ARIVA.DE Redaktion  | 
Aufrufe: 182
Nachdem das Papier des dänischen Pharmariesen in der Vorwoche stark unter Druck geraten war, startet es am Montag mit einem kräftigen Plus.
Kurz zusammengefasst:
- Novo Nordisk erhielt jüngst grünes Licht von der FDA.
- Rybelsus ist nun auch zur Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen zugelassen.
- In Kopenhagen kletterte die Aktie um rund 4 Prozent.
Novo-Nordisk-Aktie: Die Situation bleibt volatil und herausfordernd
Für den in den letzten Jahren an der Börse sehr erfolgreichen dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk und seine Aktie präsentiert sich das Umfeld weiterhin schwierig.
Zwar tendieren die Anteile seit dem Mehrjahrestief Anfang August wieder nach oben, die Gegenbewegung verläuft jedoch holprig. Mitverantwortlich ist US-Präsident Donald Trump, der in der vergangenen Woche mit der Forderung, den Preis für das Abnehmpräparat von Novo Nordisk auf 150 US-Dollar zu senken, erneut für Druck auf den Kurs sorgte
FDA weitet Einsatzgebiet für GLP-1-Präparat aus
Am Montag kehrt jedoch Zuversicht zurück: An der Heimatbörse in Kopenhagen legt die Aktie um etwa 4 Prozent zu. Auslöser ist eine am Samstag erteilte Zulassung der US-Gesundheitsbehörde FDA.
Demnach darf das oral verabreichte GLP-1-Medikament Rybelsus künftig auch zur Behandlung und Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden, um diabetesbedingte Risiken wie etwa Schlaganfälle zu senken.
Deutlich geringeres Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse
Ursprünglich erhielt Rybelsus bereits 2019 die Zulassung zur Therapie von Typ-2-Diabetes. Diese zuvor auf Diabetes beschränkte Genehmigung wurde nun erweitert.
Basis der Entscheidung ist eine Studie, laut der eine tägliche Dosis von 14 Milligramm das Risiko für schwere unerwünschte kardiale Ereignisse im Vergleich zur Kontrollgruppe um 14 Prozent senkte.
Kursgewinne zur passenden Zeit
Das Plus von rund 4 Prozent ist gemessen an den Verlusten des Jahres zwar überschaubar, kommt aber in einer heiklen Phase. Einerseits gilt es, die Unterstützung um 52,50 US-Dollar zu halten, andererseits sollten Käuferinnen und Käufer zügig einen Ausbruch über die 50-Tage-Linie erzwingen, um die jüngste Erholung nicht zu gefährden.
Gelingt der Schritt, würde das die Ausgangslage für einen Angriff auf den Widerstandsbereich um 60 US-Dollar und die Abwärtstrendlinie deutlich verbessern. Der Trendstärkeindikator MACD liefert dafür allerdings nur begrenzt Rückenwind – er ringt um den Verbleib oberhalb der Nulllinie, die einen Aufwärtstrend signalisiert. Auch der Relative-Stärke-Index trägt derzeit wenig bei, zeigt jedoch erste Erholungstendenzen.
Fazit: Ein Einstieg ist möglich, aber nicht zwingend
Mit Blick auf die Bewertung wirkt die Aktie zwiespältig. Für das laufende Geschäftsjahr wird das Unternehmen laut der Daten von MarketScreener mit dem 14,7-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Historisch ist das klar unterdurchschnittlich, im Vergleich zur Peer-Group jedoch üblich.
Nachdem die hauseigenen Wachstumsprognosen zuletzt mehrfach nach unten angepasst wurden, lassen sich höhere Multiples kaum rechtfertigen. Günstiger bewertet sind Wettbewerber wie Pfizer und Merck, die zudem höhere Dividenden ausschütten. Ein Engagement in Novo Nordisk drängt sich daher nicht auf.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion