Max Gross bringt viele Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten mit, darunter fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden deutschen Anlegermagazine. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und konsequent an Anlageentscheidungen ausgerichtet auf. Sein Fokus liegt auf US-Aktien, Dividendenpapieren und Value-Titeln. Sein Ziel ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und tragfähige Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür kombiniert er technische und fundamentale Analyse.
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© Maxim Hopman auf Unsplash.
Monatelang ging es für südkoreanische Standardwerte fast nur aufwärts – jetzt kippt die steile Rally und mündet in massiven Abgabedruck.
Kurz und knapp:
Südkoreas Aktienmarkt stürzt erneut ab
Nicht nur im vergangenen, sondern auch in diesem Jahr zählte der südkoreanische Aktienmarkt zu den weltweit stärksten. Vor allem die hohe Indexgewichtung der Speicherchip-Schwergewichte Samsung und SK Hynix trieb den Leitindex Kospi scheinbar unaufhaltsam nach oben. Gehebelte Spekulationen und kreditfinanzierte Käufe befeuerten den Rekordlauf zusätzlich.
Inzwischen nimmt die Nervosität der Anlegerinnen und Anleger jedoch deutlich zu. In den vergangenen zwei Wochen kam es mehrfach zu Handelsunterbrechungen wegen starker Kursverluste – etwa auch unmittelbar nach den sehr robusten Quartalszahlen von Samsung in der Vorwoche.
Während sich internationale Investoren zuletzt in Rekordtempo aus Südkoreas Aktienmarkt zurückzogen, griffen vor allem Privatanlegerinnen und -anleger zu. Das konnte die Kapitalabflüsse jedoch nicht stoppen: Zum Wochenauftakt kam es erneut zu kurssturzartigen Verlusten.
Samsung und SK Hynix treiben den Ausverkauf
Im Fokus standen erneut Samsung und SK Hynix. Die Aktie des führenden Herstellers von HBM-Speichern fiel um 15,4 Prozent und schloss auf Tagestief – ein Hinweis darauf, dass der Verkaufsdruck anhalten könnte. Auch bei Samsung sah es kaum besser aus: Die Anteile verloren 10,7 Prozent. Insgesamt gab der Kospi dadurch um 9 Prozent nach.
Gegenüber den Rekordständen von vor rund einem Monat hat der südkoreanische Leitindex inzwischen 27,5 Prozent eingebüßt. Das entspricht einem mustergültigen Crash und markiert aus technischer Sicht den Eintritt in einen neuen Bärenmarkt. Weitere Verluste sind möglich.
Auch andere Halbleiterwerte unter Druck
Ein schwacher Start in Asien war angesichts der erneut eskalierenden Spannungen im Nahen Osten und widersprüchlicher Berichte zum Status der Straße von Hormus absehbar, da Volkswirtschaften wie Südkorea und Japan in hohem Maße von Energieimporten aus der Golfregion abhängen. Unerwartet ist jedoch, dass ausgerechnet die Speicherchip-Hersteller den Abverkauf anführen – zumal Nasdaq SK Hynix am Freitag noch ein fulminantes Zweitlisting mit einem Plus von 12,8 Prozent beschert hatte.
Zum Handelsauftakt in Europa zeigen die nächtlichen Verluste in Asien Wirkung. Während der Preis für ein Barrel Brent um knapp 4 Prozent anzieht, geraten auch die europäischen Leitindizes unter Druck und starten mit roten Vorzeichen in die Woche.
Zu den größten Verlierern zählen auch hier Chipwerte. Im DAX gibt Infineon über zwei Prozent nach, US-Werte wie Micron verlieren sogar bis zu 6 Prozent. Damit zeichnet sich ein Ende der monatelangen, kaum zu bremsenden Halbleiter-Hausse immer deutlicher ab. Der Druck auf ASML und Taiwan Semiconductor, die am Mittwoch und Donnerstag ihre Quartalszahlen vorlegen werden, steigt entsprechend, den hohen Erwartungen gerecht zu werden.
Fazit: Sehr hohe Volatilität wahrscheinlich
Über Monate bestimmten Halbleiterwerte das Geschehen – sowohl in den USA als auch in Südkorea, wo die Kurse lange nur eine Richtung kannten. Jetzt entlädt sich der zuvor enorme Kaufdruck in ebenso massiven Verkäufen, mit sturzartigen Verlusten bei Anlegerlieblingen wie Samsung und SK Hynix.
Das belastet die gesamte Halbleiterbranche. Auch Micron gerät am Montagmorgen unter Druck. Damit trifft der Start der US-Quartalssaison auf ein hochnervöses Marktumfeld und erneut aufkeimende geopolitische Spannungen. Anlegerinnen und Anleger sollten nicht nur weitere Verluste, sondern vor allem ein äußerst volatiles Handelsumfeld einkalkulieren.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
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