SAP und weitere Softwarewerte stehen stark unter Druck. Auslöser ist eine Meldung aus den USA, die eine zentrale Frage für den KI-Sektor aufwirft.
Die Aktien von SAP und anderen hiesigen Softwareanbietern gaben am Donnerstag nachbörslich deutlich nach, nachdem Oracle mit einem Kursrutsch von knapp zehn Prozent für Verunsicherung sorgte. Hintergrund ist die Ankündigung umfangreicher Investitionen in neue Rechenzentren bis 2027, die laut Marktbeobachtern den freien Cashflow kurzfristig belasten dürften. Zudem zeigten sich Analysten vom verlangsamten Wachstum im Cloud-Geschäft der US-Gruppe enttäuscht.
SAP-Papiere, die bereits am Vortag zu den größten Verlierern im DAX zählten, sackten am Donnerstag erneut um mehr als vier Prozent ab. Vergleichbare Rückgänge sah man auch bei Nemetschek. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung bei Cloud-Anbietern belastet den gesamten Sektor. Zwar ist SAP weniger investitionsintensiv aufgestellt als Oracle, dennoch werten Börsianer die Nachrichtenlage insgesamt als negatives Signal für Europas größten Softwarekonzern.
Im jüngsten Quartal setzte Oracle mit Software-Abos und Cloud-Infrastruktur 9,9 Milliarden US-Dollar um – ein Zuwachs von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch blieben die Resultate hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Die Mischung aus verfehlten Prognosen und angekündigten Großinvestitionen nährt Sorgen um die kurzfristige Ertragskraft der Branche.
Technische Analyse der SAP-Aktie
Aus technischer Sicht handelt das Technologie-Schwergewicht im DAX mit 143 Euro klar unter seiner 200-Tage-Linie, die derzeit bei 190 Euro verläuft. Der Abstand beträgt damit rund 25 Prozent; zugleich fällt der Durchschnitt seit Monaten – ein deutlicher Hinweis auf einen anhaltenden, wenn auch gebremsten Abwärtstrend. Unsere Modelle deuten zwar auf nachlassenden Verkaufsdruck hin, doch ein belastbares Signal für eine Trendwende bleibt aus.
Für die nächsten vier Wochen rechnen wir mit einer Kursspanne zwischen 116 Euro und 176 Euro. Das Prognosemodell sieht dabei einen moderaten Anstieg von etwa 2 Prozent als etwas wahrscheinlicher. Die Spanne bleibt außergewöhnlich groß und unterstreicht das weiterhin herausfordernde Umfeld für Anleger. Wer auf eine rasche Rückkehr in höhere Kurszonen setzt, sollte die nach wie vor erhöhte Volatilität nicht unterschätzen.