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Heineken liefert im dritten Quartal überzeugende Zahlen und liegt laut UBS vor Anheuser-Busch InBev und Carlsberg. Die Marktanteile wachsen, der Ausblick bleibt jedoch verhalten.
Kurz für dich zusammengefasst:
Im dritten Quartal übertraf Heineken die Erwartungen leicht, zeigt sich beim Ausblick aber zurückhaltend. Der niederländische Brauer meldete organisch ein Absatzminus von 3,8 Prozent und einen Umsatzrückgang von 0,3 Prozent. Damit wurden die Konsensschätzungen von minus 4 Prozent beim Volumen und minus 0,8 Prozent beim Umsatz knapp übertroffen.
Nach Einschätzung der UBS profitierte Heineken von etwas höheren Mengen in allen Regionen außer Asien-Pazifik sowie von einem leicht besseren Preis-Mix, der insbesondere von dieser Region getragen wurde.
Trotz solider Daten legt das Management die Jahresziele auf das untere Ende der Spanne von 4 bis 8 Prozent organischem EBIT-Wachstum fest. Das entspricht den aktuellen Markterwartungen von rund 3,9 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet Heineken nun mit einem leichten Rückgang der Absatzmengen, da die Nachfrage kurzfristig gedämpft bleibt.
Markante regionale Unterschiede
In Brasilien brachen die Auslieferungen im mittleren zweistelligen Prozentbereich ein. Dennoch gewann Heineken laut UBS – bestätigt durch Nielsen-Daten – Marktanteile. In Indien drückte der heftige Monsun die Verkäufe, während Europa ein Minus von 4 Prozent verzeichnete. Nach zähen Einigungen mit dem Einzelhandel erwartet das Management dort bald eine Normalisierung.
In Asien-Pazifik sank der Absatz um 0,8 Prozent, Vietnam legte hingegen stärker als der Markt zu. In Afrika und im Nahen Osten erhöhte sich das Volumen um 1,3 Prozent, getragen von Zuwächsen in Äthiopien, Ruanda und Südafrika. In Amerika gingen die Mengen um 7,3 Prozent zurück. Besonders Brasilien litt unter Lageraufbau vor Preiserhöhungen im Sommer, und auch Mexiko verzeichnete ein Minus im niedrigen einstelligen Bereich.
An der Zielspanne für 2025 hält Heineken fest: ein organisches EBIT-Wachstum von 4 bis 8 Prozent. Insgesamt sollen 500 Millionen Euro an Kosten eingespart und teilweise in Marketingmaßnahmen reinvestiert werden.
Belastend wirken laut der Schweizer Großbank weiterhin US-Zölle und ungünstige Wechselkurse. Diese könnten das operative Ergebnis um rund 290 Millionen Euro und den Nettogewinn um etwa 150 Millionen Euro schmälern.
Im Branchenvergleich stufen die UBS-Analysten Heineken als widerstandsfähiger ein als die Wettbewerber. Während AB InBev in Brasilien und Südafrika unter Druck steht, konnte Heineken dort Anteile ausbauen und meldet auch in Mexiko Zugewinne. Carlsberg kämpft derweil mit Rückgängen in Indien und Polen. In Vietnam profitiert Heineken von starkem Wachstum und gewinnt weiter Marktanteile.
Mit etwas besseren Quartalszahlen und stabilen Anteilen zeigt sich Heineken robuster als viele Rivalen. Dennoch bleibt der Konzern vorsichtig und stellt sich bis ins kommende Jahr auf ein schwieriges Konsumumfeld ein.
Analysten trauen dem niederländischen Brauer trotz des herausfordernden Umfelds weiterhin Kursgewinne zu. Laut MarketScreener ist die Stimmung zur Heineken-Aktie positiv: 21 Analysten beobachten den Titel, der durchschnittliche Konsens lautet auf „Kaufen“. Das mittlere Kursziel liegt bei etwa 86,30 Euro und signalisiert rund 23 Prozent Aufwärtspotenzial gegenüber dem Schlusskurs vom Dienstag.
Autor: sbh-Redaktion/neb
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