Nicolas Ebert liefert prägnante News mit feinem Gespür für die relevanten Marktthemen. Nach mehr als sechs Jahren bei wallstreetONLINE und ariva.de ist der Berliner in der Finanzwelt zuhause. Sein Themenspektrum reicht von Value-Werten und den Börsen in Asien über US-Big-Techs bis zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Parkett. So entstehen informative Beiträge, die Anlegern Orientierung geben.
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Apple eilt von Rekord zu Rekord. KeyBanc warnt jedoch vor teureren iPhones, schwächeren Upgradezyklen und Gegenwind im Servicegeschäft. Ist die Aktie nach der Rallye inzwischen überbewertet?
Kurz zusammengefasst:
Apple zählt in diesem Jahr zu den Gewinnern. KeyBanc sieht nun jedoch deutliche Risiken: Die Einstufung wurde von “Sektorgewichtung” auf “Untergewichten” gesenkt. Das Kursziel liegt bei 250 US-Dollar – ein mögliches Abwärtsrisiko von rund 20 Prozent.
Als Hauptproblem nennt KeyBanc steigende Gerätepreise. Höhere iPhone-Preise könnten die Nachfrage dämpfen. Zudem dürften die Erwartungen für Mac, iPad und Wearables bis 2027 sinken. Verkauft Apple weniger Geräte, wächst die installierte Nutzerbasis langsamer – das würde den Servicebereich bremsen.
Analyst John Vinh hält die Apple-Aktie daher für zu teuer. Laut KeyBanc wird Apple mit dem 35-Fachen des erwarteten Gewinns bewertet. Das liegt klar über dem Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 von 20,7, wie Daten von FactSet belegen.
Seit Jahresbeginn hat die Apple-Aktie fast 20 Prozent gewonnen. Am Montag markierte sie bei rund 323 US-Dollar ein Allzeithoch. Anleger setzen darauf, dass Apple vom KI-Boom profitiert. KeyBanc bezweifelt jedoch, dass diese Hoffnungen zur aktuellen Bewertung passen.
Ein Risiko sind die US-Mobilfunkanbieter. Sollten sie bei teureren iPhones ihre Gerätezuschüsse zurückfahren, würden Kunden ihre Geräte länger behalten und seltener upgraden. Vinh verweist darauf, dass alle drei großen US-Anbieter bereits öffentlich über einen Rückzug aus Subventionen gesprochen haben.
Auch das Servicegeschäft könnte dadurch an Schwung verlieren. Apple verdient dort mit iCloud, Apple Music und weiteren digitalen Diensten. KeyBanc rechnet damit, dass das Wachstum der Serviceumsätze bis Ende 2027 auf sieben Prozent sinkt. Der Wall-Street-Konsens liegt hingegen bei zwölf Prozent.
Diese vorsichtige Einschätzung steht im Kontrast zur Mehrheit der Analysten. Von 48 Apple beobachtenden Analysten laut LSEG stufen nur zwei die Aktie mit “Underperform” ein.
Auch KeyBanc-Kollege Brandon Nispel erwartet nachlassendes Wachstum. Die Ausgabenumfragen der Bank lagen im Juni erneut unter dem Durchschnitt. Schwächen erkennt er nicht nur beim iPhone, sondern auch bei MacBooks und iPads. Apple hatte Ende Juni Preiserhöhungen angekündigt, um gestiegene Speicherkosten zu kompensieren.
Für Anleger rückt damit die Bewertung in den Fokus. Wenn das Wachstum abflaut, könnten sie weniger bereit sein, den hohen Aufschlag für Apple zu zahlen. Nach der Abstufung gab die Aktie am Dienstag nach.
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