Intensive Woche für Rüstungsunternehmen
Für Anlegerinnen und Anleger in US-Rüstungsaktien lagen ereignisreiche Tage hinter ihnen. Mit den Berichten von RTX, Northrop Grumman, Lockheed Martin sowie General Dynamics und L3Harris stand eine ganze Reihe an Quartalszahlen an. Diese sorgten bei Titeln wie RTX und Lockheed Martin (Lockheed Martin Aktie) für neue Rekordstände.
Bei der Flut an Zahlen haben es Werte aus der zweiten Reihe oft schwer, selbst mit ordentlichen Ergebnissen Gehör zu finden. Dazu zählt etwa der Spezialfahrzeugbauer Oshkosh, der am Donnerstagabend seinen Bericht vorlegte – und damit durchaus zu überzeugen wusste.
Nach Übergangsquartal: Umsatz leicht höher, Gewinn rückläufig
Das Unternehmen, das neben dem JLTV als Humvee-Nachfolger auch Flughafenlöschfahrzeuge und Lieferwagen für den US-Postdienst US Postal produziert, steigerte im abgelaufenen Quartal den Umsatz um 2,7 Prozent auf 2,69 Milliarden US-Dollar. Damit lag man 90 Millionen US-Dollar über den Erwartungen.
Beim bereinigten Gewinn je Aktie verfehlte Oshkosh die Prognosen knapp mit 2,26 statt 2,31 US-Dollar. Die von Analystinnen und Analysten erwartete Margenschwäche aufgrund höherer Kosten und eines ungünstigeren Produktmixes fiel etwas deutlicher aus: Die operative Marge sank gegenüber dem Vorjahr von 9,4 auf 8,4 Prozent.
Folglich ging der operative Gewinn von 245,4 Millionen US-Dollar auf 225,9 Millionen US-Dollar zurück. Der Nettogewinn verringerte sich ebenfalls, von 153,1 Millionen US-Dollar im Vorjahr auf 133,8 Millionen US-Dollar.
Verhaltener Gewinnausblick, doch Cashflow-Prognose überzeugt
Für das kommende Geschäftsjahr setzte das Management den bereinigten Gewinn je Aktie mit 11,50 US-Dollar bewusst niedrig an (Konsens der Analystinnen und Analysten: 12,33 US-Dollar), da 2026 als Übergangsjahr hin zu margenstärkeren Geschäften und Produkten gelten soll.
Eine Umsatzerwartung von 11,0 Milliarden US-Dollar sowie eine dank begrenzter Investitionsausgaben robuste Cashflow-Prognose von 550 bis 650 Millionen US-Dollar stimmten Investorinnen und Investoren letztlich versöhnlich.
Nach Rekordhochs: Aktie legt kurze Verschnaufpause ein
Am Freitag honorierte der Markt die Zahlen mit einem Plus von 2 Prozent, womit die Aktie an die starke Entwicklung der vergangenen 12 Monate anknüpfte. Auf Sicht eines Jahres ergibt sich ein Zuwachs von rund 55 Prozent. Bemerkenswert: Trotz des anhaltenden Aufwärtstrends liegt die Short-Quote weiterhin bei über 7 Prozent.
Nach dem Ausbruch auf neue Allzeithochs kam es zuletzt zu einer lokalen Top-Bildung. Dabei wurden die zwischenzeitlich überhitzten Indikatoren RSI und MACD abgekühlt. Da neue Höchststände als technische Kaufsignale gelten, dürfte der aktuelle Rücksetzer spätestens im Bereich von 130 bis 135 US-Dollar – wo sowohl die Aufwärtstrendlinie als auch die 50-Tage-Linie verlaufen – kaufseitig auf Interesse stoßen.
Fazit: Dividende erhöht, Bewertung attraktiv – kaufen!
Dank solider Bilanz und stabiler Cashflows hat das Management zudem eine kräftige Dividendenerhöhung beschlossen. Künftig werden je Quartal 0,57 statt 0,51 US-Dollar ausgeschüttet. Das entspricht einem Plus von 11,8 Prozent und ergibt bei einem Kurs von rund 148 US-Dollar eine Dividendenrendite von 1,55 Prozent. Damit setzt Oshkosh seine Serie überdurchschnittlicher Erhöhungen fort: In den vergangenen 10 Jahren lag die jährliche Steigerungsrate im Schnitt bei 11,3 Prozent – besonders vorteilhaft für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger.
Auch die Bewertung bleibt ein Argument für die Aktie. Auf Basis der Managementprognose kommt Oshkosh 2026 auf ein KGVe von 12,9 – deutlich unter dem Branchenschnitt von 21,5 und unter dem 5-Jahres-Mittel von 14,5. Viele weitere Kennzahlen liegen ebenfalls unter den Durchschnittswerten, was auf eine strukturelle Unterbewertung hindeutet.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross