Ein Artikel über einen neuen KI-Chip von Google verleiht der Alphabet-Aktie Auftrieb. „Frozen v2“ soll kommende Gemini-Modelle deutlich effizienter machen.
Die Alphabet-Aktie stieg am Montag im US-Handel um etwa drei Prozent, nachdem bekannt wurde, dass der Konzern an einem neuen Server-Chip mit dem Codenamen „Frozen v2“ arbeitet, der gezielt für den effizienten Betrieb der Gemini-KI-Modelle konzipiert ist.
Laut einem Bericht von „The Information“ soll der Chip zentrale Bausteine der Gemini-Architektur direkt ins Silizium verlagern und damit Rechenaufwand sowie Datenbewegungen deutlich verringern. Alphabet bestätigte gegenüber CNBC, dass kontinuierlich an Innovationen gearbeitet werde, betonte jedoch, dass nicht jedes Projekt tatsächlich in die Produktion übergehe.
Interne Prognosen gehen davon aus, dass „Frozen v2“ pro Energieeinheit sechs- bis zehnmal so viele Tokens verarbeiten könnte wie die aktuellsten Tensor Processing Units (TPUs) von Google.
Googles KI-Ambitionen unter Druck
Der Chip ist als spezialisierte Ergänzung geplant und soll die bestehenden TPUs nicht ablösen. Die Markteinführung ist für 2028 vorgesehen, um Engpässe bei der Rechenleistung zu entschärfen, die bereits zu Spannungen im Google-Cloud-Geschäft geführt haben.
Allerdings gibt es Einschränkungen: „Frozen v2“ wäre nur mit zukünftigen Gemini-Modellen kompatibel, sofern Google die Architektur beibehält, und ist zunächst als Pilotprojekt mit begrenztem Produktionsumfang geplant.
Parallel verzögern sich zentrale KI-Veröffentlichungen, Google verliert Spitzenforscher an Wettbewerber und chinesische KI-Modelle gewinnen in den USA Marktanteile. Diese Faktoren erhöhen den kurzfristigen Druck auf Googles KI-Ambitionen und verschärfen den internationalen Wettbewerb.
Technische Analyse der Alphabet-Aktie
Der Google-Mutterkonzern hat in den vergangenen zwölf Monaten einen starken Aufwärtslauf hingelegt: Mit einem Plus von 94 Prozent hat die Aktie den Nasdaq 100 klar hinter sich gelassen und ist von 184 auf aktuell 358 US-Dollar gestiegen. Der Anstieg verlief jedoch nicht geradlinig – auf die steile Rallye bis Mai folgten spürbare Rückschläge, ehe sich das Papier zuletzt auf hohem Niveau stabilisierte. Unsere Daten zeigen, dass die Dynamik nachgelassen hat und der Suchmaschinenriese derzeit in eine Konsolidierungsphase übergegangen ist.
Aus technischer Sicht notiert Alphabet aktuell rund elf Prozent über der 200-Tage-Linie, die selbst weiterhin moderat ansteigt – ein Hinweis auf einen intakten, wenn auch weniger schwungvollen Aufwärtstrend. In den letzten Monaten entfernte sich die Aktie wiederholt von diesem Durchschnitt, fiel bei Rücksetzern aber nicht deutlich darunter. Unsere Modelle deuten darauf hin, dass der Abstand zur 200-Tage-Linie zuletzt geschrumpft ist – ein Zeichen nachlassender Dynamik, jedoch keine unmittelbare Trendwende.
Für die nächsten vier Wochen erwarten wir eine Bewegung in einer Spanne zwischen 314 und 413 US-Dollar. Unsere Prognose impliziert dabei einen leichten Anstieg um 1,4 Prozent auf Sicht von vier Wochen. Die Bandbreite bleibt somit groß, und Schwankungen sind weiterhin wahrscheinlich. Wer auf eine Trendfortsetzung setzt, sollte die Zone um die 200-Tage-Linie im Auge behalten – die kommenden Wochen könnten zur Bewährungsprobe für die Ausdauer der Alphabet-Aktie werden.
Unser Vorhersagemodell für die kommenden vier Wochen berücksichtigt saisonale Effekte aus vergleichbaren Zeiträumen früherer Jahrzehnte, zyklische Muster sowie die Signale aus unserem Aktienklima Deutschland. Die Schwankungsgrenzen (“Prognose-Ränder”) leiten wir aus der aktuellen impliziten Volatilität von Calls und Puts ab – also aus den in den Optionsprämien enthaltenen Erwartungen der Investoren.
Investment-Idee von index-radar.de
Mit einem Capped-Bonus-Zertifikat (WKN UN4V70) lässt sich aktuell auf die Alphabet-Aktie eine attraktive Seitwärtsrendite erzielen. Das Papier kostet derzeit 353,3 Euro und zahlt am Laufzeitende 400 US-Dollar aus – ein Plus von 13,2 Prozent bzw. 14,6 Prozent p.a. Voraussetzung: Die Aktie berührt bis zum 18. Juni 2027 nicht die Barriere bei 240 US-Dollar. Bei einem Barriereereignis richtet sich die Rückzahlung nach dem Schlusskurs der Aktie am Bewertungstag – begrenzt durch den Cap. Capped-Bonus-Zertifikate sind börsentäglich handelbar; ein vorzeitiger Verkauf ist somit jederzeit möglich, etwa wenn ein Großteil des Ertrags bereits realisiert wurde.