Max Gross bringt viele Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten mit, darunter fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden deutschen Anlegermagazinen. Für ARIVA.DE analysiert er Markt- und Unternehmensentwicklungen faktenbasiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen. Seine Schwerpunkte sind US-Aktien, Dividendentitel und Value-Werte. Sein Ziel: Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Verbindung aus technischer und fundamentaler Analyse.
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Zum Wochenausklang zeigt sich SAP erneut mit Kursgewinnen. Die Papiere steuern damit auf eine erfolgreiche Woche zu. Zusätzliche Aufwärtsbewegungen sind denkbar.
Kurz zusammengefasst:
Software-Werte: Die Wende nimmt Fahrt auf
Am Aktienmarkt mehren sich die Signale, dass die Korrektur bei Software- und Cloudtiteln beendet sein könnte oder das Gröbste überstanden ist. Nachdem Nvidia-Chef Jensen Huang zum Wochenstart von sehr positiven Zukunftsperspektiven für die Branche sprach, erholten sich Werte wie Microsoft, SAP und ServiceNow deutlich.
Zur Wochenmitte gab es zwar nochmals einen Dämpfer – auch für die Aktie von SAP (SAP Aktie) –, nachdem die Erholung bei einigen Titeln zwischenzeitlich zu weit gelaufen schien. Am Freitag präsentieren sich die Walldorfer Anteile jedoch wieder fester. Damit deutet sich nicht nur eine der stärksten Börsenwochen seit Langem an, auch weitere Kurschancen sind möglich, wie ein Blick auf den Chart zeigt:
Erfolgreiche Bodenbildung sorgt für erste Erholungsgewinne
Trotz der jüngsten Aufschläge bleibt die grundsätzliche Lage unverändert: Die SAP-Aktie bewegt sich weiterhin im Abwärtstrend. Weder die fallende Trendlinie noch die 200-Tage-Linie wurden bislang überwunden oder ernsthaft attackiert.
Dennoch sind spürbare Fortschritte zu erkennen. Zwischen 135 und 150 Euro hat sich ein tragfähiger Boden ausgebildet, eingeleitet und begleitet von bullischen Divergenzen in den Indikatoren RSI und MACD. Das sind frühe Hinweise auf eine potenzielle Trendwende.
Mit dem Sprung über die 50-Tage-Linie hat das Papier zudem ein erstes prozyklisches Kaufsignal geliefert. Das verleiht dem technischen Momentum frischen Schwung und macht die Zone um 150 Euro als Unterstützung noch belastbarer, was bei Rücksetzern neues Kaufinteresse anziehen dürfte.
Aktie stößt auf Widerstand, bringt aber viel Rückenwind mit
In den vergangenen Tagen drang die SAP-Aktie in den Widerstandsbereich zwischen 165 und 175 Euro vor, wo es am Dienstag und Mittwoch zu einem deutlichen Rücklauf kam. Diese Hürde zu überwinden, könnte sich für die Bullen als anspruchsvoll erweisen, zumal knapp darüber auch die flachere der beiden aktuellen Abwärtstrendlinien verläuft.
Insgesamt ist die Ausgangslage jedoch gut, diese Zone in den kommenden Tagen und Wochen anzugehen. Die technischen Indikatoren zeigen sich in starker Verfassung. Zwar war der RSI kurzfristig überkauft, doch diese Überhitzung wurde bereits wieder abgebaut.
Der Trendstärkeindikator MACD hat in der Zwischenzeit ins Positive gedreht und signalisiert damit einen ersten, kurzfristigen Aufwärtstrend. Hervorzuheben ist zudem, dass die 50-Tage-Linie nicht nur zurückerobert wurde, sondern erstmals seit über einem Jahr wieder nach oben zeigt. Solange die Unterstützung bei 150 Euro hält, überwiegen die Chancen aus unserer Sicht die Abwärtsrisiken.
Fazit: Chance für geduldige Anleger
Bewertungstechnisch wird SAP für 2026 mit einem KGVe von 23 gehandelt, das bei anhaltendem Gewinnwachstum im kommenden Jahr auf 19,6 sinken dürfte. Dieses Niveau liegt deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre und ist beispielsweise auch im Vergleich zu Oracle vorteilhaft. Zwar wächst der Wettbewerber schneller, hat sich dafür jedoch hoch verschuldet, während die Walldorfer finanziell umsichtig agieren.
Für geduldige Anlegerinnen und Anleger mit mittel- bis langfristiger Perspektive bietet die SAP-Aktie nach der Stabilisierung des Kursverlaufs und den ersten Kaufsignalen im Chart ein attraktives Einstiegsniveau. Kurzfristig könnte es angesichts des nahen Widerstandsbereichs zwar zu einem zähen Ringen kommen, insgesamt sind die Weichen für eine positive Kursentwicklung jedoch gestellt.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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