Drei Banken locken derzeit mit vier Prozent auf Tagesgeld. Solche Höchstsätze sind aber meist nur vorübergehend verfügbar und an Auflagen gekoppelt.
Die Spitzensätze kommen nicht ohne Bedingungen: Bei Chase läuft der Bonuszins vier Monate und fällt danach auf aktuell zwei Prozent. Die Norisbank gewährt vier Prozent sogar sechs Monate, koppelt das Angebot jedoch an die Eröffnung eines Girokontos. Dieses ist nur bei einem monatlichen Geldeingang von mindestens 500 Euro kostenfrei, sonst werden 3,90 Euro pro Monat berechnet.
Auch bei Crédit Agricole gibt es die vier Prozent nur in Kombination mit einem Zusatzprodukt: Erforderlich ist ein kostenloses Girokonto. Außerdem gilt der Satz nur für Beträge bis 10.000 Euro und längstens bis Ende Januar 2027. Im Anschluss gilt derzeit ein variabler Zins von 2,20 Prozent.
Die besten Dauerzinsen fallen deutlich niedriger aus
Wer auf Aktionsangebote verzichtet, muss geringere Renditen akzeptieren. Die aktuell höchsten Zinsen für Bestandskunden bietet Ferratum, die Marke der maltesischen Multitude Bank, mit 2,6 Prozent.
Auf Rang zwei liegt Scalable Capital mit 2,5 Prozent. Das Guthaben wird dort jedoch nicht vollständig auf klassischen Bankkonten geführt; ein Teil kann in Geldmarktfonds fließen, die nicht von der gesetzlichen Einlagensicherung abgedeckt sind.
Unter den deutschen Anbietern stellt Cosmos Direkt mit 2,2 Prozent derzeit die attraktivsten dauerhaften Tagesgeldzinsen bereit.
Festgeldzinsen ziehen erneut an
Auch Festgeld-Sparer profitieren von steigenden Erträgen. Vor allem bei längeren Laufzeiten sind die Topangebote zuletzt gestiegen.
Bei zwei Jahren Laufzeit bietet die tschechische J&T Direktbank aktuell 3,2 Prozent. Eine Anlage von 10.000 Euro bringt damit über die gesamte Laufzeit etwa 640 Euro Zinsen.
Knapp dahinter folgen die SWK Bank und die Volkswagen Bank mit jeweils 3,1 Prozent. Beide Häuser sind der deutschen Einlagensicherung angeschlossen.
Bei einer Laufzeit von einem Jahr liegen die Bestangebote inzwischen bei 3,05 Prozent. Deutsche Institute wie Akbank, SWK Bank, Ascorey Bank und Volkswagen Bank bieten jeweils drei Prozent.
Für sechs Monate hat die Grenke Bank mit 2,8 Prozent derzeit das attraktivste Angebot. Damit stammt der Spitzenzins auch im Kurzfristbereich von einer deutschen Bank.
Deutsche Banken präsentieren sich wieder wettbewerbsfähig
Verivox-Finanzexperte Oliver Maier wertet das als positives Signal für sicherheitsorientierte Sparer: „Gute Nachrichten für Festgeldanleger, die auf deutschen Einlagenschutz Wert legen. In allen ausgewerteten Laufzeiten finden sich aktuell hiesige Banken im Spitzenfeld des gesamten Marktes.“
Die Zahlen belegen außerdem: Seit dem Frühjahr sind die Festgeldzinsen spürbar gestiegen. Lag das beste zweijährige Angebot im letzten Sommer noch bei etwa 2,8 Prozent, sind es inzwischen 3,2 Prozent. Beim einjährigen Festgeld erreichten die Topzinsen zuletzt den höchsten Wert seit mehr als zwölf Monaten.
Darauf sollten Sparer achten
Die reine Zinshöhe sollte nicht das einzige Kriterium sein. Zahlreiche Top-Deals laufen nur kurze Zeit und sinken anschließend deutlich. Außerdem knüpfen einige Banken die Konditionen an Zusatzprodukte wie Girokonten oder Wertpapierdepots.
Wichtig ist zudem der Einlagenschutz. In der EU sind Einlagen bis 100.000 Euro gesetzlich abgesichert, dennoch setzen viele Kunden bevorzugt auf deutsche Institute oder Länder mit hoher Bonität.
Für sicherheitsorientierte Anleger bieten sich aktuell sowohl beim Tages- als auch beim Festgeld wieder attraktive Optionen.