Max Gross bringt viele Jahre Erfahrung an den Finanzmärkten mit, darunter fünf Jahre als Redakteur bei einem der renommiertesten Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE ordnet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisorientiert und mit klarem Blick auf Investmententscheidungen ein. Sein Fokus: US-Aktien, Dividendenstrategien und Value-Investments. Sein Ziel ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Einblicke, konkrete Anlageideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern – basierend auf einer Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
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Die Nordex-Papiere entwickelten sich zuletzt etwas verhaltener als im bisherigen Jahresverlauf – für Anlegerinnen und Anleger eröffnet das eine attraktive Einstiegsgelegenheit.
Für dich zusammengefasst:
Nordex profitiert von robuster Auftragslage
Für die Aktie des Windkraftanlagenbauers Nordex läuft das Börsenjahr mit einem Zuwachs von knapp 44 Prozent bisher erfreulich. Zwischenzeitlich lagen die Gewinne noch deutlich höher, in den letzten drei Monaten kam es jedoch mehrfach zu Gewinnmitnahmen und längeren Korrekturphasen.
Die insgesamt positive Kursentwicklung wird durch eine starke Nachfrage untermauert, mit deutlichen Buchungszuwächsen vor allem aus Deutschland, der Türkei und – bemerkenswerterweise – den USA, obwohl dort mit Donald Trump ein Präsident regiert, der der Windenergie eigentlich skeptisch gegenübersteht.
Kürzlich informierte Nordex über den Auftragsbestand und die Preisentwicklung bei Turbinen. Beides entwickelt sich weiterhin positiv, wodurch Umsatz- und Gewinnwachstum an Tempo gewinnen dürften. Dass die Aktie zuletzt dennoch nachgegeben hat, eröffnet aus Anlegersicht jetzt eine Einstiegschance. Technisch wie fundamental spricht vieles für einen Kauf.
Der Aufwärtstrend steht auf solider Basis
Seit rund 18 Monaten befindet sich die Nordex-Aktie in einem dynamischen Aufwärtstrend. Die stark steigende Stromnachfrage durch KI-Rechenzentren sowie die in Deutschland endlich anziehende Energiewende haben nicht nur für kräftige Auftragseingänge gesorgt, sondern auch die Margen verbessert.
Diese waren – ähnlich wie bei Siemens Energy – lange Zeit schwach und damit eine Belastung für Profitabilität, Ergebnisse und Kurs. Inzwischen steigen die Preise pro Megawatt kontinuierlich, was zu einem deutlich besseren operativen Ergebnis geführt hat – die Basis für die kräftige Kursperformance.
Bearishe Divergenzen setzten die Korrektur in Gang …
Mit dem Hochpunkt der Öl- und Gaspreise Ende März/Anfang April erreichte Nordex den höchsten Stand seit 24 Jahren. Solche Mehrjahreshochs gelten in der Technischen Analyse – ähnlich wie Allzeithochs – als starke Kaufsignale.
Weitere Anstiege blieben jedoch zunächst aus, da es in den Indikatoren zu bearishen Divergenzen kam: Das Mehrjahreshoch wurde nicht von neuen Hochs im RSI und MACD bestätigt. Seither tut sich die Aktie sichtbar schwer und hat zuletzt zwei mehrwöchige Abwärtsbewegungen hinter sich gebracht.
… die Schwächephase dürfte nun überwunden sein
Rund um 40 Euro traf die Aktie in den vergangenen Tagen auf spürbare Nachfrage – hier verläuft eine horizontale Unterstützung. Am Montag startete Nordex schwungvoll in die neue Woche. Mwb Research äußerte sich positiv und stellte für die Zahlenvorlage am Mittwoch kommender Woche ein starkes Quartal in Aussicht.
Beim Kursziel blieb das Analystenteam mit 44,00 Euro zwar vorsichtig. Die Perspektive auf einen freundlichen Ergebnisbericht sowie die übers Wochenende erneut gestiegenen Ölpreise reichten Anlegerinnen und Anlegern jedoch als Kaufargumente: Das Papier führte mit über 5 Prozent Plus den marktbreiten HDAX an.
Neue Kaufsignale rücken in greifbare Nähe
Die kräftigen Gewinne vom Montag untermauerten die 40-Euro-Zone als tragfähige Unterstützung. Zugleich bildet der Chart nun ein höheres Tief aus, was den Start eines neuen Aufwärtstrends anzeigen könnte. Dafür spricht auch die Erholung der technischen Indikatoren: Der RSI hat den überverkauften Bereich bereits verlassen, während der MACD einen nachlassenden Abwärtstrend signalisiert und zügig auf die Nulllinie zusteuert. Ein Durchbruch darüber würde einen neuen Aufwärtsimpuls markieren.
Nächste relevante Marken sind die 50-Tage-Linie, deren Überschreiten ein prozyklisches Kaufsignal liefern würde. Zwischen 44,50 und 45,00 Euro hat Nordex zudem die Chance, die steilere der beiden Aufwärtstrendlinien zurückzuerobern und den dortigen Widerstand zu überwinden. Spätestens das sollte die Wiederaufnahme des übergeordneten Trends bestätigen. Um dieses Szenario nicht zu gefährden, dürfen 40 beziehungsweise 37,50 Euro nicht nachhaltig unterschritten werden – sonst drohen ein Gap-Close bei 35 Euro und ein Fall unter die 200-Tage-Linie.
Fazit: Jetzt zugreifen – potenzielle Kurstreiber sind reichlich vorhanden!
Bewertungstechnisch haben die Bären kräftig Druck gemacht. Galt die Aktie im Vergleich zu Wettbewerbern wie Vestas und Orsted zuletzt noch als teuer, notiert sie nun wieder auf einem sehr fairen Bewertungsniveau. Für 2026 wird ein KGVe von 19,6 erwartet, für 2027 laut MarketScreener-Daten ein KGV von 16,1.
Angesichts des hohen Umsatz- und Gewinnwachstums sind das moderate Werte – und sie liefern nun auch fundamental ein überzeugendes Kaufargument.
Zusätzlich zu potenziell starken Quartalszahlen in der kommenden Woche könnte die Nordex-Aktie auch von einer möglichen Kabinettsumbildung profitieren, wie sie nach dem Rücktritt von Jens Spahn als Fraktionsgeschäftsführer diskutiert wird. Sollte die bei Wirtschaftsvertretern und in der Bevölkerung äußerst umstrittene Wirtschaftsministerin Katharina Reiche zum Rücktritt gedrängt werden, könnte das Anbieter Erneuerbarer Energien beflügeln – sie war in den vergangenen Monaten vor allem als Bremserin der Energiewende aufgefallen.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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