Nicolas Ebert steht für prägnante News mit einem feinen Gespür für marktrelevante Themen. Nach mehr als sechs Jahren bei wallstreetONLINE und ariva.de fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt zu Hause. Seine Beiträge spannen den Bogen von Value-Werten und den asiatischen Märkten über US-Big-Tech bis hin zu aktuellen Spitzenreitern auf dem globalen Börsenparkett – fundierte Informationen, die Anlegern Orientierung geben.
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Lange galt Gold als Krisengewinner. Doch steigende Zinsen, hartnäckige Teuerungsängste und neue Hoffnungen im Iran-Konflikt drücken auf den Kurs. Jetzt rückt eine zentrale Marke in den Mittelpunkt.
Für dich zusammengefasst:
Der Goldpreis (Goldkurs) steuert auf den zweiten Wochenverlust in Serie zu. Investoren kalkulieren mit länger höheren Zinsen. Gleichzeitig gab der Ölpreis nach, da die Aussicht auf ein mögliches Friedensabkommen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten zunahm.
Peter Fertig von Quantitative Commodity Research sieht Gold derzeit vor allem durch politische Signale aus Washington und Inflationsängste getrieben. Ausschlaggebend sei, wie kräftig die Inflation weiter anzieht. Sollte sie in den kommenden Monaten erneut hochschalten, könnte Gold auch unter 4.000 US-Dollar rutschen.
US-Präsident Donald Trump erklärte, ein Abkommen mit dem Iran könne schon an diesem Wochenende unterzeichnet werden. Teheran dämpfte jedoch die Erwartungen und betonte, es gebe noch keine endgültige Entscheidung.
Seit Beginn der Iran-Krise lastet vor allem die Furcht vor steigenden Energiepreisen auf dem Edelmetall. Diese könnten die Inflation befeuern und die Notenbanken zwingen, die Zinsen länger hoch zu halten. Für Gold ist das nachteilig, da es keine laufenden Erträge bietet.
Neue Konjunkturzahlen schüren diese Sorgen zusätzlich. In den USA legten die Produzentenpreise im Mai stärker zu als erwartet. Die Verbraucherpreisinflation sprang erstmals seit drei Jahren über die Marke von vier Prozent. Nun richtet sich der Fokus auf die Fed-Sitzung am 16. und 17. Juni – die erste unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh.
Die Australia and New Zealand Banking Group senkte ihr Jahresendziel für Gold um 400 US-Dollar auf 5.200 US-Dollar und verwies auf die zuletzt hohe Preisvolatilität.
Auch Matt Bance von T. Rowe Price sieht Gold kurzfristig nicht mehr eindeutig im Vorteil. Die langfristigen Treiber blieben intakt – etwa Zentralbankkäufe, geopolitische Risiken, Sorgen um Staatsfinanzen und Zweifel an klassischen Reservewährungen. Kurzfristig sei das Verhältnis von Chance zu Risiko allerdings ausgewogener.
Zudem erinnert Bance daran, dass Zentralbanken Gold nicht nur erwerben. Der Abbau türkischer Bestände nach Ausbruch des Iran-Konflikts zeige, dass Länder Gold bei Finanzierungs- oder Währungsdruck auch verkaufen oder mobilisieren können.
Für Anleger bleibt Gold ein wichtiges Absicherungsbaustein. Der Rückenwind lässt jedoch nach: Höhere Zinsen, Inflationssorgen und schwankende Energiepreise bremsen das Metall. In den vergangenen drei Monaten verlor Gold rund ein Fünftel an Wert.
Autor: Nicolas Ebert, sbh-Redaktion
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