Bitterer Tag für Rheinmetall: Meldungen über das mögliche Aus eines Milliardendeals in der Marine setzen die Aktie stark unter Druck. Gewinner dürfte der Wettbewerber TKMS werden.
Die Aktie von Rheinmetall sackte am Mittwochmorgen um über elf Prozent ab, nachdem Berichte über ein mögliches Aus für den milliardenschweren Fregattenauftrag die Runde machten. Nach übereinstimmenden Medienangaben erwägt Verteidigungsminister Boris Pistorius, den Bau der Fregatten des Typs F-126 nicht weiterzuverfolgen. Stattdessen dürfte der Zuschlag an den Rivalen Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) für acht Einheiten der Klasse Meko-200 gehen.
Von der möglichen Kehrtwende wäre auch die Werftengruppe Naval Vessels Lürssen (NVL) betroffen, die Rheinmetall im Vorjahr übernommen hat und zentral am F-126-Programm mitwirkt. Ein solcher Schritt des Verteidigungsministeriums könnte Rheinmetalls strategische Lage im Marinemarkt deutlich schwächen. TKMS hingegen legt an der Börse zu und verbucht rund neun Prozent Plus.
Die potenzielle Umvergabe des Großprojekts verdeutlicht die Dynamik und Unsicherheit im deutschen Rüstungssektor, der derzeit stark von politischen Beschlüssen geprägt ist. Für Rheinmetall wäre eine Absage ein schwerer Rückschlag nach den jüngsten Ausbauplänen im Schiffbau. Beobachter erwarten zusätzliche Kursbewegungen, sobald die Entscheidung offiziell gemacht wird.
Charttechnik zur Rheinmetall-Aktie
Technisch betrachtet bleibt die Lage schwach: Der Kurs notiert rund 29 Prozent unter der 200-Tage-Linie, die seit Monaten nach unten weist. Damit hat sich die Aktie klar von ihrem langfristigen Mittelwert abgekoppelt – ein Hinweis auf fortgesetzten Abgabedruck. Unsere Modelle bestätigen eine weiterhin fragile Chartsituation.
Für die nächsten vier Wochen veranschlagt unser Prognosemodell eine Spanne von 968 bis 1.374 Euro, bei einer mittleren Erwartung von plus 3,3 Prozent. Der Rüstungstechnikkonzern bewegt sich damit in einem breiten Volatilitätskorridor, der weitere Rückgänge wie auch technische Gegenbewegungen ermöglicht. Im aktuellen Umfeld bleiben die Risiken deutlich erhöht.