangenen 12 Monaten erzielte Pool Corp bei Erlösen von knapp 5,3 Milliarden US-Dollar rund 411 Millionen US-Dollar Gewinn – 2022 waren es noch fast 750 Millionen US-Dollar.
Unattraktive Bewertung
Gerade weil Warren Buffett als klassischer Value-Investor gilt, überrascht die aktuelle Bewertung: Für ein Unternehmen mit rückläufiger Entwicklung ist sie hoch. Für das laufende Jahr wird Pool Corp mit dem 26,7-fachen der erwarteten Gewinne bepreist.
Das Kurs-Cashflow-Verhältnis liegt mit 24,2 nur wenig darunter – dabei gelten hohe Cashflow-Renditen eigentlich als eines von Buffetts Lieblingskriterien (unter anderem ein Grund für das von vielen Anlegerinnen und Anlegern missverstandene Investment in SiriusXM). Pool Corp kommt jedoch lediglich auf 4,2 Prozent. Auch weitere Kennzahlen überzeugen fundamental nicht; bei SeekingAlpha reicht es folglich nur für eine glatte 6.
Es droht ein Rutsch auf neue Mehrjahrestiefs
Auch der Chart liefert Gegenwind. Der Kurs notiert unter der 50- und der 200-Tage-Linie, die zudem ein sogenanntes Death Cross – also ein Verkaufssignal – ausgebildet haben.
Hinzu kommen schwache technische Indikatoren: Sowohl RSI als auch MACD deuten auf einen dynamischen Abwärtstrend hin, ohne dass dieser bereits in überverkauftes Terrain gelaufen wäre.
Damit besteht mittelfristig weiteres Abwärtspotenzial. Ein wichtiger, vorerst letzter Supportbereich liegt zwischen 285 und 290 US-Dollar. Fällt die Aktie dort nachhaltig durch, wären neue Mehrjahrestiefs und damit ein weiteres Verkaufssignal wahrscheinlich – die Performance dieser Position dürfte sich dann nochmals verschlechtern.
Fazit: Wer Buffett kopieren will, greift besser anderswo zu
Mit seinem Investment in Pool Corp dürfte Warren Buffett bislang wenig Freude gehabt haben. Die schwache operative Entwicklung, die anspruchsvolle Bewertung und der angeschlagene Chart sprechen dafür, dass die Position problematisch bleibt. Anlegerinnen und Anleger sind daher gut beraten, die Finger von der Pool-Corp-Aktie zu lassen.
Wer eine jüngere Buffett-Wette begleiten möchte, findet bessere Chancen bei SiriusXM mit einer außergewöhnlich hohen Cashflow-Rendite von 23,8 Prozent oder beim auf Werbetafeln spezialisierten US-REIT Lamar Advertising, der mit einer Dividendenrendite von 5,1 Prozent punktet.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion