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IBM erleichtert erstmals die Verifizierung von Quantenrechnungen und investiert Milliarden in die Technologie. Gleichzeitig dämpfen schwache Mainframe-Erlöse und eine gekappte Prognose die Euphorie.
Kurz zusammengefasst:
Quantenrechner zielen darauf ab, Aufgaben zu bewältigen, an denen klassische Systeme scheitern. Doch wie lässt sich sicherstellen, dass ihre Resultate tatsächlich stimmen?
International Business Machines (IBM) und mehrere Partner haben dafür neue Ansätze vorgestellt. Beteiligt waren die University of Chicago, das Forschungsinstitut Riken sowie die Softwareunternehmen Qedma, BlueQubit und Algorithmiq.
Bisher ließen sich besonders komplexe Quantenrechnungen nicht direkt verifizieren. Stattdessen wurden aus kleineren Testläufen Rückschlüsse gezogen, ob das großskalige Ergebnis verlässlich ist.
“Wir behaupten nicht, einen Quantenvorteil erreicht zu haben”, sagte Forschungsleiter Jay Gambetta gegenüber Barron’s. Der passendere Begriff sei eine “vertrauenswürdige Berechnung”.
Aussagen über einen erreichten Quantenvorteil sind umstritten. D-Wave Quantum und Googles Mutter Alphabet meldeten zwar Erfolge, doch Forscher – auch bei IBM – stellten die Vergleichbarkeit mit klassischen Algorithmen infrage.
Die neuen Verfahren markieren für IBM einen wichtigen Meilenstein im Fahrplan. “Wir befinden uns in einer neuen Ära”, sagte Gambetta. Sobald Quantenresultate belastbar prüfbar sind, beginnt die Suche nach wirtschaftlich verwertbaren Anwendungen.
Über seine Cloud betreibt IBM bereits die weltweit größte Flotte an Quantencomputern. Die wichtigsten Nutzer kommen aus Wissenschaft und Verwaltung. Für den Konzernumsatz ist das Geschäft bislang jedoch kein bedeutender Treiber.
Als nächster großer Schritt gilt der fehlertolerante Quanten-Supercomputer “Starling”, der 2029 auf den Markt kommen soll. Danach soll mit “Blue Jay” ein noch leistungsfähigeres System folgen. In den kommenden 5 Jahren will IBM mehr als 10 Milliarden US-Dollar in Quantenforschung und Fertigung investieren.
Rückendeckung kommt von der US-Regierung. IBM und das Handelsministerium planen, jeweils rund eine Milliarde US-Dollar in die geplante Quantenchipfabrik “Anderson” zu investieren.
Quanten-Fortschritte stoßen auf schwache Kennzahlen
Der Konzern hat kürzlich seine Prognose für das Umsatzwachstum 2026 gesenkt. Konzernchef Arvind Krishna erklärte, viele Kunden hätten Budgets zuletzt in KI-Rechenzentren umgeschichtet. Dadurch seien Investitionen in Software und Großrechner vertagt worden. “Ein Großteil der Nachfrage ist nur aufgeschoben, nicht verloren”, sagte Krishna.
Finanzchef James Kavanaugh sagte Reuters, die Schwäche bei Großrechnern und der zugehörigen Software habe das Wachstum um mehr als 5 Prozentpunkte gebremst. Erwartet worden sei lediglich ein Effekt von 1 bis 2 Prozentpunkten.
Quanten bleibt ein strategisch wichtiges Zukunftsfeld. Kurzfristig muss IBM jedoch das schwächelnde Mainframe-Geschäft stabilisieren und stärker vom KI-Boom profitieren.
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