Nicolas Ebert liefert prägnante News mit sicherem Gespür für relevante Marktthemen. Nach mehr als 6 Jahren bei wallstreetONLINE und ariva.de fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt zuhause. Sein Spektrum reicht von Value-Werten und Asien-Märkten über US-Big-Tech bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Parkett – Informationen, die Anlegern Orientierung geben.
 | 
Aufrufe: 918
©unsplash.com
Viele Investoren warnen vor einer KI-Blase. Der Vermögensverwalter Jennison widerspricht jedoch: Die Bewertungen liegen unter dem Niveau der Dotcom-Ära, die Nachfrage ist substanziell und der Investitionsschub dürfte sich über Jahre erstrecken. Dennoch werden nicht alle Aktien davon profitieren.
Kurz zusammengefasst:
An den Märkten wird die Debatte über künstliche Intelligenz zunehmend nüchtern geführt. Viele Anleger blicken kritisch auf Bewertungen, steigende Investitionen, mögliche Engpässe beim Infrastrukturaufbau und potenzielle Auswirkungen auf andere Branchen. Mark Baribeau, Head of Global Equity bei Jennison, kommt zu einem anderen Schluss: Aus seiner Sicht prägt Skepsis, nicht Euphorie, das Umfeld.
Den Vergleich mit der Tech-Blase der späten 1990er hält Baribeau für wenig treffend. Viele aktuelle KI-Profiteure werden auf Basis erwarteter Gewinne mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 20 bis 25 gehandelt – in der Dotcom-Phase lagen vergleichbare Gewinner eher beim 60- bis 70-Fachen.
Nachfrage ist heute greifbarer
Künstliche Intelligenz kommt bereits breit zum Einsatz. Zahlreiche Unternehmen nutzen die Technologie intern zur Steigerung der Produktivität. Der Auftragsbestand großer Hyperscaler für Cloud-Verpflichtungen erreichte bis Ende des ersten Quartals 2026 mehr als zwei Billionen US-Dollar. Mehrere Anbieter betonen, dass sie der Nachfrage derzeit kaum hinterherkommen.
Baribeau verweist zudem auf das rasante Nutzungswachstum. Nach Schätzungen von Jennison hat sich das Token-Volumen in den vergangenen zwölf Monaten etwa verzehnfacht und liegt nun bei rund 100 Billionen Tokens pro Monat.
Der Investitionszyklus steht seiner Ansicht nach erst am Anfang. Die Ausgaben der Hyperscaler könnten in diesem Jahr 700 Milliarden US-Dollar übersteigen und sich 2027 der Marke von einer Billion US-Dollar annähern. Im kommenden Jahr könnten davon rund 50 Prozent auf Halbleiter entfallen.
Die nächste Nvidia-Plattform Vera Rubin soll im weiteren Verlauf des Jahres 2026 ausgeliefert werden. Erwartet wird eine deutlich höhere Inferenzleistung sowie eine Verzehnfachung der Kostensenkung pro Token. Geringere Kosten dürften die Nutzung zusätzlich befeuern.
Chancen reichen über Nvidia hinaus
Auch Prozessoren, Speicher und Energieversorgung rücken in den Fokus. Mit dem Übergang vom Training zur Inferenz und zu agentenbasierter KI gewinnen klassische CPUs an Gewicht. Speicherhersteller erhalten dank Knappheiten, langfristigen Verträgen und Abnahmezusagen wieder mehr Preissetzungsmacht.
Die größte physische Hürde bleibt die Stromversorgung. Rechenzentren brauchen deutlich mehr Energie. Hersteller von Erdgasturbinen sind bis zum Ende des Jahrzehnts weitgehend ausverkauft. Auch netzunabhängige Brennstoffzellentechnologien könnten dadurch an Bedeutung gewinnen.
Zugleich warnt Baribeau vor Risiken bei klassischen Softwareanbietern. KI kann etablierte Geschäftsmodelle unter Druck setzen. Unternehmenssoftware verschwindet nicht, könnte aber stärker zur reinen Datenschicht werden, während Agenten zunehmend die wertschöpfende Ebene übernehmen.
Die größten Risiken verortet Jennison weniger auf der Nachfrageseite, sondern bei Angebot und Umsetzung. Engpässe bei Chips, Speicher, Strom und Infrastruktur könnten das Tempo bremsen – und zugleich dafür sorgen, dass sich der Ausbau über Jahre streckt.
Ein häufiger Irrtum besteht laut Baribeau darin, KI als einzelnen Trade zu betrachten, der bereits vollständig eingepreist und spätzyklisch sei.
Jennison zieht das gegenteilige Fazit: KI ist ein vielschichtiger, mehrjähriger Investmentzyklus, finanziert durch starke Cashflows großer Unternehmen und untermauert durch vertraglich abgesicherte Umsätze.
Dein Kommentar zum Artikel im Forum
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
|
5
|
10
|
20
|
| Fallender Kurs |
|
5
|
10
|
20
|
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
Hinweis:
ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen.
Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich
dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch
eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link
„Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für
diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.