Die spanische Großbank Santander plant, ihre Präsenz in den Vereinigten Staaten durch einen spektakulären Zukauf zügig auszubauen. Vorgesehen ist der Erwerb der amerikanischen Regionalbank Webster Financial zu einem Kaufpreis von 12,2 Milliarden US-Dollar (entspricht rund 10,3 Milliarden Euro). Kommt die Transaktion wie geplant zustande, wäre dies eine der größten Übernahmen, die jemals eine europäische Bank in den USA getätigt hat.
Großer Sprung in einen der bedeutendsten Bankenmärkte
Santander zählt bereits zu den Schwergewichten der europäischen Bankenlandschaft und ist seit vielen Jahren im US-Markt aktiv. Durch den Kauf von Webster würde der Konzern seine Position deutlich stärken. Nach der Bilanzsumme bemessen, rücke Santander in die Gruppe der zehn größten Geschäftsbanken der Vereinigten Staaten vor.
Verwaltungsratschefin Ana Botín bezeichnete den geplanten Zukauf als strategisch richtungsweisend und erklärte wörtlich:
„Die Übernahme ist von zentraler Bedeutung für den Ausbau unseres Geschäfts in den USA.“
Webster steuert ausgeprägte regionale Verankerung bei
Die Zielbank Webster Financial ist insbesondere im Nordosten der Vereinigten Staaten stark vertreten. Schwerpunkte sind New York, Massachusetts und Connecticut. In diesen Bundesstaaten betreibt der Konzern knapp 200 Filialen und verfügt über eine belastbare Kundenbasis im Privat- und Firmenkundensegment.
Mit dem Erwerb erhielte Santander nicht nur zusätzliche Marktanteile, sondern auch direkten Zugang zu einer wirtschaftlich dynamischen Region.
Seit Jahren in den USA präsent
Santander ist seit dem Kauf der Sovereign Bank im Jahr 2005 in den Vereinigten Staaten aktiv und hat sein Engagement seither kontinuierlich erweitert. Besonders stark ist das Institut in der Autofinanzierung, wo es mittlerweile zu den größten Anbietern des Landes zählt.
Zudem hat Santander zuletzt die eigene Investmentbank in den USA ausgebaut und damit das Angebot für institutionelle Kunden weiter verstärkt.
Übernahme als Baustein einer langfristigen Wachstumsstrategie
Mit dem geplanten Erwerb von Webster will Santander seine Ertragsbasis breiter aufstellen und die Abhängigkeit von einzelnen Märkten verringern. Die USA gelten als einer der profitabelsten Bankenmärkte weltweit.
Ana Botín betonte, die Transaktion solle nachhaltig Wert für die Aktionäre schaffen und passe nahtlos in die bestehende Wachstumsagenda.
Robuste Geschäftszahlen als Rückenwind
Parallel zu den Übernahmeplänen legte Santander aktuelle Kennzahlen vor. Der Nettogewinn stieg im Jahr 2025 um zwölf Prozent auf 14,1 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen vieler Analysten.
Das solide Ergebnis verschafft dem Institut zusätzlichen finanziellen Spielraum für Expansion und Investitionen.
Aktienrückkauf trotz Großakquisition
Trotz der milliardenschweren Übernahmepläne betonte Botín, dass die Ausschüttungspolitik unverändert bleibe. Wörtlich sagte sie:
„Die Transaktion steht unseren Vorhaben zur Ausschüttung an die Aktionäre nicht im Wege.“
Der Verwaltungsrat billigte darüber hinaus ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von fünf Milliarden Euro. Damit signalisiert Santander Vertrauen in die eigene Kapitalstärke und die künftige Geschäftsentwicklung.
Signalwirkung für Europas Bankensektor
Kommt der Deal zustande, hätte er auch eine starke symbolische Komponente. Europäische Banken treten in den USA seit Jahren nur selten als Käufer großer Institute auf. Die geplante Transaktion unterstreicht den Anspruch von Santander, zu den weltweit führenden Häusern aufzuschließen.
Beobachter werten dies als Hinweis darauf, dass große europäische Geldhäuser wieder verstärkt internationale Expansionschancen nutzen.