Nach dem Aus für F126 senkt Rheinmetall seine Prognose. Die Anleger bleiben gelassen – und die UBS bekräftigt ihre Kaufempfehlung.
Der DAX-Konzern Rheinmetall hat infolge der Stornierung des Fregattenprojekts F126 – wie erwartet – seine Umsatzerwartung angepasst und peilt nun Erlöse zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro an; das liegt jeweils rund 300 Millionen Euro unter der alten Spanne.
Die operative Marge soll dennoch bei etwa 19 Prozent verharren. In Frankfurt liegt die Aktie nach anfänglichen Abschlägen nur noch gering unter dem Vortagesniveau.
Gestrichenes Milliardenprojekt belastet Rheinmetall
Schon Anfang Juli kündigte Rheinmetall an, dass die Absage des Großauftrags durch das Verteidigungsministerium spürbare Einbußen nach sich ziehen werde. Hintergrund ist die Entscheidung des Ministeriums, nach jahrelangen Verzögerungen und Kostenanstiegen auf eine kleinere Schiffsklasse des Konkurrenten TKMS umzuschwenken.
Die im Juli veröffentlichten Quartalszahlen zeigten trotz dieser Belastungen einen klaren Gewinnsprung.
Analysten der Schweizer Großbank UBS bleiben bei „Buy“ und bestätigen das Kursziel von 1600 Euro. Die neuen, vorsichtigeren Ziele gelten als Ausdruck zurückhaltender Planung und ändern laut Analyst Sven Weier nichts am langfristigen Potenzial. Trotz kurzfristiger Rückschläge bleibt Rheinmetall damit für viele Marktteilnehmer eine attraktive Investmentstory im europäischen Rüstungssektor.
Technische Analyse der Rheinmetall-Aktie
In den vergangenen zwölf Monaten hat Rheinmetall deutlich an Boden verloren: Auf einen kurzen Höhenflug im Herbst 2025 und eine Erholung zum Jahreswechsel folgte zuletzt wieder ein klarer Abwärtstrend.
Auf Jahressicht gab die Aktie um mehr als ein Drittel nach, während der DAX im selben Zeitraum zulegen konnte – ein Kontrast, der die Schwäche des Düsseldorfer Konzerns deutlich macht. Der Wehrtechnologie-Hersteller notiert heute bei 1195 Euro und bleibt damit klar hinter dem Markt zurück.
Rheinmetall-Kurs unter der 200-Tage-Linie
Aktuell liegt der Kurs nur knapp über der jüngsten Erholung, mit 1195 Euro jedoch deutlich unter der 200-Tage-Linie bei 1459 Euro. Die große Distanz betont die technische Schwäche; zudem zeigt die 200-Tage-Linie klar nach unten – ein weiteres Signal für anhaltenden Verkaufsdruck. Unsere Daten deuten darauf hin, dass der Trend trotz der jüngsten Gegenbewegung noch nicht nachhaltig gedreht hat.
Unsere Modelle erwarten für die nächsten vier Wochen weitere Schwäche: Die Prognose liegt bei minus 7 Prozent, mit einem Zielkorridor zwischen 961 Euro und 1252 Euro. Die Bandbreite bleibt hoch, doch das Abwärtsrisiko überwiegt. Wer den Düsseldorfer Rüstungskonzern im Blick hat, sollte mit anhaltenden Turbulenzen rechnen.
Anlageidee zur Rheinmetall-Aktie
Mit einem Capped-Bonus-Zertifikat (WKN VY5CSF) lässt sich derzeit auf die Rheinmetall-Aktie eine attraktive Seitwärtsrendite erzielen. Das Papier kostet aktuell 1193 Euro und zahlt am Laufzeitende 1500 Euro aus – ein Plus von 25,7 Prozent bzw. 30,3 Prozent p.a. Voraussetzung: Die Aktie berührt bis zum 18. Juni 2027 nicht die Barriere bei 900 Euro.
Kommt es dennoch zum Barrierebruch, richtet sich die Rückzahlung nach dem Schlusskurs der Aktie am Bewertungstag – gedeckelt durch den Cap. Capped-Bonus-Zertifikate sind börsentäglich handelbar, ein vorzeitiger Verkauf ist somit jederzeit möglich – etwa dann, wenn der Großteil des Ertrags bereits realisiert wurde.