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Der deutsche Prothesenhersteller Ottobock hat am Donnerstag sein Börsendebüt in Frankfurt gegeben. Der Erstkurs lag bei 72 Euro je Aktie und damit deutlich über dem Emissionspreis. Es ist der größte Börsengang in Deutschland seit mehr als einem Jahr.
Kurz zusammengefasst:
- Ottobock peilt durch den IPO Einnahmen von 808 Millionen Euro an.
- Der Ausgabepreis betrug 66 Euro; die Bewertung liegt bei 4,2 Milliarden Euro.
- Größter Börsengang in Deutschland seit 2022.
Der weltweit führende Anbieter von Prothesen, Ottobock, hatte im Vorfeld rund 808 Millionen Euro Mittelzufluss aus dem IPO in Aussicht gestellt. Der Emissionspreis wurde am oberen Ende der Spanne von 62 bis 66 Euro festgelegt, was einer Bewertung von 4,2 Milliarden Euro entspricht.
Aus dem Börsengang erhält Ottobock direkt 100 Millionen Euro; der restliche Erlös geht laut Prospekt an die Gründerfamilie Naeder, die weiterhin über 80 Prozent der Anteile halten wird.
Der IPO reiht sich in mehrere jüngste Börsengänge in Europa ein, die nach einer längeren Flaute frischen Schwung in den Markt bringen. Zuletzt wagten unter anderem die Swiss Marketplace Group in Zürich und Verisure in Stockholm den Schritt aufs Parkett; Verisure debütierte mit einer Bewertung von 13,7 Milliarden Euro. An der Londoner Börse wurden zudem kürzlich die US-Energiegruppe Fermi und die Beauty Tech Group gelistet.
Für Ottobock ist es nicht der erste Anlauf an die Börse: 2022 wurde das Vorhaben wegen des Kriegs in der Ukraine verschoben. Nun handelt es sich um den größten deutschen IPO seit dem des Einzelhändlers Douglas im März des vergangenen Jahres.
Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei RoboMarkets, sprach von einem guten Timing, da der Börsengang auf ein starkes Marktumfeld treffe. Nur 19 Prozent der Aktien gingen in den Streubesitz – eine aus seiner Sicht stabile Eigentümerstruktur, die Investoren wegen Verlässlichkeit, Langfristigkeit und geringer Spekulation schätzen.
Er verwies zudem auf prominente Investoren: Klaus-Michael Kühne, der reichste Deutsche, steige mit rund drei Prozent ein; auch die US-amerikanische Capital Group beteilige sich mit etwa drei Prozent. Ottobock stehe für Innovation, Qualität und Kontinuität und werde dem deutschen Aktienmarkt guttun, so Molnar.
Die Aktie eröffnete bei 72 Euro und lag damit 9 Prozent über dem Ausgabepreis. Für 2025 erwartet Ottobock einen Umsatz von rund 1,6 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2025 erzielte das Unternehmen 800,6 Millionen Euro Umsatz und einen Gewinn von 28 Millionen Euro.
Autor: sbh-Redaktion/neb
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