Marktumfeld erfordert Kurskorrekturen
Der Textildiscounter Kik aus dem Tengelmann-Konzern will sein Filialnetz auf den Prüfstand stellen und bei Bedarf nicht rentable Standorte schließen. Unklar ist weiterhin, wie viele Filialen und welche Länder betroffen sein könnten. Zugleich hob das Unternehmen hervor, betroffene Beschäftigte nach Möglichkeit intern zu weiterbeschäftigen.
Die Unternehmensführung erklärte am Standort Bönen, man müsse auf die derzeitigen Rahmenbedingungen reagieren. Dazu zählen steigende Inflation, ein geändertes Konsumverhalten, zunehmender Wettbewerb sowie Probleme in den Lieferketten. Diese Faktoren hätten auch bei Kik Wirkung gezeigt.
Folgen für die Belegschaft
Kik beschäftigt weltweit rund 32.000 Mitarbeitende, davon 19.000 in Deutschland. In der Bundesrepublik betreibt der Discounter etwa 2.400 Filialen, insgesamt sind es 4.200 Standorte in 14 Ländern.
Die Unternehmensführung betonte: „Dank unseres dichten Filialnetzes und unserer starken Präsenz in der Fläche können wir jederzeit Optionen zur Weiterbeschäftigung anbieten.“ Beschäftigte müssten daher trotz möglicher Schließungen nicht um ihren Arbeitsplatz bangen.
Strategische Ausrichtung wird geschärft
Im Zuge der laufenden Prüfungen will Kik Kosten- und Effizienzpotenziale heben. Ziel ist es, die Organisation so auszurichten, dass sie auch in herausfordernden Phasen wettbewerbsfähig bleibt. Ein besonderer Fokus liegt auf der Optimierung des Filialportfolios.
Kik unterstreicht, dass die Mehrheit der Filialen profitabel arbeitet. Dennoch könne es erforderlich sein, defizitäre Standorte zu schließen. Gleichzeitig sind Neueröffnungen geplant, um das Netz gezielt auszubauen.
Wechsel an der Spitze verstärkt Unsicherheit
Die Debatte über mögliche Schließungen fällt in eine Phase des Umbruchs: Erst vor wenigen Tagen hat der langjährige Geschäftsführer Patrick Zahn überraschend seinen Posten niedergelegt. Medien spekulierten über Schließungen im dreistelligen Bereich, bestätigt ist dies bislang jedoch nicht.
Kik, 1994 gegründet und angetreten mit dem Motto „Kunde ist König“, führt neben Bekleidung auch Haushaltswaren, Heimtextilien, Dekoartikel, Spielwaren und Geschenkartikel. Das breite Sortiment und die starke Präsenz in Europa haben das Unternehmen fest im Discountsegment verankert.
Wirtschaftliche Lage belastet zusätzlich
Die Entscheidung zur Überprüfung des Filialnetzes ist auch eine Reaktion auf das gesamtwirtschaftliche Umfeld. Die anhaltende Inflation führt zu zurückhaltendem Konsum, während der stationäre Handel einem wachsenden Wettbewerbsdruck ausgesetzt ist. Zudem wirken Lieferkettenprobleme weiterhin nach.
Kik betont, dass die kommenden Jahre von einer schrittweisen Anpassung geprägt sein werden. Der Optimierungsprozess ist langfristig angelegt und wird nicht von heute auf morgen vollzogen.