Nvidia bereitet offenbar eine Bürgschaft in bislang beispielloser Höhe für OpenAI vor: Mit bis zu 250 Milliarden US-Dollar könnte der Chipkonzern die KI-Infrastruktur massiv ausbauen – und die Kräfteverhältnisse im Wettbewerb neu ordnen.
Nvidia steht dem Vernehmen nach kurz vor einer milliardenschweren Finanzierungsgarantie für OpenAI, die den Bau eines riesigen Rechenzentrums in Ohio ermöglichen soll.
Dem Wall Street Journal zufolge würde eine Garantie von rund 250 Milliarden US-Dollar OpenAI erstmals die Kontrolle über eine eigene Infrastruktur verschaffen – bislang nutzt das Unternehmen Kapazitäten von Microsoft, Amazon und Oracle. Für Nvidia bedeutete der Deal eine langfristige Absicherung der Nachfrage nach seinen Hochleistungs-Chips.
Das geplante Rechenzentrum mit einer Leistung von zehn Gigawatt, entwickelt von einer SoftBank-Tochter, ist mit Gesamtkosten von über 500 Milliarden US-Dollar veranschlagt.
Die Bürgschaft soll Leasing- und Fremdfinanzierungskosten absichern; zusätzlich sind bis zu 350 Milliarden US-Dollar an weiterer Finanzierung für Chipkäufe im Gespräch. Die erste Projektphase soll bis 2028 fertiggestellt sein.
Neben OpenAI bekunden laut Medienberichten auch andere Schwergewichte wie Anthropic, Microsoft und Google Interesse an dem Vorhaben. Offizielle Stellungnahmen von Nvidia, OpenAI und dem US-Handelsministerium stehen noch aus. Die laufenden Verhandlungen könnten die Dynamik im globalen KI-Markt nachhaltig prägen.
Technischer Blick auf die Nvidia-Aktie
Der KI-Chip-Spezialist hat in den vergangenen zwölf Monaten eine starke, jedoch zunehmend volatile Aufwärtsbewegung verzeichnet. Auf einen furiosen Start mit zweistelligen Gewinnen folgte eine Konsolidierungsphase, in der die Dynamik merklich nachließ und Zwischenerholungen von abrupten Rücksetzern begleitet waren.
Mit einem aktuellen Kurs von 209 US-Dollar liegt der Grafikchip-Spezialist zwar klar im Plus, bleibt aber hinter dem Nasdaq 100 zurück – ein Hinweis darauf, dass die Phase müheloser Outperformance vorerst vorbei ist.
Der US-Halbleiterwert notiert derzeit rund acht Prozent über seiner 200-Tage-Linie, die weiterhin steigt, allerdings mit spürbar abnehmender Steigung. Nach dem jüngsten Rücksetzer hat sich der Kurs der Durchschnittslinie wieder von unten angenähert, ohne sie zu unterschreiten.
Die technische Verfassung bleibt solide, doch der Abstand zu den früheren Höchstständen ist geschrumpft – ein Signal für nachlassenden Rückenwind.
Unsere Modelle erwarten für die nächsten vier Wochen einen moderaten Anstieg mit einer Zielspanne von 186 bis 241 US-Dollar. Der wahrscheinlichste Korridor liegt damit bei rund minus 11 Prozent bis plus 15 Prozent und verdeutlicht die gestiegene Unsicherheit in der kurzfristigen Entwicklung. Die Volatilität bleibt hoch, schnelle Richtungswechsel sind weiterhin möglich.