ARIVA.DE Redaktion  | 
Aufrufe: 1642
Sollte Kevin Warsh die Fed anführen, könnte ein anderer Kurs in der US-Notenbank Einzug halten – mit potenziell heiklen Folgen für Aktien.
Kurz und knapp:
Quelle: – picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Kojiro Sekine
Der anstehende Führungswechsel bei der US-Notenbank könnte einen markanten Einschnitt für die Börsen bedeuten. Jerome Powells zweite Amtszeit als Vorsitzender der Federal Reserve endet am 15. Mai 2026. Ob der von US-Präsident Donald Trump nominierte Kevin Warsh bis dahin bestätigt wird, ist wegen politischer Spannungen unklar.
Für Birgit Henseler, Analystin der DZ Bank, geht es dabei um weit mehr als eine Personalfrage. Ausschlaggebend sei, ob sich unter Warsh die geldpolitische Reaktionsfunktion verändere.
In den zurückliegenden Jahren profitierten die Märkte wiederholt von fallenden Realrenditen, reichlich Liquidität und der Erwartung, dass die Notenbank in Stressphasen stützend eingreift. Genau dieses Muster könnte nun infrage stehen.
Laut Reuters hat Warsh mehrfach für eine schlankere Notenbankbilanz, niedrigere Leitzinsen und eine zurückhaltendere Kommunikation der Fed plädiert. In seiner Anhörung betonte er, die Unabhängigkeit der Geldpolitik sei unverzichtbar. Zugleich kritisierte er, dass sich zu viele Notenbanker öffentlich zu Zinsfragen äußerten.
Heikler Politikmix
Verfolgte Warsh tatsächlich das Ziel einer kleineren Bilanz bei zugleich niedrigeren Leitzinsen, würde das die bisherige Logik verschieben. Denn ein Bilanzabbau entzieht dem Finanzsystem Liquidität.
Henseler warnt, dass niedrigere Zinsen den Märkten künftig womöglich nicht mehr ausreichen. Dann dürfte die erwartete Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder stärker über die Börsenrichtung entscheiden.
Ganz so leicht lässt sich ein Kurswechsel jedoch nicht umsetzen. Auch ein neuer Notenbankchef muss Mehrheiten im Offenmarktausschuss organisieren. Zudem zeigt die Geschichte der Fed, dass neue Vorsitzende im Amt häufig pragmatischer handeln, als zuvor angekündigt.
Dennoch gilt: Sollte Warsh die Notenbank übernehmen, müssten sich Anleger womöglich auf ein Umfeld einstellen, in dem Liquidität nicht länger automatisch der stärkste Kurstreiber ist.
Autor: sbh_redaktion/neb
Hinweis:
In diesem Bereich veröffentlicht ARIVA.DE Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus unterschiedlichen Quellen.
Die ARIVA.DE AG übernimmt keine Verantwortung für Inhalte, die erkennbar von Dritten im „News“-Bereich
dieser Webseite eingestellt wurden, und macht sich diese nicht zu eigen. Solche Beiträge sind insbesondere durch
eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link
„Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ kenntlich; verantwortlich für
diese Inhalte ist ausschließlich der jeweils genannte Dritte.
Weitere Beiträge des Autors