Großrazzia führt zu deutlicher Verzögerung beim Bau
Der Aufbau eines neuen Batteriewerks von Hyundai Motor im US-Bundesstaat Georgia kommt ins Stocken. Nach einer umfangreichen Maßnahme der US-Einwanderungsbehörde verzögert sich der Produktionsbeginn nun um mindestens zwei bis drei Monate. Wie Hyundai-Manager Jose Munoz erläuterte, handelt es sich um die bisher umfassendste Razzia des US-Heimatschutzministeriums im Zusammenhang mit einem Industrievorhaben.
Hunderte Beschäftigte festgenommen
Im Rahmen der Ermittlungen wurden rund 475 Beschäftigte festgenommen, darunter über 300 Staatsangehörige Südkoreas. Der Verdacht betrifft mögliche Verstöße beim Visums- und Aufenthaltsstatus der eingesetzten Arbeitskräfte. Munoz hob die Bedeutung von Spezialkräften für die Fertigstellung hervor: „Für die Bauphase der Werke sind spezialisierte Fachleute unverzichtbar. Viele Fähigkeiten und Ausrüstungen sind in den USA nicht verfügbar.“
Nach Unternehmensangaben waren die betroffenen Arbeiter überwiegend bei Zulieferbetrieben von LG Energy Solution beschäftigt.
Politische Tragweite des Falls
Die Razzia hat zudem eine politische Komponente. US-Präsident Donald Trump bot den festgenommenen Südkoreanern an, in den USA zu verbleiben. Dieses Angebot nahm jedoch lediglich eine Person an. Die übrigen entschieden sich laut Vertretern der Regierung in Seoul für die Rückkehr nach Südkorea.
Beide Länder wollen nun Gespräche über ein neues Visa-Programm aufnehmen, um langfristig die Verfügbarkeit von Fachkräften für den Bau solcher Hightech-Anlagen zu sichern.
Milliardenschweres Projekt für Elektromobilität
Das Batteriewerk ist Bestandteil eines groß angelegten Investitionsplans. Zusammen mit LG Energy Solution baut Hyundai einen Fabrikkomplex im Umfang von 7,6 Milliarden US-Dollar. Dieser soll künftig die Basis für die Produktion von Elektrofahrzeugen bilden. Eigentlich sollte das Werk noch in diesem Jahr an den Start gehen; aufgrund der jüngsten Ereignisse wird sich der Zeitplan nun deutlich nach hinten verschieben.