Max Gross ist seit vielen Jahren an der Börse aktiv, darunter fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden deutschen Anlegermagazine. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und stets mit Blick auf konkrete Anlageentscheidungen auf. Seine Schwerpunkte liegen bei US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Sein Ziel: Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, umsetzbare Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern – gestützt auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
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Symbolbild, erstellt per KI (ChatGPT).
Die Papiere des wachstumsstarken Raumfahrt- und Verteidigungsspezialisten L3Harris sind zuletzt kräftig unter Druck geraten. Jetzt einsteigen oder besser noch abwarten?
Kurz zusammengefasst:
SpaceX wird in seiner Relevanz oft überschätzt …
SpaceX war nicht nur der bislang größte Börsengang überhaupt, sondern ist mit einer Marktkapitalisierung von 1,87 Billionen US-Dollar derzeit auch das Schwergewicht der Raumfahrtbranche.
Die daraus abgeleitete Bedeutung, die manche Anlegerinnen und Anleger SpaceX beimessen, fällt jedoch zu hoch aus – denn neben dem von Elon Musk gegründeten Raumfahrtkonzern existiert eine Vielzahl seit Jahren bis Jahrzehnten etablierter Player mit entsprechend breiter Expertise.
… denn seit Langem prägen etablierte Raumfahrtkonzerne die Branche!
Dazu zählen vor allem Rüstungskonzerne wie Boeing, Lockheed Martin und Northrop Grumman, die seit Jahrzehnten als zentrale Partner sowohl staatlicher Raumfahrtbehörden wie der NASA als auch privater Akteure auftreten.
Einer der wichtigsten Zulieferer ist L3Harris, entstanden 2019 aus der Fusion von L3 Technologies und der Harris Corporation – seither der sechstgrößte Verteidigungskonzern der USA.
Mit knapp 3,0 Milliarden US-Dollar Umsatz aus dem Space-Segment im letzten Quartal ist L3Harris ein bedeutender Akteur. Das Portfolio umfasst Antriebs-, Kommunikations- und Aufklärungssysteme sowie Energieversorgungslösungen (Radionuklidbatterien). Der Konzern ist unter anderem am NASA-Programm Artemis beteiligt und dürfte voraussichtlich auch beim Raketenabwehrschirm Golden Dome berücksichtigt werden.
L3Harris vereint Raumfahrt- und Rüstungsthema
Parallel verfügt das Unternehmen über ein substanzielles Verteidigungsgeschäft mit besonderer Stärke in Raketen- und Raketenabwehrtechnologien. Damit adressiert L3Harris mehrere derzeit gefragte Investmentthemen. Die Aktie profitierte lange davon und markierte Anfang März Rekordwerte um 380 US-Dollar.
Seitdem folgte jedoch eine deutliche Korrektur; inzwischen summieren sich die Verluste auf fast ein Drittel. Handelt es sich um eine seltene Einstiegsgelegenheit – oder doch um einen Griff ins fallende Messer? Zunächst ein Blick auf den Chart, anschließend auf die Bewertung.
Nach Rekorden folgt ein spürbarer Börsenkater
Langfristig bewegt sich die L3Harris-Aktie in einem übergeordneten Aufwärtstrend, der das Unternehmenswachstum reflektiert. Mittelfristig dominiert jedoch ein dynamischer Abwärtstrend, nachdem das Papier im Frühjahr neue Allzeithochs erreichte und technisch überkauft war.
Die jüngste Korrektur hat das zuvor konstruktive Bild klar eingetrübt. Sowohl 50- als auch 200-Tage-Linie wurden unterschritten; zudem kam es zu einem Death Cross und damit zu einem Verkaufssignal. Kurzfristig verläuft die Aktie in einem Abwärtstrendkanal, dessen Unterkante nun erreicht ist. Ein spontaner Rebound ist damit aber nicht garantiert – die Indikatoren wirken weiterhin schwach und signalisieren anhaltenden Gegenwind.
Das Ende der Korrektur rückt näher, Hinweise auf eine Trendwende nehmen zu
Der Spielraum für weitere Rückgänge schrumpft jedoch. Erstens liegt zwischen 250 US-Dollar und der Aufwärtstrendlinie bei rund 235 US-Dollar eine starke Unterstützungszone. Zweitens notiert der RSI bereits im überverkauften Bereich, während sich zugleich erste bullishe Divergenzen im Trendstärkeindikator MACD abzeichnen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit für ein baldiges Korrekturende und eine Gegenbewegung.
Für erste prozyklische Kaufsignale müsste L3Harris allerdings spürbar zulegen: Die 50-Tage-Linie verläuft derzeit um 287,50 US-Dollar und liegt damit ein Stück entfernt. Ein Sprung darüber würde zugleich den Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal bedeuten und dürfte einen Angriff auf den Widerstand um 300 US-Dollar auslösen. Gelingt auch dort der Durchbruch, sollte der übergeordnete Aufwärtstrend wieder aufgenommen werden. Unterhalb der Supportzone um 250 US-Dollar droht hingegen eine Ausweitung der Korrektur in Richtung 200 US-Dollar.
Zunächst über- und nun eher unterbewertet
Während die charttechnische Lage angespannt bleibt, wirkt L3Harris nach den jüngsten Verlusten inzwischen wieder attraktiv bewertet. War die Aktie um 380 US-Dollar klar ambitioniert, wird sie aktuell vom Markt eher unter Wert gehandelt.
Für das laufende Geschäftsjahr liegt das KGVe bei 21,9 und damit etwas über dem 5-Jahres-Schnitt von 19,6. Bereits im kommenden Jahr fällt der Wert Schätzungen zufolge auf 19,5 und damit darunter – ein Hinweis auf eine faire bis moderate Bewertung.
Noch günstiger erscheint das Bild mit Blick auf weitere Kennzahlen. Das Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis (PEG) liegt mit 1,09 nahe dem als günstig geltenden Wert von 1,0; der Branchenschnitt beträgt 1,62, das 5-Jahres-Mittel 2,95. Positiv sticht zudem die Cashflow-Rendite von 6,9 Prozent hervor – rund 7 Prozentpunkte über dem Branchendurchschnitt.
Aus diesem Cashflow wird unter anderem die Dividendenrendite von 1,87 Prozent finanziert, die etwa ein Drittel über dem Branchenschnitt liegt. Die Verschuldungsquote von rund 2,5 (EBTIDA/Nettoverbindlichkeiten) lässt zudem ausreichende finanzielle Flexibilität erkennen. Insgesamt also ein sehr attraktives Paket. Wall-Street-Analystinnen und -Analysten sehen den fairen Wert im Mittel bei 339,50 US-Dollar – ein Potenzial von fast 30 Prozent.
Fazit: Kaufen, sobald eine Bodenbildung erkennbar ist!
L3Harris vereint jahrzehntelange Erfahrung in Raumfahrt und Verteidigung und bietet ein breites Spektrum an Produkten und Services – Themen, die bei vielen Investorinnen und Investoren hoch im Kurs stehen. Der langfristige Erfolg zeigt sich in stetigem Wachstum und einem übergeordneten Aufwärtstrend der Aktie.
Dieser Trend hat zuletzt stark gelitten, entsprechend schwach wirkt der Chart. Bewertungsseitig ist die Aktie nach der Korrektur jedoch wieder attraktiv und teils günstiger als die Branche. Vieles spricht daher für eine interessante Einstiegschance, sobald eine Bodenbildung bestätigt ist und kein fallendes Messer mehr droht. Erste Signale dafür mehren sich. L3Harris gehört jetzt auf die Watchlist – und voraussichtlich in einigen Wochen auch ins Depot!
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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