Max Gross ist seit vielen Jahren an den Kapitalmärkten aktiv, darunter fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden deutschen Anlegermagazine. Für ARIVA.DE ordnet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisorientiert und mit klarem Blick auf Anlageentscheidungen ein. Sein Fokus liegt auf US-Titeln, Dividendenwerten und Value-Aktien. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau an die Hand zu geben. Dabei setzt er auf die Verknüpfung aus technischer und fundamentaler Analyse.
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Jüngst gesunkene Zinserwartungen haben das Interesse an Gold spürbar belebt. Davon könnte insbesondere der Minenwert B2Gold profitieren.
Kurz für dich zusammengefasst:
Gold im Aufwind – Minenaktien rücken wieder in den Fokus
Nach einem Blow-off-Top Ende Januar und mehreren Monaten mit Kursverlusten zeigt sich nicht nur bei Gold, sondern auch bei anderen Edelmetallen zunehmender Kaufwille. Beim Gold (Goldkurs) kam im Bereich um 4.000 US-Dollar Nachfrage auf. Das führte in der vergangenen Woche zu einer Bodenbildung und ersten Zugewinnen – eine Grundlage für eine Erholungsphase ist damit gelegt.
Fundamental bläst dem Goldpreis zwar noch Gegenwind entgegen – die geopolitische Lage hat sich mit dem Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran beruhigt, zugleich belasten gestiegene Zinserwartungen zinslose Anlagen wie Edelmetalle und Kryptowährungen. Die altbekannten Treiber bleiben jedoch voraussichtlich dieselben: Nettokäufe der Zentralbanken und der Wunsch nach Absicherung gegen Inflation.
Besonders B2Gold bringt derzeit erhebliches Potenzial mit
Mit der neuen Erholungsperspektive bei Gold werden auch Minenaktien wieder spannend. Sie bieten einen natürlichen Hebel auf den Goldpreis und profitieren von Preisanstiegen oft überdurchschnittlich.
Aktuell sticht nicht ein Branchenriese wie Agnico Eagle Mines, Barrick Mining oder Newmont hervor, sondern mit rund 5,6 Milliarden US-Dollar Börsenwert ein vergleichsweise kleinerer Anbieter: B2Gold. Hier erhalten Anlegerinnen und Anleger derzeit besonders viel Gegenwert für ihr Kapital.
Ein Blick auf die Bewertung: Für 2026 wird ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 5,9 erwartet. Das liegt nicht nur 42 Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 10,1, sondern sogar 63,5 Prozent unter dem Branchenschnitt. Dieser Befund – klar unter der eigenen Historie und der Vergleichsgruppe – zeigt sich konsistent über mehrere Kennziffern hinweg.
Weitere Pluspunkte sind das sehr günstige Kurs-Gewinn-Wachstumsverhältnis von 0,37 (Bereiche bis 1,0 gelten als attraktiv) sowie die EV/EBITDA-Relation von 2,33, die dank einer kerngesunden Bilanz mit lediglich 38 Millionen US-Dollar Nettoverschuldung zustande kommt – und damit rund 70 Prozent unter dem Sektor-Durchschnitt liegt.
Überzeugend ist auch die Cashflow-Rendite von 23,8 Prozent, mehr als doppelt so hoch wie der branchenübliche Wert. Das sorgt für hohe Mittelzuflüsse, die sowohl eine Dividende von etwa 2 Prozent ermöglichen als auch Investitionen in die Mineninfrastruktur finanzieren.
Der Konzern packt sein zentrales Risiko an
Genau hier legt B2Gold aktuell den Schwerpunkt. Die günstige Bewertung – die das Börsenportal SeekingAlpha sinnbildlich mit der Schulnote „1+“ versieht – hat nämlich einen wesentlichen Haken.
Sie rührt von der bislang noch hohen Abhängigkeit vom Fekola-Komplex im politisch fragilen Mali her – einem Umfeld, in dem auch Wettbewerber Barrick Mining in der Vergangenheit mit Problemen zu kämpfen hatte.
