Small Caps liegen 2026 vor dem S&P 500. Ist das ein dauerhafter Trend oder nur eine Momentaufnahme? Ein Faktencheck zur jüngsten Outperformance.
US-Nebenwerte, die sogenannten „Small Caps“, schneiden an der Börse in diesem Jahr deutlich besser ab als der S&P 500 und die großen Tech-Giganten. Woher rührt diese Überlegenheit? Ergibt es generell Sinn, auf solche Titel zu setzen? Und wie setzt man das konkret um?
Die zugrunde liegende Studie war allerdings eher schwach. Sie ignorierte sogar den bei Finanzanalysen zentralen Survivorship Bias. Dabei werden Unternehmen, die im Untersuchungszeitraum insolvent gehen, fusionieren oder delistet werden, nicht berücksichtigt. Das kann Performance-Studien erheblich verzerren.
In der Forschung setzte sich dennoch die Ansicht durch, es gebe einen „Small-Cap-Effekt“. Demnach würden kleinere Aktien langfristig die großen Titel übertreffen. Für die USA spräche das eher für den Russell 2000 statt für den sonst üblichen S&P 500.
2026: Vorbote eines Langfristmusters?
In diesem Jahr scheint dieser Effekt erneut kräftig durchzuschlagen. Beispiel USA: Der Russell 2000 hat seinen großen Bruder bislang klar distanziert.
Wer diesem vermeintlich allgemeinen Muster folgen möchte, sollte jedoch nicht übereilt handeln. Im langfristigen Vergleich von US-Groß- und -Nebenwerten bleibt vom häufig zitierten Small-Cap-Effekt nämlich wenig übrig.
Genauer gesagt: gar nichts. Über seine 47-jährige Historie seit 1979 blieb der Russell 2000 insgesamt hinter dem S&P 500 zurück. Besonders im vergangenen Jahrzehnt liefen die großen Titel davon.
Big Tech dominierte zuletzt alles
Die Ursache liegt auf der Hand: In der vergangenen Dekade haben die Big-Tech-Konzerne performancemäßig alles überstrahlt. Das erklärt zugleich, warum der S&P 500 heuer schwächer läuft.
Die schweren Indexwerte bremsen ihren Leitindex derzeit, weil sie massiv in KI-Infrastruktur investieren. Die nächste Grafik zeigt die Entwicklung der „Magnificent 7“, also Amazon, Alphabet, Apple, Microsoft, Nvidia, Meta und Tesla. Allein diese sieben Werte stellen aktuell rund ein Drittel des S&P 500.
Drei mögliche Szenarien für Anleger
Damit lässt sich die Eingangsfrage zuspitzen: Wer erwartet, dass die Schwäche der Big Techs anhält, kann 2026 durchaus auf Small Caps setzen.
Wer hingegen ein baldiges Comeback der Big Techs sieht, kann Small Caps entweder direkt wieder ausblenden. Oder man setzt auf gezieltes Stock Picking, also die künftigen Outperformer selbst zu identifizieren. Dann ist grundsätzlich zweitrangig, ob diese aus dem Lager der Großen oder der Kleinen stammen.