FRANKFURT (dpa-AFX) – Anhaltend steigende Renditen an den Kapitalmärkten haben den deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte abermals unter Druck gesetzt. Nach seinem Rekord vom Freitag gab der Dax am Mittwoch weitere 0,5 Prozent nach und schloss bei 25.839,33 Punkten. Es war der dritte Verlusttag in Folge, womit der Dax auf den niedrigsten Stand seit Anfang August fiel. Ende vergangener Woche hatte er bei 26.618 Punkten ein Allzeithoch markiert. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank am Mittwoch um 0,67 Prozent auf 31.958,41 Zähler.
Kurz für dich zusammengefasst:
Die jüngsten Rückgänge am deutschen Aktienmarkt sind eine Reaktion auf deutlich anziehende Anleiherenditen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen kletterte am Mittwoch mit knapp 3,40 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren. Als die Renditen am Nachmittag etwas nachgaben, reduzierten die Börsen ihre Verluste wieder etwas.
“Die Anleiherenditen befinden sich weltweit aufgrund der steigenden Energiepreise weiterhin im Aufwärtstrend”, schrieb Anleihenexperte Martin Hartmann von der Commerzbank (Commerzbank Aktie). Die Märkte kalkulierten für die großen Zentralbanken zunehmend weitere Zinsschritte ein, und die Renditen länger laufender Papiere erreichten Mehrjahreshöchststände.
Am deutschen Markt gehörte zur Wochenmitte Gea mit einem Minus von 3,5 Prozent zu den Verlierern. Belastet hat eine Platzierung: Die staatliche Kuwait Investment Authority will laut Bloomberg rund fünf Millionen Aktien des Anlagenbauers veräußern.
Die Anteilsscheine von Volkswagen verloren fast vier Prozent. Der Autobauer scheidet am 21. September aus dem Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 aus. Angesichts der Krise in Wolfsburg ist der Kurs seit Jahresbeginn um mehr als ein Viertel abgesackt – damit erfüllt die VW-Aktie nicht länger die Kriterien für den Verbleib im Index.
Aktien der Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) legten um gut ein Prozent zu und erreichten zwischenzeitlich den höchsten Stand seit Anfang 2014. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hob ihre Einstufung an und empfiehlt nun den Kauf. Noch kräftiger zogen die Papiere der Commerzbank mit plus 1,7 Prozent an.
Titel von Adidas gewannen etwas mehr als ein Prozent. Die britische Investmentbank Barclays nahm die Bewertung des Sportartikelherstellers mit einer positiven Empfehlung auf.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 behauptete sich mit einem Minus von 0,11 Prozent auf 6.362,15 Punkte besser als der Dax. Außerhalb der Eurozone verzeichnete London leichte Abgaben, während es in Zürich moderat nach oben ging. In New York legten der Dow Jones Industrial und der technologielastige Nasdaq 100 zum europäischen Handelsschluss jeweils um rund ein halbes Prozent zu./bek/he
— Von Benjamin Krieger, dpa-AFX —
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