Nicolas Ebert liefert prägnante Nachrichten mit sicherem Gespür für relevante Marktthemen. Nach mehr als 6 Jahren bei wallstreetONLINE und ariva.de fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt zu Hause. Seine Beiträge reichen von Value-Titeln und Asiens Märkten über US-Big-Tech bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen fundierte News, die Anlegern Orientierung geben.
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Sehr starkes El Niño mit über 90 Prozent Wahrscheinlichkeit: Kaffee, Kakao, Mais und die Fischerei geraten unter Druck. Millionen weitere Menschen könnten in akuten Hunger abrutschen.
Kurz zusammengefasst:
El Niño dürfte die Weltwirtschaft in diesem Jahr besonders hart treffen. Laut Reuters sehen Prognosen eine Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent für ein sehr starkes Ereignis auf der Nordhalbkugel – womöglich das heftigste seit 1950.
Das Klimaphänomen verschiebt weltweit Wettermuster und kann Überschwemmungen, Dürren sowie Ernteverluste auslösen. Wie teuer ein extremes El Niño werden kann, zeigt eine Studie des Dartmouth College. Demnach verursachten die Ereignisse von 1982 bis 1983 sowie 1997 bis 1998 in den jeweils folgenden fünf Jahren Schäden von 4,1 Billionen beziehungsweise 5,7 Billionen US-Dollar.
2026 verschärfen die bereits hohen globalen Temperaturen die Risiken. Hinzu kommen höhere Kosten für Dünger und Diesel infolge des Iran-Kriegs, die Lebensmittel zusätzlich verteuern.
Die Auswirkungen zeichnen sich bereits auf mehreren Kontinenten ab. In Vietnam und Indonesien gefährdet Trockenheit die Robusta-Kaffeeernte. In Westafrika kämpfen Kakaobauern mit Starkregen und den trockenen Harmattan-Winden.
In Argentinien verzögert anhaltende Nässe die Maisernte. In Peru ging die Fischereitätigkeit im Juni laut Reuters um 52 Prozent zurück. Im Amazonasgebiet sinken die Pegel des Tapajós-Flusses, einer wichtigen Route für Getreidetransporte.
Besonders hoch sind die Risiken für die Ernährungssicherheit. Das Welternährungsprogramm schätzt laut Reuters, dass El Niño fast 49 Millionen zusätzliche Menschen in akuten Hunger treiben könnte. Weltweit wären dann 274 Millionen Menschen in 45 Ländern betroffen.
Auch Verbraucher in westlichen Ländern dürften steigende Lebensmittelpreise spüren. Bei Kaffee und Kakao dürfte der Effekt im Einzelhandel jedoch begrenzt bleiben, da die Rohstoffkosten nur einen kleinen Teil des Endpreises ausmachen.
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