Max Gross bringt viele Jahre Börsenerfahrung mit, darunter fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden deutschen Anlegermagazine. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und stets mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Fokus liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Sein Ziel ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
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Der deutsche Software-Champion und DAX-Schwergewicht SAP hat am Donnerstagabend solide Zahlen präsentiert. Analysten sehen Unternehmen und Aktie wieder auf einem guten Kurs.
Kurz für dich zusammengefasst:
SAP: Nach den Zahlen überwiegt die Erleichterung
Nach einem wochen- bis monatelangen Abwärtstrend wurden die Quartalszahlen von SAP am Donnerstagabend mit großer Spannung erwartet. Die Verunsicherung unter Anlegerinnen und Anlegern war beträchtlich, nachdem die Aktie zuvor ein neues Mehrjahrestief markiert und damit ein weiteres Verkaufssignal ausgelöst hatte.
Am Freitag machte sich dann spürbare Erleichterung breit, denn vor allem über den Erwartungen liegende Gewinne und ein zufriedenstellendes Wachstum im Cloud-Geschäft überzeugten. Zusätzlich stärkte der bestätigte Jahresausblick das Vertrauen, während der Anstieg der noch nicht erfüllten Vertragsverpflichtungen (cRPO) die Sorge vor einer nachhaltigen Wachstumsschwäche dämpfte.
Dementsprechend legte die SAP-Aktie vor dem Wochenende deutlich zu und gewann rund 7 Prozent. Zwar summiert sich seit Jahresbeginn weiterhin ein Verlust von knapp 35 Prozent, doch die Perspektive auf eine Erholung hat sich – auch nach Ansicht der Analystinnen und Analysten – klar verbessert. Der Überblick.
Analysten loben insbesondere den Cloud-Backlog
Nur wenig beeindruckt von den Zahlen zeigte sich am Freitag Analyst Toby Ogg von der US-Großbank JP Morgan. Er bestätigte seine Einstufung “Neutral” und hielt am Kursziel von 175 Euro fest. Positiv vermerkte er den Cloud-Auftragsbestand, der die Erwartungen um 26 Prozent übertraf, kritisierte jedoch die schwächere operative Entwicklung und den Rückgang der Marge. Sein Kursziel liegt im unteren Bereich der Spanne; laut TipRanks, einem Vergleichsportal für Wall-Street-Analystinnen und -Analysten, gilt Ogg als überdurchschnittlich verlässlicher Experte.
Deutlich optimistischer äußerte sich Johannes Schaller von der Deutschen Bank. Er erneuerte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 200 Euro. Schaller sprach von einem starken zweiten Quartal und vertritt die These, dass sich Cloud-Erlöse und währungsbereinigtes Konzernwachstum ab 2027 beschleunigen dürften. Auch er gilt als überdurchschnittlich erfolgreich.
Beim US-Research-Haus Jefferies traut man SAP (SAP Aktie) sogar noch etwas mehr zu. Experte Charles Brennan, der bei TipRanks noch besser abschneidet als die beiden zuvor genannten Kollegen, nennt einen fairen Wert von 210 Euro. Auch für ihn war der Auftragsbestand bei Cloud-Abonnements die größte positive Überraschung. Angesichts der “niedrigen Bewertung” erwartet er kurzfristig Rückenwind für die Aktie.
Bernstein und der CEO bleiben besonders zuversichtlich
Trotz einer leichten Zielsenkung von 276 auf 273 Euro zählt das Analystenhaus Bernstein weiterhin zu den klaren Befürwortern der Aktie. Experte Richard Ngyuen, ebenfalls als überdurchschnittlich erfolgreich eingestuft, bekräftigte “Übergewichten”. Er hob ein “gesundes” Wachstum hervor, auch wenn es bei den Margen “etwas Rauschen” gegeben habe. Den Cloud-Backlog sieht er als Wachstumstreiber, der Befürchtungen einer dauerhaft nachteiligen Margenentwicklung relativiere. Zudem bescheinigte er dem Management, “dazugelernt” zu haben.
Ein zusätzlicher Vertrauensbeweis kam – wenn man so will – auch aus dem Management selbst: Laut einer Meldung an die BaFin griff CEO Christian Klein am Freitag bei der Aktie zu und kaufte in die Erholung hinein. Er investierte dafür insgesamt 325.218,90 Euro.
Wichtiger Kurssprung, aber noch kein Befreiungsschlag
Getrieben von den soliden Zahlen, positiven Analystenkommentaren und dem Insiderkauf des Vorstandschefs verteuerte sich die SAP-Aktie vor dem Wochenende um etwa 7 Prozent.
Damit entfernte sie sich klar von den bisherigen Jahrestiefs. Gleichwohl bleibt die Gefahr weiterer Rückschläge erhöht, da weiterhin keine prozyklischen Kaufsignale wie ein Sprung über die 50-Tage-Linie vorliegen.
Mut machen hingegen bullishe Divergenzen bei den technischen Indikatoren RSI und MACD. Solange deren Aufwärtstrends gegen den Kursverlauf anhalten und die Aktie keine neuen Verkaufssignale setzt, besteht die Chance auf eine Trendwende.
Fazit: Die Signale für eine nachhaltige Erholung nehmen zu
Bewertungstechnisch weist SAP für 2026 ein KGVe von 18,3 auf, das im folgenden Geschäftsjahr auf 15,8 sinken soll. Das wäre im historischen wie im Branchenvergleich sehr günstig – insbesondere gegenüber Erzrivale Oracle stehen die Walldorfer gut da, zumal das Unternehmen solide mit Kapital umgeht und die Bilanz statt hoher Schulden ein Nettovermögen ausweist. Damit liefert auch die fundamentale Seite Argumente für höhere Kurse.
Nach den jüngsten Aktualisierungen der Studien kommt die SAP-Aktie nun bei insgesamt 26 Analysen auf 19 Kaufempfehlungen sowie 3 Bewertungen mit “Übergewichten”. Vier Stimmen raten zum Halten, während SAP kein einziges Mal zum Reduzieren oder Verkaufen empfohlen wird. Im Mittel ergibt sich ein fairer Wert von 200,94 Euro – das impliziert ein Kurspotenzial von nahezu 57 Prozent.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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