Nicolas Ebert liefert prägnante News mit sicherem Gespür für marktrelevante Themen. Nach mehr als sechs Jahren bei wallstreetONLINE und ariva.de ist der Berliner in der Finanzwelt zu Hause. Sein Spektrum reicht von Value-Titeln und Asien-Märkten über US-Big-Tech bis hin zu aktuellen Top-Performern an den globalen Börsen – mit dem Ziel, Anlegern verlässliche Orientierung zu geben.
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Die KI-Hausse katapultiert den S&P 500 auf Rekordstände. Gleichzeitig dominieren Tech- und Chipwerte den Index so stark wie nie zuvor. Barclays rät Anlegern, sich abzusichern.
Kurz zusammengefasst:
Die Rallye bei US-Technologiewerten macht den Gesamtmarkt zunehmend abhängig von wenigen Schwergewichten. Laut Reuters vereint der Tech-Sektor im S&P 500 inzwischen über 39 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung – mehr als zur Zeit der Dotcom-Blase im Jahr 2000.
Treiber ist vor allem der Boom rund um künstliche Intelligenz. Seit dem Tief im März hat der Technologiesektor rund 50 Prozent zugelegt und den Leitindex klar hinter sich gelassen. Besonders stark entwickelten sich Halbleiteraktien wie Micron, Intel und Advanced Micro Devices (AMD).
Ein Unterschied zur Dotcom-Ära ist jedoch die Ertragslage. Nach Angaben der Bespoke Investment Group erwirtschaftet der Tech-Sektor heute mehr als ein Viertel der Nettogewinne im S&P 500. Der aktuelle Anstieg ist damit stärker durch reale Gewinne unterfüttert als im Jahr 2000.
Die Nervosität nimmt zu
Erst etwa 60 Prozent der Indexmitglieder notieren über ihrer 200-Tage-Linie. Die UBS empfiehlt, Portfolios nicht zu einseitig auf die Gewinner der vergangenen Jahre auszurichten.
Auch Barclays rät zur Absicherung. Die Investmentbank sieht für die kommenden zwei Monate ein ungünstiges Setup für den S&P 500; Index-Puts seien derzeit attraktiv. Die Einschätzung basiert primär auf technischen Signalen und nicht auf einer grundlegenden Eintrübung der Ertragskraft.
Besonders im Blick stehen Halbleiterwerte. Barclays zufolge machen sie inzwischen 19 Prozent des S&P 500 aus. Zusammen mit Technologie-Hardware kommt die Gruppe auf über 30 Prozent. Ein Ausverkauf in diesem Segment könnte daher schnell auf weitere Marktbereiche übergreifen und die Volatilität erhöhen.
Am Donnerstag geriet der Chip-Sektor unter Druck, nach einem kräftigen Rückschlag bei Broadcom infolge verhaltener Zahlen und eines enttäuschenden Ausblicks. Das verdeutlicht, wie sensibel der Markt inzwischen auf Rückschläge bei einzelnen Technologieführern reagiert.
Die KI-Euphorie bleibt damit der zentrale Treiber der Wall Street. Je stärker jedoch wenige Tech-Schwergewichte den Gesamtmarkt dominieren, desto größer wird das Risiko für Rücksetzer, falls die Gewinnerwartungen nicht mehr Schritt halten.
Autor: sbh-Redaktion/neb
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