SWAN-Aktien sorgen für ruhigeren Schlaf bei Anlegern
Im Börsenalltag kommt Schwänen (engl. “Swan”) eine besondere Bedeutung zu. Während der “Schwarze Schwan” als unerwartetes Ereignis gilt, das Kursstürze auslösen kann (z. B. Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg), verleihen SWAN-Aktien Portfolios selbst in solchen Phasen Stabilität.
„SWAN“ steht als Akronym für „sleep well at night“ und beschreibt Wertpapiere, mit denen Anlegerinnen und Anleger auch in turbulenten Zeiten ruhig schlafen können. Typisch sind defensive Geschäftsmodelle, über viele Jahre bewiesene Verlässlichkeit sowie überdurchschnittliche, durch Gewinne und Cashflows gut abgesicherte Dividenden.
Branche im Wandel, Gegenwind belastet
Trotz der langfristigen Stärke kam es immer wieder zu längeren Schwäche- und Konsolidierungsphasen. Eine solche hält seit dem Jahreswechsel 2021/22 an, nachdem der Ukraine-Krieg den globalen Lebensmittel- und Agrarrohstoffmarkt grundlegend verändert hat.
Viele Unternehmen haben bis heute mit gedrückter Konsumstimmung, einer Verlagerung hin zu Eigen- und Handelsmarken sowie mit sinkenden Margen infolge höherer Rohstoffkosten zu kämpfen. Das hat die Branche für zahlreiche Investoren unattraktiv gemacht und die Nestlé-Aktie in einen beharrlichen Abwärtstrend gedrückt.
Aktie mit Bodenbildung und frischen Aufwärtsperspektiven
Inzwischen zeigen sich wieder positive Signale. In der zweiten Jahreshälfte des vergangenen Jahres begann eine bis heute anhaltende Bodenbildung um 75 Schweizer Franken (CHF; 81,47 Euro). Zwischenzeitliche Rücksetzer wurden wieder aufgekauft, was zu höheren Tiefpunkten führte – ein erstes Indiz für einen neuen Aufwärtstrend.
Diese charttechnische Stabilisierung wurde von anziehenden technischen Indikatoren begleitet, was auf eine solide, voraussichtlich dauerhafte Entwicklung hindeutet. Zudem kam es bei den gleitenden Durchschnitten jüngst zu einem Golden Cross – einem klassischen Kaufsignal.
Ein weiteres Signal dürfte bald vom Trendstärkeindikator MACD kommen, der dabei ist, sowohl seine Signallinie als auch die Nulllinie zu überschreiten – ein Hinweis auf einen neuen (kurzfristigen) Aufwärtstrend. Positiv ist auch der Sprung über die gleitenden Durchschnitte, womit der Weg in Richtung 85 CHF (92,34 Euro) frei erscheint. Dort könnte die Aktie ihre Bodenbildung nachhaltig vollenden und den Startschuss für eine mehrjährige Aufwärtsbewegung geben.
Fallen die Kurse hingegen dauerhaft unter 75 CHF bzw. unter die vorsichtige Aufwärtstrendlinie, wären erneute Schwierigkeiten zu erwarten.
Bewertung nicht billig, aber so attraktiv wie seit Jahren nicht
Bewertungstechnisch wirkt Nestlé so interessant wie lange nicht. Günstig war die Aktie nie – Qualität hat auch an der Börse ihren Preis. Mit einem KGVe 2025 von 19,8 notieren die Schweizer jedoch deutlich unter dem 10-Jahres-Mittel von 25,1. Das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG) liegt mit 1,5 klar unter dem Branchenschnitt von knapp 2,2.
Zudem bietet der Konzern seinen Anlegerinnen und Anlegern eine überdurchschnittliche Dividendenrendite von 4,0 Prozent. Belastend wirkten zuletzt jedoch die langfristigen Verbindlichkeiten von aktuell 51,6 Milliarden CHF (56,1 Milliarden Euro), was das Dividendenwachstum dämpfen könnte. Gegensteuern will Nestlé mit umfassenden Stellenkürzungen sowie dem Verkauf weniger profitabler Sparten.
Fazit: Jetzt zugreifen für ruhigere Nächte!
Analystinnen und Analysten sind derzeit überwiegend neutral. Von 22 Einschätzungen raten 10 zum Halten. Über ein grundsätzlich vorhandenes Aufwärtspotenzial herrscht jedoch Einigkeit. Der mittlere faire Wert liegt bei 87,55 CHF (95,11 Euro), was rund 12 Prozent Potenzial entspricht.
Damit ergibt sich eine attraktive Einstiegsgelegenheit in eine Aktie, die mit defensivem Geschäftsmodell, klarer Profitabilitätsausrichtung, moderater Bewertung und überdurchschnittlicher Dividendenrendite überzeugt. Wer ein Basisinvestment sucht, das nachts für Ruhe sorgt, kann auf dem aktuellen Bewertungs- und Kursniveau beherzt zugreifen.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross