Max Gross bringt jahrelange Börsenpraxis mit, darunter fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden deutschen Anlegermagazine. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und konsequent an Anlageentscheidungen ausgerichtet auf. Sein Fokus liegt auf US-Aktien, Dividendenpapieren und Value-Strategien. Sein Ziel: Anlegerinnen und Anleger mit relevanten Informationen, konkreten Ideen und belastbaren Impulsen für den langfristigen Vermögensaufbau zu unterstützen – basierend auf der Verbindung aus technischer und fundamentaler Analyse.
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Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat ihren Ausblick für den Goldpreis nach unten revidiert. Auslöser sind gesunkene Erwartungen an weitere Zinssenkungen durch die Fed.
Kurz zusammengefasst:
Bei Gold (Goldkurs) bleibt die erhoffte Erholung vorerst aus
Seit dem Blow-Off-Top Ende Januar warten Edelmetall-Anlegerinnen und -Anleger weiterhin vergeblich auf frische Impulse. Nach den anhaltenden Rücksetzern der vergangenen Wochen ist der Abstand von Gold zum Allzeithoch um rund 5.600 US-Dollar inzwischen deutlich angewachsen; aufs Jahr gerechnet fällt das Minus mit etwa 4 Prozent bislang jedoch moderat aus.
Eine Wende deutet sich kurzfristig nicht an: Stattdessen rückt die psychologisch wichtige Zone um 4.000 US-Dollar je Feinunze in den Fokus. Ein Unterschreiten könnte die Abwärtsbewegung beschleunigen, denn nach der kräftigen Rallye des Vorjahres fehlen zwischen 3.300 und 4.000 US-Dollar tragfähige Unterstützungen.
Goldman Sachs kappt das Kursziel
In dieser angespannten Marktlage meldet sich Goldman Sachs mit einem aktualisierten Preisziel für das Edelmetall zu Wort.
Analystin Lina Thomas und Kollege Daan Struyven senken ihre Prognose spürbar und erwarten zum Jahresende nun 4.900 US-Dollar statt bislang 5.400 US-Dollar. Positiv für Anlegerinnen und Anleger: Auch das neue Ziel unterstellt weiterhin ein Aufwärtspotenzial von knapp 20 Prozent.
Die vorsichtigere Sicht führen sie vor allem auf den jüngsten Fed-Entscheid am Donnerstag sowie auf den ersten großen Auftritt des neuen Notenbankchefs Kevin Warsh zurück.
Neue Fed-Ausrichtung erzwingt eine Neuberechnung
Warsh stellte in Aussicht, die Preisstabilität wieder stärker ins Zentrum zu rücken und die bisherigen Fed-Methoden zur Ermittlung der Inflationserwartungen zu prüfen – Signale, die auf eine restriktivere Geldpolitik hindeuten.
Thomas und Struyven bewerten den Auftritt als „überraschend hawkish“. Sollte die Fed in der zweiten Jahreshälfte tatsächlich an der Zinsschraube drehen, könnte die Goldnachfrage nachhaltig nachlassen – in diesem Szenario wäre ein Rückgang bis auf 4.400 US-Dollar je Feinunze möglich.
Im Basisszenario von Goldman Sachs bleibt jedoch ein Ziel von 4.900 US-Dollar bestehen – „mit kurzfristigen Abwärtsrisiken, aber mittelfristigem Aufwärtspotenzial“, wie es in der am Freitag veröffentlichten Studie heißt.
Trend weiter schwach – Schlüsselzone bei 4.000 US-Dollar
Auch die Technik deutet auf Risiko nach unten: RSI und MACD begleiten den bestehenden Abwärtstrend und bestätigen ihn. Bullishe Divergenzen, die für eine baldige Gegenbewegung sprechen könnten, sind derzeit nicht erkennbar.
Zwischen 4.000 und 4.050 US-Dollar verläuft zwar eine markante Unterstützung, aufgrund der technischen Schwäche könnte sie jedoch zumindest temporär fallen. Dass der RSI fortgeschritten, aber noch nicht wieder im überverkauften Bereich ist, signalisiert zusätzliches Abwärtspotenzial. Neue prozyklische Kaufsignale entstünden erst mit einem Ausbruch über das Widerstandsband bei 4.450 bis 4.500 US-Dollar – hierfür fehlen aktuell Hinweise.
Fazit: Zunächst beobachten, ob die Unterstützung trägt
Das falkenhafte Auftreten von Fed-Chef Kevin Warsh hat zu angepassten Preisprognosen geführt. Bei Goldman Sachs resultiert dies in einer vorsichtigeren Einschätzung und einem gesenkten Kursziel von 4.900 US-Dollar für Gold.
Eine von Lina Thomas und Daan Struyven mittelfristig erwartete Trendwende ist derzeit nicht in Sicht. Wer neu einsteigen möchte, sollte abwarten, ob sich im Bereich um 4.000 US-Dollar ein Boden bildet – alternativ bietet sich ein prozyklischer Kauf erst oberhalb von 4.500 US-Dollar an.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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