Max Gross bringt langjährige Erfahrung an den Kapitalmärkten mit, darunter fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden deutschen Anlegermagazinen. Für ARIVA.DE analysiert er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und konsequent auf Anlageentscheidungen ausgerichtet. Seine Schwerpunkte liegen auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Sein Anspruch ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, umsetzbare Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern – gestützt auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
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© Paul-Alain Hunt via Unsplash.
Der KI-Boom lässt die Kupfernachfrage kräftig steigen, während Inflationssorgen den Goldpreis befeuern. Das spielt Freeport-McMoRan in die Karten – der Konzern fördert beide Metalle!
Kurz zusammengefasst:
Industrie- und Edelmetalle: Beide legen wieder zu
In den vergangenen Monaten haben die weltweiten Aktienmärkte – getragen vom anhaltenden KI-Hype und einer trotz des Iran-Kriegs robusten Konjunktur – neue Rekordstände erreicht. Für Anlegerinnen und Anleger in Edelmetallen lief es dagegen schwach: Vor allem Gold und Silber litten weiterhin unter den Folgen des markanten Blow-off-Tops vom Ende Januar.
Deutlich freundlicher präsentierten sich hingegen einige Industriemetalle. Besonders Zink und Kupfer standen im Fokus, da sie für die Elektrifizierung der Energieinfrastruktur sowie den Aufbau von KI-Rechenzentren und deren Zulieferketten unverzichtbar sind. Am zurückliegenden Donnerstag markierte börsengehandeltes Kupfer ein neues Allzeithoch bei 6,85 US-Dollar pro Pfund.
Kupfer und Gold – Freeport-McMoRan deckt beides ab
Auch Goldkurs und Silber beginnen sich zu erholen. Vom psychologisch bedeutsamen Niveau von 4.000 US-Dollar hat sich das gelbe Edelmetall bereits um 8 Prozent nach oben abgesetzt. Zusammen mit den Rekordständen bei Kupfer ergibt sich damit eine vielversprechende Ausgangsposition für die Aktie von Freeport-McMoRan – das Unternehmen zählt zu den weltweit größten Produzenten von Kupfer und Gold.
Bei der Aktie bahnt sich jetzt ein Ausbruch an
Dank der Doppelrolle als Kupfer- und Goldförderer zeigte sich die Aktie von Freeport-McMoRan deutlich robuster als die Titel von Agnico Eagle Mines, Barrick Mining oder Newmont. Während die „Pure Plays“ vor allem den Goldpreisrückgang widerspiegelten, profitierte Freeport-McMoRan von den steigenden Kupferpreisen.
Damit ergibt sich charttechnisch ein mögliches Breakout-Szenario. Zwar kam es in den letzten Monaten zu Rücksetzern, doch zentrale Unterstützungen wie die 200-Tage-Linie und die Aufwärtstrendlinie hielten. Das sorgte wiederholt für Kaufdruck – zuletzt mit dem Sprung über die 50-Tage-Linie, der ein Kaufsignal lieferte.
Aktuell notiert die Aktie im Widerstandsbereich um 70 US-Dollar. Die Chancen auf einen Durchbruch mit anschließender Rallye sind hoch. Die technischen Indikatoren stützen dieses Bild: Der Trendstärkeindikator MACD signalisiert einen intakten, an Fahrt gewinnenden Aufwärtstrend, und der Relative-Stärke-Index (RSI) war zwar kurzfristig überkauft, liefert aber spürbaren Rückenwind.
Operative Herausforderungen nach dem Minenunglück
Fundamental gibt es zusätzlichen Rückenwind. Neben den steigenden Preisen für Gold und Kupfer entspannt sich die operative Lage bei Freeport-McMoRan, nachdem es zuletzt zu Belastungen gekommen war.
Mehrere Erdabgänge in der Grasberg-Mine in Indonesien (West-Papua) – dem größten Goldbergwerk der Welt und einer Kupfermine mit sehr niedrigen Gestehungskosten – legten Teile der Förderung zeitweise lahm und machten umfassende Instandhaltungen nötig. Das führte zu geringeren Produktionsmengen und höheren Kosten. Im vergangenen Quartal sanken die Erlöse daher trotz anhaltend hoher Preise gegenüber dem Vorjahr um 7,3 Prozent.
Vor zwei Wochen hat Freeport-McMoRan jedoch den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bestätigt und das Ziel bekräftigt, die Grasberg-Mine bis Ende 2027 vollständig wiederherzustellen. Zudem strebt das Unternehmen nach Abschluss der Arbeiten eine Verlängerung der derzeit bis 2041 gültigen Konzession an. Gelingt dies, erhöht sich die Planungssicherheit deutlich.
Bewertung trotz vorübergehender Einbußen vertretbar
Aus Bewertungssicht steht derzeit ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22,7 für das laufende und von 16,7 für das kommende Geschäftsjahr zu Buche. Der Branchendurchschnitt liegt bei 15,6, das Fünfjahresmittel bei 21,1. Insgesamt erscheint die Bewertung damit eher fair bis moderat.
Das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis von 0,71 – und damit unter dem in der Fundamentalanalyse als günstig geltenden Wert von 1 – macht Freeport-McMoRan im Branchenvergleich dennoch attraktiv. Abzüge gibt es derzeit beim Kurs-Cashflow-Verhältnis, da die Instandsetzung von Grasberg hohe Investitionen erfordert.
Bleiben Gold- und Kupferpreise hoch oder steigen weiter, relativiert sich die Bewertung zusätzlich. Das untermauert höhere Kurse und könnte den sich charttechnisch abzeichnenden Ausbruch begünstigen.
Fazit: Eine chancenreiche Wette auf den Ausbruch
Nach längerer Flaute ziehen die Edelmetallpreise, angeführt von Gold, wieder an. Parallel ist Kupfer aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage auf neue Allzeithochs geklettert. Diese Kombination eröffnet der Aktie von Freeport-McMoRan derzeit große Chancen, da das Unternehmen bei beiden Rohstoffe zu den weltweit größten Produzenten zählt. Zwar bestehen mit der Wiederherstellung der Grasberg-Mine weiterhin operative Aufgaben, doch das Management sieht sich im Plan.
Für 2026 ist die Bewertung höher als im Branchenschnitt – begründet durch ausfallbedingt niedrigere Erlöse und Gewinne. Spätestens für das kommende Jahr dürfte Freeport-McMoRan jedoch wieder konkurrenzfähig bewertet sein, insbesondere beim Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis.
Wer als Anlegerin oder Anleger eine aussichtsreiche Chance in der Branche sucht, könnte hier fündig werden. Stopps sollten aktuell bei 57,50 US-Dollar platziert werden; dort verlaufen sowohl die 200-Tage-Linie als auch eine Aufwärtstrendlinie.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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