Der digitale Euro nimmt weiter Form an: Die EZB hat 36 Firmen für einen umfangreichen Praxiseinsatz ausgewählt. Damit rückt eines der zentralen Finanzvorhaben Europas näher.
Die Europäische Zentralbank treibt ihr Vorhaben eines digitalen Euro weiter voran. Wie „Bloomberg“ meldet, beteiligen sich 36 Zahlungsanbieter an einem zwölfmonatigen Feldtest. Unter den Ausgewählten sind die Revolut Bank UAB, UniCredit SpA und die Deutsche Bank AG.
Die EZB hat die Teilnehmenden aus mehr als 50 Bewerbungen ausgewählt. Der Start der Pilotphase ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant. Die beteiligten Unternehmen kommen aus 16 der 21 Euro-Staaten. Nach EZB-Angaben zeigt das breite Interesse, dass der private Sektor das Projekt aktiv mitgestalten will.
- Beginn der zwölfmonatigen Pilotphase in der zweiten Jahreshälfte 2027
- 36 Anbieter aus mehr als 50 Bewerbungen ausgewählt
- Unternehmen aus 16 von 21 Euro-Ländern beteiligt
- Erprobung einer Beta-Version, die dem Gesetzesentwurf weitgehend entspricht
- Im Pilotversuch kein Status als gesetzliches Zahlungsmittel
- Mögliche Einführung für 2029 vorgesehen
Europa strebt größere Unabhängigkeit von US-Anbietern an
Am Test sind laut „Bloomberg“ Beschäftigte der EZB und fast aller nationalen Zentralbanken des Euroraums beteiligt; ausgenommen sind Malta und Bulgarien. Der digitale Euro soll unter anderem bei Online-Händlern sowie in Cafeterien und Restaurants der teilnehmenden Institutionen eingesetzt werden.
Die Testversion soll technisch und funktional weitgehend dem in den bisherigen Gesetzesplänen skizzierten Modell entsprechen. In der Pilotphase erhält sie jedoch keinen Status als gesetzliches Zahlungsmittel. Der Versuch ist ein weiterer Schritt, um Europas Zahlungsverkehr unabhängiger von Visa und Mastercard zu machen und eine Alternative zu dollarbasierten Stablecoins aufzubauen.