Tokio eröffnet Asien die neue Börsenwoche mit Rekordständen
Ein dynamischer Wochenstart in Asien schürt Zuversicht an den globalen Finanzmärkten. Vor allem in Tokio herrscht Spitzenstimmung: Der japanische Leitindex Nikkei 225 legte am Montag um 2,9 Prozent zu und markierte mit 48.958 Punkten ein neues Allzeithoch.
Damit hat die Börse in Tokio die Verluste der Vorwoche nicht nur ausgeglichen, sondern zugleich neue historische Bestmarken gesetzt.
Auch in anderen Teilen Asiens überwog die Kauflaune. Der Hang Seng Index in Hongkong stieg um 2,4 Prozent, der Shanghai Composite gewann 0,7 Prozent und Südkoreas Kospi legte um 1,4 Prozent zu. Der australische Markt blieb mit einem Plus von 0,2 Prozent etwas hinter der regionalen Dynamik zurück.
Politische Erwartungen in Japan befeuern die Kursrally
Den Auftrieb in Japan befeuert vor allem die Erwartung, dass Sanae Takaichi, die neue Vorsitzende der Regierungspartei LDP, zur Premierministerin gewählt wird. Die Politikerin gilt als wirtschaftsfreundlich und steht für eine expansive Haushaltspolitik.
Investoren rechnen damit, dass sie die Staatsausgaben erhöhen und sich zugleich gegen weitere Zinserhöhungen der Bank of Japan aussprechen wird. Das würde die Finanzierungskonditionen günstig halten und Investitionen wie Konsum stützen.
Beobachter werten diese Aussicht als einen der stärksten Kurstreiber seit Monaten. „Die Märkte honorieren das Signal, dass Japan die Konjunktur aktiv stützen will“, sagte ein Händler in Tokio.
China wächst langsamer, doch die Industrie zeigt Stärke
In China erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal im Jahresvergleich um 4,8 Prozent und damit schwächer als im Vorquartal – der geringste Zuwachs seit einem Jahr. Dennoch liegt die Entwicklung im Rahmen der Erwartungen, zumal Peking weiter ein Jahresziel von 5 Prozent anpeilt.
Gleichzeitig meldete die chinesische Industrieproduktion im September einen überraschend kräftigen Anstieg um 6,5 Prozent. Analysten sehen darin ein Zeichen, dass die Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit trotz verhaltener Binnenkonjunktur behauptet.
An den asiatischen Märkten nährte dies Spekulationen über mögliche Konjunkturstützungsmaßnahmen, mit denen die Regierung dem Wachstumsziel zusätzlichen Schub verleihen könnte.
Europa profitiert von positiver Asien-Stimmung
Die kräftigen Impulse aus Asien sorgten auch in Europa für einen freundlichen Wochenauftakt. Besonders in Deutschland besserte sich die Stimmung. Der DAX zog zum Start an und kletterte mit 24.075 Punkten wieder über die wichtige Marke von 24.000 Zählern. Am Freitag hatte der Index noch bei 23.831 Punkten geschlossen.
„Die Vorgaben aus Asien sind klar positiv und stützen die Stimmung in Europa“, erklärte Frank Meyer, Börsenkorrespondent in Frankfurt. Anleger setzen auf eine Stabilisierung nach den jüngsten Rücksetzern.
Auch der EuroStoxx50 eröffnete fester, getragen von der globalen Erholung und einer höheren Risikoneigung institutioneller Investoren.
Sorgen um Frankreichs Schulden und neue Chancen für Deutschland
Trotz der allgemeinen Zuversicht bleibt der Blick auf Europa nuanciert. In Frankreich verschärft sich die Debatte über die Verschuldungskrise, was in den kommenden Wochen Einfluss auf die Bonitätseinschätzungen haben könnte.
In Deutschland rückt der geplante Börsengang der Marine-Sparte von Thyssenkrupp (TKMS) in den Vordergrund. Anleger werten dies als Signal für die zunehmende Kapitalmarktorientierung deutscher Industrieunternehmen.
Die positiven Vorgaben aus Asien, kombiniert mit einem wiedererstarkten deutschen Aktienmarkt, sprechen für eine Phase der Erholung – auch wenn geopolitische und fiskalische Risiken bestehen bleiben.