FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Dax hat sich nach vier schwachen Sitzungen am Freitag wieder gefangen. Am frühen Nachmittag stieg der deutsche Leitindex um 0,26 Prozent auf 26.050 Punkte. Nach anfänglichen Startproblemen kletterte er damit erneut über die viel beachtete Marke von 26.000 Punkten. Auf Wochensicht zeichnet sich jedoch ein Minus von 1,5 Prozent ab.
Für dich zusammengefasst:
In den vergangenen Tagen drückten vor allem steigende Renditen an den Anleihemärkten auf die Stimmung. Dennoch notiert der Dax weiterhin oberhalb der 21-Tage-Linie, womit der kurzfristige Trend aus technischer Sicht intakt bleibt.
Der MDax der mittelgroßen Werte legte zuletzt um 0,91 Prozent auf 32.003 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,3 Prozent.
Rückenwind kam von den in Erholung erwarteten US-Börsen nach den Verlusten vom Vortag. Aus Asien fehlten zuvor klare Impulse: Der japanische Nikkei 225 und der südkoreanische Kospi entwickelten sich uneinheitlich.
Experte Thomas Altmann von QC Partners erinnerte angesichts der viertägigen Dax-Schwäche daran, dass es zuletzt im April fünf Minustage in Folge gab. “Allerdings war das Handelsvolumen gestern das bislang zweitniedrigste dieses Jahres. Es werden also weiterhin nur in überschaubarem Umfang Gewinne realisiert”, ordnete er die jüngste Schwäche ein.
Vor dem Wochenende rückten einige Nachzügler der Berichtssaison in den Fokus. Ein eingetrübter Ausblick bescherte dem Optikerkonzern Fielmann einen Kursverlust von 6,3 Prozent. Zwischenzeitlich fielen die Papiere auf 37,95 Euro und damit auf den niedrigsten Stand seit dem Frühjahr 2023. Bereits Anfang Juli hatte das Unternehmen mit den vorläufigen Halbjahreszahlen mehr Vorsicht signalisiert und für Umsatz sowie bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) das untere Ende der Zielspannen in Aussicht gestellt.
Ein Händler verwies darauf, dass die bisherigen Konsensschätzungen für Umsatz und bereinigte Ebitda-Marge knapp über den oberen Enden der neuen Spannen liegen. Die Erwartung einer Beschleunigung des Umsatzwachstums im zweiten Halbjahr reichte dem Markt nicht zur Beruhigung.
Der Ticketvermarkter und Veranstalter CTS Eventim meldete im zweiten Quartal erneut prozentual zweistellige Zuwächse bei Umsatz und bereinigtem Ebitda. Gegenüber dem Jahresauftakt ließ das Tempo jedoch nach. Händler sprachen von einem gemischten Zwischenbericht mit enttäuschender Margenentwicklung. Die Aktien sackten trotz bestätigter Jahresprognose zunächst um bis zu 9,5 Prozent ab, reduzierten das Minus zuletzt aber deutlich auf rund 1 Prozent.
Beim Dialysespezialisten FMC drückte die Nachricht, dass der Medizinkonzern Fresenius (Fresenius Aktie) seinen Anteil weiter verringert hat, die Notierung um 1,3 Prozent. Der Gesundheitskonzern veräußert 7,8 Millionen Aktien im Volumen von rund 300 Millionen Euro an ausgewählte institutionelle Investoren. Dies entspricht etwa 2,9 Prozent des Grundkapitals von FMC. Die nahezu unveränderten Fresenius-Titel hielten sich im schwachen Branchenumfeld vergleichsweise gut.
Zudem sorgten Impulse aus China für Erleichterung bei den zuletzt schwächeren Rohstoffwerten . Auch Stahlaktien zogen deutlich an. So erholten sich Thyssenkrupp (ThyssenKrupp Aktie) um 4,4 Prozent auf 13,22 Euro, Salzgitter gewann sogar 6,6 Prozent. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg plant Peking, die Konjunktur mit stärkeren Finanzhilfen zu stützen, um schwächere Juli-Daten zu kontern. Für Thyssenkrupp hob Citigroup-Experte Ephrem Ravi zudem sein Kursziel deutlich auf 20 Euro an und bestätigte seine Kaufempfehlung./gl/jha/
— Von Gerold Löhle, dpa-AFX —
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