Im ersten Quartal dieses Jahres kamen mit 237.763 Feinunzen rund 50 Prozent der B2Gold-Förderung aus Mali. Für dieses Klumpenrisiko verlangen Investoren eine Prämie, was den Bewertungsabschlag gegenüber der Branche zumindest teilweise erklärt. Das Management adressiert diese Baustelle jedoch aktiv.
Daher treibt B2Gold mehrere Projekte zur geografischen Diversifizierung voran. Am weitesten ist das Goose-Projekt in Kanada: Der Ramp-up läuft offiziell, im ersten Quartal wurden rund 43.000 Unzen gefördert. Bis Jahresende werden 170.000 bis 230.000 Unzen anvisiert, langfristig sind 311.000 Unzen geplant. Zum Vergleich: Der Fekola-Komplex produziert derzeit 410.000 bis 460.000 Feinunzen jährlich.
Goose ist jedoch nur ein Baustein. Im Aufbau befindet sich auch Gramalote in Kolumbien. Hier werden in den ersten fünf Jahren etwa 227.000 Feinunzen pro Jahr angepeilt, langfristig rund 177.000. Gemeinsam mit Goose entsteht so ein wirkungsvolles Gegengewicht zu Fekola. Außerdem prüft das Unternehmen am bestehenden Standort in Namibia die Erweiterung des Otjikoto-Komplexes. Ein Produktionsstart wäre ab 2028 denkbar. Damit dürfte der „Mali-Malus“ perspektivisch wegfallen und die Aktie eine nachhaltige Neubewertung erfahren.
Bullische Divergenzen stützen die Erholungschance
Auch kurzfristig haben sich die Chancen auf eine Gegenbewegung deutlich verbessert. Zwar verläuft B2Gold weiterhin in einem stabilen Abwärtstrend – sichtbar an der Bewegung im Trendkanal und unter den gleitenden Durchschnitten –, im Bereich von 3,80 US-Dollar traf die Aktie jedoch zusammen mit dem Goldpreis auf Kaufinteresse.
Aus technischer Sicht unterstützen bullische Divergenzen im Relative-Stärke-Index (RSI) die Erholung: Der RSI steigt seit einigen Wochen entgegen dem Kurstrend und liefert Rückenwind. Der MACD notiert zwar noch unter der Nulllinie – der Abwärtstrend ist damit intakt –, hat aber die rote Signallinie nach oben gekreuzt. Nach längeren Abwärtsphasen genügt das häufig, um eine Gegenbewegung zu starten.
Solange B2Gold nicht unter 3,80 US-Dollar fällt oder den Abwärtstrendkanal nach unten verlässt, stehen die Karten für eine Erholung gut. Erste prozyklische Kaufsignale entstünden oberhalb von 4,50 US-Dollar; über 4,75 US-Dollar wäre eine Trendwende wahrscheinlich, da dies zugleich den Ausbruch aus dem Trendkanal und über die 200-Tage-Linie bedeuten würde.
Fazit: Ein spannendes und chancenreiches Gesamtpaket!
Nach monatelanger Schwäche nimmt der Goldpreis wieder Kurs auf eine Erholung. Auch wenn neue Rekordstände kurzfristig nicht zu erwarten sind, ist die Basis für eine stetige, nachhaltige Aufwärtsbewegung gelegt – ein Rückenwind, der Minenaktien zusätzlich beflügeln dürfte.
Besonders interessant ist in diesem Umfeld B2Gold. Wegen des Malus durch die hohe Abhängigkeit vom Förderland handelt die Aktie mit einem deutlichen Abschlag zur Branche. Da B2Gold jedoch konsequent geografisch diversifiziert, sollte dieser Abschlag in den kommenden Jahren schwinden. Wer an überproportionalen Effekten steigender Goldpreise partizipieren möchte, setzt auf diese Story!
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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