FRANKFURT (dpa-AFX) – Einen Tag nach der kräftigen Erholung fehlte dem deutschen Aktienmarkt am Freitag zunächst eine klare Richtung. Während sich die Schwergewichte im Dax weitgehend behaupteten, gaben viele Titel aus der zweiten und dritten Reihe nach. Neue Preisstatistiken aus Deutschland lieferten kaum Impulse: Die Erzeugerpreise sanken im August etwas stärker als erwartet.
Für dich zusammengefasst:
Der Dax verharrt bei 23.668 Punkten nahezu auf Vortagsniveau.
Continental und Aumovio legen nach den Abspaltungen deutlich zu.
Scout24 kauft spanische Plattformen für 153 Millionen Euro.
Der Dax bewegte sich zuletzt kaum vom Fleck und stand bei 23.668 Punkten. Damit zeichnet sich für den Leitindex eine weitgehend ausgeglichene Wochenbilanz ab. Der MDax der mittelgroßen Werte lag am Freitagmittag 0,6 Prozent niedriger bei 30.278 Zählern. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann dagegen 0,3 Prozent.
Im Tagesverlauf könnte der große Terminbörsen-Verfall noch für Schwung sorgen. “Der September-Verfall zählt zu den großen vier Verfallterminen des Jahres”, hob Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners hervor. An solchen Tagen können Kurse auch ohne neue Nachrichten stärker schwanken, da Fristen für Derivate auslaufen und Anleger Positionen anpassen.
Am zweiten Handelstag nach der Abspaltung legten die Aktien des künftig reinen Reifenherstellers Continental (Continental Aktie) sowie des Autozulieferers Aumovio um 3,0 beziehungsweise 3,1 Prozent zu. Zu Aumovio äußerten sich mehrere Analysten konstruktiv; Kaufempfehlungen kamen unter anderem von der Deutschen Bank und der UBS. Continental plant zudem den Verkauf der Kunststofftechniksparte Contitech. Bereits 2021 war die Antriebssparte Vitesco abgespalten worden, die inzwischen in den Schaeffler-Konzern integriert ist.
Die Papiere von Scout24 reagierten mit einem Minus von 4,1 Prozent auf einen Zukauf des Betreibers von Immobilienportalen. Scout24 übernimmt die spanischen Online-Plattformen Fotocasa und Habitaclia. Der Unternehmenswert der Transaktion beträgt 153 Millionen Euro. Finanziert werden soll der Deal aus vorhandenen Barmitteln und bestehenden Kreditlinien. Ab kommendem Montag steigt die Scout24-Aktie aus dem MDax in den Dax auf.
Die Anteile von Ströer machten frühe deutliche Verluste mit einem Tiefstand auf das niedrigste Niveau seit fast drei Jahren teilweise wett, lagen zuletzt aber noch 3,1 Prozent im Minus. Der Werbevermarkter hatte seinen Ausblick gesenkt. Die reduzierten Ziele dürften die durchschnittliche Markterwartung für das operative Ergebnis 2025 um rund fünf Prozent drücken, schätzt JPMorgan-Analyst Marcus Diebel. Langfristig sieht er die Wachstumsperspektiven des Außenwerbespezialisten jedoch positiv.
Der Autozulieferer Stabilus baut 450 Stellen ab. Mit dem Sparprogramm soll die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig gestärkt werden. Zwar belasten die Umbaukosten den Konzerngewinn im laufenden Jahr deutlich, Vorstandschef Michael Büchsner hält jedoch an den Zielen für das operative Geschäft fest. An der Börse kam dies schlecht an: Die Aktien des Gasfedern-Spezialisten rutschten im SDax mit minus 5,0 Prozent ans Ende des Index.
Gespräche über den Verkauf des Wassermanagement-Geschäfts bleiben bei den Anteilseignern der Norma Group gefragt. Nachdem die erste Freude über verbindliche Kaufgebote und fortgeschrittene Verhandlungen am Donnerstagnachmittag rasch verflogen war, zog der Kurs am Freitagmittag wieder an und gewann 6,3 Prozent./edh/jha/
— Von Eduard Holetic, dpa-AFX —
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